Sandbauernfest fördert den Tourismus

Erstellt: 25. August 2008, 00:00 Uhr
Sandbauernfest fördert den Tourismus Ein Höhepunkt des Sandbauernfests: Das urige Wettrennen der Vereine mit Backkörben auf dem Kopf. Fotos: Appich

Veranstalter in Sternenfels berichten trotz eines feuchten Auftakts von gestiegenen Besucherzahlen

Sternenfels – Das Straßen- und Sandbauernfest in Sternenfels hat einen besseren Verlauf genommen, als zunächst von vielen befürchtet. Es seien am Wochenende mehr Besucher gekommen als vor zwei Jahren, sind Inge und Dieter Hagenbucher von der Touristikagentur Sternenfels überzeugt.

VON RAINER APPICH

Vor allem aus den Ballungsräumen Stuttgart und Karlsruhe hätten sich viele Gäste über die touristischen Angebote in der Gemeinde erkundigt, entnahmen die Hagenbuchers ihrer aktuellen Statistik.

 Dabei hatte es am Samstag gar nicht viel versprechend begonnen, gab es doch einen feuchten Auftakt zu dem Dorffest mit Krämermarkt, an dem sich 43 Vereine, Vertreter alter Handwerkskunst, Künstler, Schausteller und Marktbeschicker beteiligten. Als ob sie es geahnt hätten, die Sängerinnen und Sänger des Volkschors: Zum Beginn des Fests öffnete der Himmel seine Schleusen, und der Chor sang gleichzeitig „Wo klare Wasser silbern fließen“. Wenige Minuten, bevor die Sandbauern die Schlossbergstraße abwärts ziehen sollten, fing der Regen an, und schleunigst spannten die Wartenden ihre Schirme auf.

 „So was hat es beim Sandbauernfest noch nie gegeben“, meinte ein Besucher, der Schutz unter dem Vordach eines Getränkestands suchte. Doch die meisten nahmen die Episode mit Humor, wie auch die Fahnenschwingerinnen des Fanfarenzugs: „So nass war die Fahne gestern schon, als ich sie aus der Waschmaschine geholt habe“, witzelte eine der Teilnehmerinnen nach ihrer unfreiwilligen Dusche.

 Ein Lob von Bürgermeisterin Sigrid Hornauer gab es für alle am Fest Beteiligten. Sie seien ein „tragendes Fundament in der Gemeinde“. Als „Freifrau vom Schlossberg“ grüßte Ingrid Daferner vom Organisationsteam die Sternenfelser „Untertanen“. Sie übermittelte die per E-Mail eingegangenen Grüße der echten Adelsfamilie von Sternenfels. „Schaffa, net schwätza, aber au feira on net nachdenka“, dieses Motto hätten sich schon ihre Vorfahren zu eigen gemacht, meinte der Sandbauer Reiner Götz in seinem Gedicht über einen Sandbauern und seinen Moscht. Auf seinem Lannenkarren war auch das erste Fass mit Freimost festgezurrt, aus dem die Bürgermeisterin fleißig ausschenkte.

 Damit war das Fest offiziell eröffnet. Fanfarenzug und ein Bläserensemble vertrieben die letzten dunklen Wolken, und die Schaulustigen wanderten ab zu den Attraktionen auf dem Krämermarkt und an den Ständen der Vereine.

Markbeschicker klagen über sinkende Umsätze

Am Sonntag dann strahlte die Sonne über der Großveranstaltung in Sternenfels. Massen von Besuchern schoben sich durch die Marktgassen, bewunderten die bunten Auslagen, probierten edle Brände aus heimischem Obst, schauten beim Backkorbflechten zu oder versuchten ihr Glück an der Torwand.

 Auch der Goldrausch befiel die Gäste. Bei früheren Straßenfesten habe er seinen Lannenkarren mit den Sandsäckchen bis in den späten Nachmittag durch die Gassen geschoben, erinnerte sich Reiner Götz, denn die Leute hätten einfach nicht glauben können, dass einzelne Säckchen tatsächlich Goldmünzen enthielten. Dieses Mal kam ihm der Zufall zu Hilfe: Eine Festbesucherin, die tatsächlich eine Münze gefunden hatte, verkündete dies lauthalts, weshalb Götz mit seinem Suchspiel in kürzester Zeit ausverkauft war.

 Weniger Glück hatten dagegen die Marktbeschicker. Dass beim Krämermarkt weniger verkauft werde als in früheren Jahren, liege nicht am samstäglichen Regenwetter, meinte Eduard Bergweiler, der einen Stand mit Uhren und Schmuck betrieb. Die Umsatzzahlen seien zu seinem Leidwesen überall rückläufig.

 Als Höhepunkt am Sonntagnachmittag wurde wieder der urige Backkorblauf gestartet: Die Vertreter der örtlichen Vereine machten sich mit einem Korb auf dem Kopf und zwei Kuchenblechen unter den Armen auf die Strecke.

 Am heutigen Montag klingt das Fest mit den Dorfmusikanten aus Kürnbach im Zelt der Freiwilligen Feuerwehr aus.

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