Rottweiler ist in guten Händen

Erstellt: 26. August 2011, 00:00 Uhr
Rottweiler ist in guten Händen Rottweiler Paco fühlt sich an der Seite von Güner Salur pudelwohl. Foto: Tilo Keller

Hund in Niefern geht es entgegen der Befürchtung einer MT-Leserin gut – Expertin lobt Wachsamkeit.

Von Maik Disselhoff

Niefern-Öschelbronn. Irrungen und Wirrungen um einen Rottweiler in Niefern: Eine Leserin unserer Zeitung alarmierte unsere Redaktion über ein sich selbst überlassenes Tier in Niefern-Vorort. Der Besitzer eines Gebrauchtwagenhandels sei verschwunden und habe seinen Hund einfach im Stich gelassen, benachrichtigte die besorgte Frau das Mühlacker Tagblatt – nicht zuletzt aufgeschreckt durch die Vernachlässigung von Katzenbabys, über die wir in unserer Ausgabe vom 23. August berichteten. Die Redaktion griff den Hinweis der Bürgerin auf und recherchierte nach.

Doch weder die Polizei noch das Pforzheimer Tierheim wussten etwas von einem verlassenen Hund in Niefern-Vorort. Als letzte Möglichkeit, etwas über das Tier in Erfahrung zu bringen, kontaktierte das MT Felicia Ruhland, engagierte Tierschützerin und Leiterin des Illinger Gnadenhofs. Ruhland überlegte nicht lange, setzte sich ins Auto und fuhr in Richtung Niefern. Und wenig später klingelte in der Redaktion das Telefon. Die gute Botschaft: Dem Tier, einem Rottweiler, gehe es gut. Der Hund befindet sich auf dem Hof einer Gebrauchtwagenhandlung in Niefern-Vorort, deren Geschäftsleiter für längere Zeit nicht da ist. Doch das Tier ist deshalb nicht auf sich allein gestellt. Güner Salur, der den benachbarten Kfz-Betrieb leitet, kümmert sich während der Abwesenheit des Hundebesitzers um den Rottweiler.

Ruhland versichert: „Ich habe gesehen, wie das Tier mit dem Schwanz gewedelt hat, als Salur hier vorgefahren ist. Dem Hund geht es gut, ihm fehlt es an nichts.“ Salur gibt seinem vierbeinigen Freund zu essen und zu trinken und geht mit ihm regelmäßig spazieren. „Wir danken für die Aufmerksamkeit der Frau, aber der Hund ist gut versorgt“, betont auch Salur. Den Hund während der Abwesenheit seines Herrchens ins Tierheim zu geben, das hat Salur einfach nicht übers Herz gebracht. „Schließlich habe ich das Tier schon als Welpe gekannt.“ Die langjährige Bekanntschaft ist auch das entscheidende Kriterium, um den ausgewachsenen und kräftigen Rottweiler überhaupt versorgen zu können, denn bei dem Tier handelt es sich um einen Wachhund. Ruhland dazu: „Der macht seine Sache gut, ich hätte ihn gar nicht mitnehmen können, weil ich nicht an ihn herangekommen wäre.“

Auch wenn es in diesem Fall ein falscher Alarm war, habe die besorgte Tierfreundin alles richtig gemacht, betont Ruhland. Polizei und Veterinäramt seien die richtigen Ansprechpartner, wenn ein Tier in Not sei oder der Verdacht auf Tierquälerei bestehe. Gerade bei kniffligen Situationen, bei denen beispielsweise ein Hund aus einem überhitzten Auto befreit werden müsse, sollten Tierfreunde nie auf eigene Faust aktiv werden, rät die Illingerin von Alleingängen ab. „Das gibt schnell Probleme und kann unter Umständen mit einer Anzeige enden.“ Generell bestätigt die Chefin des Gnadenhofs, dass Haustiere besonders in den großen Ferien häufiger im Stich gelassen werden.

„Urlaubszeit ist für uns Tierschützer immer Horrorzeit“, stellt Ruhland fest, die schon viel erlebt hat. Neben dem Aussetzen von Tieren komme es auch vor, dass ein Haustier, das die Urlaubsfahrt behindere, in der Mülltonne lande. Ruhlands Eindruck: „Manche Menschen legen sich ein Tier wie ein Schmuckstück an und legen es entsprechend schnell wieder ab.“

Wer kümmert sich um mein Haustier, wenn ich im Urlaub bin oder wenn ich überraschend weg muss, beispielsweise ins Krankenhaus ? Diese Frage müsse jeder Tierhalter beantworten können, so Ruhland, die empfiehlt, sich frühzeitig Gedanken zu machen, egal ob eine Tierpension, der Nachbar oder Verwandte einspringen.

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