Schreinerei ein Raub der Flammen

Erstellt: 29. April 2012, 23:30 Uhr
Schreinerei ein Raub der Flammen Stundenlang bekämpfen die Feuerwehren den Großbrand in der Nieferner Schreinerei. Ein Übergreifen auf fünf Nachbarhäuser kann durch den massiven Einsatz verhindert werden.

Niefern-Öschelbronn. „Ich kann es immer noch nicht fassen“, sagt am Morgen danach ein geschockter Firmeninhaber Karl-Heinz Boch, als er auf die vollständig ausgebrannte Schreinerei im Herzen von Niefern blickt. Zwölf Mitarbeiter fertigen in seinem Betrieb nach alter Handwerkerart Küchenmöbel und andere Einrichtungsgegenstände. Das Traditionsunternehmen besteht seit über 80 Jahren; wie es weitergeht, weiß derzeit niemand.

Am späten Freitagabend, gegen 22.30 Uhr, hatten Anwohner Flammen entdeckt, die aus dem Anwesen an der Mühlstraße schlugen, das die Schreinerei mit Lackiererei, ein Wohnhaus und eine Scheune umfasst. Als kurze Zeit später die örtliche Feuerwehr eintraf, brannte alles lichterloh, und in kürzester Zeit breiteten sich dichte Rauchschwaden über den Dächern der Häuser und in den Straßen im Umfeld aus.

Während die Feuerwehr die Löscharbeiten einleitete, breitete sich das Feuer auf den gesamten Dachstuhl des Betriebsgebäudes aus. Um ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Wohnhäuser zu verhindern und eine zwei Kilometer lange Wasserversorgung von der Enz in die Mühlstraße aufzubauen, wurden zahlreiche Feuerwehren aus dem Raum Mühlacker und aus Pforzheim als Verstärkung alarmiert. So waren neben den Feuerwehrleuten aus Niefern und Öschelbronn auch die Kameraden aus Mühlacker, Ötisheim, Wiernsheim, Kieselbronn, Wurmberg und Pforzheim stundenlang im Einsatz.

Dank des massiven Aufgebots konnten der Großbrand in der Schreinerei bekämpft und die fünf benachbarten Wohnhäuser geschützt werden. Der Versuch, in das brennende Gebäude vorzudringen, musste laut Uwe Reich, Vize-Kommandant der Feuerwehr Niefern-Öschelbronn, wegen der enormen Hitze abgebrochen werden. Zum Einsatz kamen auch die großen Drehleitern aus Mühlacker und Pforzheim. Nach Angaben der Polizei war das Feuer gegen 0.30 Uhr unter Kontrolle.

Bis dahin hatten sich rund um den Ort des Geschehens mehr als 300 Schaulustige versammelt, die von der Polizei immer wieder zurückgedrängt werden mussten, damit sie die Arbeit der Einsatzkräfte nicht behinderten. Einer der Zaungäste stürzte und zog sich eine Kopfplatzwunde zu, er wurde mit dem Rettungswagen ins Mühlacker Krankenhaus gebracht. Das DRK war mit 30 Helfern vor Ort, darunter der Notarzt. Neben sechs Funkstreifen war auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Bürgermeister Jürg Kurz machte sich ebenfalls persönlich ein Bild von der Lage.

Nachdem die Wassermenge aus dem Leitungsnetz in der Mühlstraße nicht ausreichte, pumpte die Feuerwehr Wasser aus der Enz ab und leitete es in die Ortsmitte von Niefern. Während die meisten Feuerwehren im Laufe der Nacht in ihre Depots zurückkehren konnten, übernahm eine kleine Mannschaft die Brandwache.

Noch am Samstagmorgen stieg leichter Rauch über dem Firmenareal auf. Kriminalbeamte forschten nach der Brandursache und befragten mögliche Zeugen.

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