Rasenpflege lässt auf sich warten

Erstellt: 29. März 2012, 23:30 Uhr
Rasenpflege lässt auf sich warten Sogar die Schiedsrichter laufen neuerdings vorsichtig, weil regelrechte Furchen den Knittlinger Fußballplatz durchziehen. Foto: Eigner

Die Saison des FV Knittlingen läuft prächtig, auch nach dem Weggang von Topstürmer Ufuk Kocaoglu. Umso weniger hat der Tabellenzweite der Kreisklass A1 Lust, am Sonntag über dieTG Stein zu stolpern. Wobei Stein nicht das einzige ist, worüber die FVK-Fußballer derzeit stolpern könnten.

Von Steffen-Michael Eigner

Knittlingen. Staubtrocken, knochenhart und vor allem uneben präsentiert sich der Knittlinger Fußballplatz. „Unser Rasen ist mehr eine Wiese und eigentlich gar nicht bespielbar“, macht sich FVK-Trainer Eberhard Braun Sorgen. Regelrechte Furchen durchziehen das Spielfeld, mancher Grasbüschel entpuppt sich als Hügel oder verbirgt gar ein Loch. Beim Heimspiel gegen Niefern II am vergangenen Wochenende wollte sogar der Schiedsrichter nicht mehr richtig mitlaufen, weil er fürchtete, umzuknicken und sich zu verletzen. „Zum Glück hat Niefern sehr fair gespielt“, atmet Braun auf. Die Verletzungsgefahr ist das eine, das verzerrte Spiel das andere. „Auf diesem Platz springt der Ball, wohin er will. Und für das Publikum sieht das peinlich aus“, sagt Eberhard Braun.

„Es ist ein Fußballplatz, deshalbhat der Fußballverein Vorrang“

Als Mitarbeiter des Gemeindebauhofs dieser Tage die westlich ans Spielfeld angrenzende Grasfläche mit einem Vertikutiergerät auflockerten, fragten Vereinsverantwortliche spontan, ob man das nicht auch mit dem Hauptspielfeld machen könne. Doch ob das wie versprochen noch diese Woche klappt, ist mittlerweile fraglich. „Der Vertikutierer ist am Mittwoch kaputtgegangen. Das Ersatzteil ist aber bestellt“, sagt Bauamtsleiter Volker Just, der trotzdem hofft, dass die Arbeiten noch heute vonstatten gehen können. Für diesen Sommer stellt Just eine umfangreiche Sanierung des Rasens in Aussicht, wie sie alle drei bis vier Jahre vorgenommen werde. Dabei werde Sand in den Untergrund eingearbeitet, wodurch die Fläche insgesamt glatter und weicher werde.

Das Problem: Der Rasen muss danach etwa zwei Wochen ruhen, und eine Sommerpause gibt es eigentlich nicht. Mitte Juli dürften die Bundesjugendspiele anstehen, vermutet der Bauamtsleiter. Und wenn Ende Juli die Sommerferien beginnen und deshalb kein Schulsport mehr stattfinde, wollen die Fußballer eigentlich schon wieder mit dem Training starten. Denn bereits am 19. und 26. August sollen die Punktspiele in Kreisliga und Kreisklassen beginnen. Die erste Runde im Kreispokal ist sogar schon für den 12. August vorgesehen. Wann der Rasen saniert werden soll, ist deshalb ungewiss. Volker Just stellt jedoch klar: „Letztendlich ist es ein Fußballplatz, deshalb hat der Fußballverein Vorrang.“

Hügel hin, Löcher her – der FV Knittlingen muss sich jetzt mit der TG Stein befassen, die anders als in den Vorjahren nicht gegen den Abstieg spielt. Dank personeller Verstärkungen ist die TG heuer im Vorderfeld der Liga zu finden. „Das ist eine taktisch gut ausgerichtete Mannschaft“, sagt FVK-Trainer Braun über den Tabellenfünften. In seinem Kopf rattert es längst. „Seit dem Rückrundenstart werden unsere guten Spieler wie Fabian Neugebauer und Maximilian Herczog zunehmend manngedeckt. Da muss ich mir was überlegen, wie ich dem begegne.“

Motivation dürfte die Mannschaft auch aus der 2:4-Niederlage im Hinspiel ziehen. „Dort sind wir etwas überheblich aufgetreten. Jetzt wollen wir die Scharte auswetzen und zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war“, kündigt Braun an. Den zweiten Platz in der Tabelle will Knittlingen mit aller Macht verteidigen, um an der Aufstiegsrelegation teilzunehmen. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die SG Ölbronn-Dürrn als nächsten Verfolger. „Mit der Tordifferenz sind es sogar sieben Punkte“, verweist Eberhard Braun auf das Trefferkonto. Der Unterschied ist in der Tat gewaltig: Der Knittlinger Saldo ist mit 58 Treffern im Plus (75:17), die Tordifferenz von Ölbronn-Dürrn beträgt nur plus 15 Treffer (39:24). Die Tatsache, dass der Konkurrent um Platz zwei etliche Siege nur mit knappen Resultaten eingefahren hat, bestärkt den Knittlinger Trainer in der Hoffnung, dass Ölbronn-Dürrn auch mal Punkte liegenlässt. Entscheidend dürften am Ende die direkten Duelle gegen den Tabellenführer Zaisersweiher am 22. April und in Ölbronn-Dürrn am 20. Mai sein. „Unsere Endspiele“, sagt Braun, „Da freue ich mich schon sehr drauf.“

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