Rasante Manöver bei brütender Hitze

Erstellt: 27. Juni 2006, 00:00 Uhr
Rasante Manöver bei brütender Hitze Schnell fahren, ohne zu schleudern: die Rennsportler sind auf der 800-Meter-Strecke im Industriegebiet mit heißen Reifen unterwegs. Fotos: Stahlfeld

Trotz 50 Grad im Cockpit und Fußball-WM: Automobilslalom in den „Waldäckern“ mit Starter-Rekord

Einen heißen Reifen haben am Sonntag bei glühender Hitze die Teilnehmer beim ADAC Automobilslalom im Industriegebiet „Waldäcker“ in Mühlacker gefahren. Mit 121 Startern hatte der Gastgeber MSC Mühlacker bei der 23. Auflage einen „absoluten Rekord“ verzeichnen können. Der von Sportleiter Michael Thäter aufgebaute attraktive Kurs kam offenbar bestens an.

VON ULRIKE STAHLFELD

Thäter, in seiner Klasse dreimal Deutscher Meister im Automobilslalom, weiß worauf es ankommt: „Schön, schnell und ohne Hacken“, zählte der Sportleiter die Kriterien auf, die einen guten Kurs ausmachen. Er hatte die 800-Meter-Strecke im Industriegebiet Waldäcker konzipiert. Dort röhrten am Sonntag trotz Fußball und glühender Hitze die Motoren. „Des send halt Motorsportler. Wenn se fahre wollet, isch ihne der Fußball egal“, sagte Uwe Oechsler vom MSC Mühlacker. An die 50 Grad, so schätzte er, herrschten im Cockpit der Fahrer.

 Doch nicht nur die Fahrer selbst hatten mit der Hitze zu kämpfen. Auch ihre Fahrzeuge mussten entsprechend präpariert werden. „Heute wird eine härtere Mischung gefahren“, so Oechsler über die Bereifung. Bei hoher Luft- und Asphalttemperatur schmiere sonst der Reifen, sprich: das Auto rutsche schneller weg. Während am morgen noch angenehme Temperaturen herrschten, war vor allem am Nachmittag von den Fahrern volle Konzentration gefordert, als sie vom Start in der von Nähe von Zimmermann Gommel in Richtung Illingen bis zum Verkehrsteiler Gas gaben. Die anspruchsvolle Spitzkehre war nicht Jedermanns Sache. MSC-Vorsitzender Karl Schlegel: „Manche kommen damit nicht klar.“ Man müsse zur rechten Zeit eben auch langsam fahren können.

 Den großen Zuspruch, den der MSC verbuchen konnte, führte Schlegel einerseits auf den attraktiven Kurs zurück: „Der Michael steckte einen extrem guten Kurs.“ Andererseits werde der Slalom nach einer Flaute wieder besser angenommen.
 Nicht zuletzt trage der Corsa-Cup als Nachwuchsklasse dazu bei, dass verstärkt junge Fahrer nachrückten. Beim ADAC Slalom-Cup können Jugendliche ab 16 Jahren mitmachen. 52 Nachwuchsfahrer nutzten diese Möglichkeit. Darunter Yannic Althans vom MSC Mühlacker.

 Marc Menning (MSC Weinsberg) hieß der Sieger in der Klasse 1 und 2 (Leistungsgewicht bis 11 kg/kW). Marc Hagemeier (AC Versmold) hatte in Klasse 3 (11-13kg/kW) die Nase vorn. Gleich mehrere Fahrer vom MSC Mühlacker mischten in Klasse 5 (15-18kg/kW) mit. Michael Thäter war nach zwei Läufen Schnellster. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten Heiko und Karl Schlegel. In Klasse 24 und 25 (Hubraum bis 2000 ccm) siegte Marcel Rupp aus Beilstein. Steffen Thäter (MSC) wurde Dritter. Peter Walter und Sonja Oechsler als weitere Mühlacker Fahrer kamen auf die Ränge acht und neun. Sonja Oechsler wurde damit in der Damenwertung Vierte.

 Um gleichmäßiges Fahren ging es beim Slalom für die Youngtimer und Oldtimer. Mit einer Differenz von 14-hundertsel meisterte Werner Meller (MSC Mühlacker) die beiden Durchgänge. Damit fuhr der Maulbronner in Klasse 14 (Baujahr 1976 bis 1986) mit seinem Opel Kadett C Rallye auf Rang eins. Auf Platz fünf folgte Clubkamerad Karl Schlegel mit seinem Opel Kadett C Coupé. Heiko Schlegel wurde Achter. Vor 1976 waren die Fahrzeuge in Klasse 15 gebaut worden. Hier fuhr Lutz Frank aus Mühlacker mit seinem VW Käfer 1302 zwei fast zeitgleiche Läufe.

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