Scharping wäre herzlich willkommen

Erstellt: 29. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Scharping wäre herzlich willkommen Auf ihren speziellen Fahrrädern zeigen die Trial-Piloten – hier der Ölbronner Max Heugel beim Vatertagstrial 2009 – gewagte Sprünge über Stock und Stein. Archivfoto: Eigner

Der RMSC Ölbronn beginnt dieser Tage mit den Vorbereitungen für die Fahrradtrial-DM auf dem eigenen Gelände

Zurzeit ist zwar eher an eine Schlittenfahrt als an Radfahren zu denken. Dennoch haben die Mitglieder des RMSC Ölbronn bereits letzteres wieder im Sinn. Der Verein hat für kommendes Jahr die Deutschen Meisterschaften an Land gezogen. Eine Veranstaltung, die gut vorbereitet sein will.

Von Steffen-Michael Eigner

Ölbronn-Dürrn. Schon jetzt leuchten bei Markus Friedrich die Augen, wenn er an das Wochenende des 4. und 5. Juni 2011 denkt. Er ist nicht nur Pressewart des Rad- und Motorsportclubs sowie Organisator der Deutschen Meisterschaften, sondern obendrein auch der Vater eines heißen Medaillenanwärters. Sein Sohn Jonas gewann vor einem halben Jahr den DM-Titel in der Altersklasse U13 und qualifizierte sich damit ebenso für die Weltmeisterschaften wie Nina Reichenbacher, die bei den U13-Mädchen Deutsche Vizemeisterin wurde. Mit einer WM-Medaille wurde es zwar nichts, aber die damals elfjährige Reichenbacher belegte immerhin Platz vier – und das sogar in der U16. Klar, dass die beiden auf dem eigenen Geläuf im Juni wieder auf das DM-Podest wollen. Und dabei sind sie nicht die einzigen heißen Eisen, die der RMSC Ölbronn im Feuer hat.

 Für eine Medaille kommt auch Kai Lorenz infrage, der 2010 in der Jugendklasse (U16) Deutscher Vizemeister wurde. „Das allerdings auf dem 26-Zoll-Rad. Bei uns in Ölbronn werden nur Deutschen Meisterschaften 20 Zoll ausgetragen“, erklärt Organisator Markus Friedrich. Auf dem kleineren Rad allerdings ist Kai Lorenz auch kein Schlechter: Platz fünf bei der DM vor einem halben Jahr, wo die Ölbronner noch einige weitere Fahrer unter den Top-Ten der verschiedenen Altersklassen hatten.

 Bei den Meisterschaften im Ölbronner Steinbruch werden Anfang Juni die DM-Titel sämtlicher Altersklassen von der U11 bis zur Elite (Erwachsene) vergeben. „Wir erwarten dazu zwischen 70 und 100 Teilnehmer“, erklärt Markus Friedrich. Anders als beim jährlichen Vatertagstrial des RMSC Ölbronn, wo auch Hobbyfahrer ihr Geschick versuchen können, seien für die Deutschen Meisterschaften freilich nur Lizenzfahrer zugelassen. Die Titelkämpfe zählen zugleich als Qualifikationswettbewerb für die Weltmeisterschaften.

 Für die DM in Ölbronn kündigt Friedrich einige Neuerungen an. So werde es eine Art Finallauf geben, wo am Ende die Tagesbesten um den Titel fahren. „Das ist sicherlich publikumswirksamer als wenn einfach jeder seine Sektionen fährt und am Ende die Punkte zusammengerechnet werden“, findet der DM-Organisator, der die Veranstaltung am liebsten vor großem Publikum im Pforzheimer Enzauenpark anstatt im Ölbronner Steinbruch gesehen hätte. „Aber das hat leider nicht geklappt“, bedauert Markus Friedrich. Stattdessen aber hegt er ein kleines bisschen Hoffnung auf einen prominenten Gast.

 „Bei den Deutschen Meisterschaften in Melsungen vor zwei Jahren war Rudolf Scharping zu Besuch. Vielleicht schaut er ja bei uns mal vorbei“, sagt Markus Friedrich. Warum auch nicht? Der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) wohnt in Frankfurt/Main. Laut Internet-Routenplaner hätte es Scharping von dort nach Ölbronn genausoweit wie nach Melsungen, nämlich exakt 174 Kilometer – mit dem Auto wohlgemerkt. Der BDR-Präsident wäre in Ölbronn jedenfalls herzlich willkommen, wenngleich Friedrich bezweifelt, dass Scharping wirklich kommt: „Fahrradtrial ist eine der kleinsten Sparten im BDR. Bei Radsport denken die meisten Leute eben an die Tour de France.“

Weiterlesen
Klassiker in Feuerrot rollen in die Stadt

Klassiker in Feuerrot rollen in die Stadt

Mühlacker. Der Termin steht fest, doch bis dahin haben die Helfer um Abteilungskommandant Matthias Donath und Zugführer Wilfried Müller, der ein besonderes Faible für Feuerwehr-Oldtimer hat, noch eine Menge Arbeit… »