Räte haben Appetit auf Informationen

Erstellt: 30. Juni 2010, 00:00 Uhr
Räte haben Appetit auf Informationen Bildung löffelweise – damit werden Schüler generell gefüttert. Ob an der Faust-Schule bald nicht nur Nahrung für den Geist geboten wird? Ein Konzept soll die Möglichkeiten aufzeigen. Foto: Becker

Nachmittagsbetreuung an der Faust-Schule: Konzept soll verschiedene Möglichkeiten gegenüberstellen

Betreuung über den eigentlichen Unterricht hinaus macht Schule – bald womöglich auch in Knittlingen. Der Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderats hat sich gestern mit dem Thema befasst, jedoch noch keine konkreten Vorschläge festgezurrt.

Von Carolin Becker

Knittlingen. Modelle gebe es einige, die von einem Mittagessensangebot über eine Nachmittagsbetreuung bis zur Ganztagsschule reichten, war der Sitzungsvorlage zu entnehmen, die aber keinen Beschlussvorschlag enthielt. „Gibt es schon Vorbereitungen von Seiten der Stadtverwaltung?“, fragte Tanja Simon-Rüßmann (Parteilose Wählervereinigung). „Sie sollten sagen, was Sie möchten, Sie haben den Antrag gestellt“, spielte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp zunächst den Ball all jenen Räten zu, die im Vorfeld beantragt hatten, den Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen.

 „Wir wollen über das Thema diskutieren“, betonte Martin Reinhardt (CDU), der vorschlug, sich die Umsetzung an anderen Schulen anzuschauen, und eine Zahl in den Raum stellte: Etwa 100000 bis 120000 Euro für den Einbau einer Mensa stellten immer noch eine eher „kleine Lösung“ dar. Die SPD-Fraktion hatte ein Planungsbeispiel für eine Mensa im alten Zeichensaal vorgelegt und die Gesamtkosten auf knapp 100000 Euro geschätzt.

 Doch auch andere Summen geisterten durch den Sitzungssaal. Nicht nur Evelyne Teschner-Klug (Alternative Liste) machte dabei deutlich, dass noch großer Informationsbedarf bestehe. Offenbar gebe es an der Schule bereits Planungen, doch seien diese noch nicht richtig im Gemeinderat angekommen. Ein Mittagessen könne möglicherweise schon im kommenden Schuljahr mit relativ wenig Aufwand angeboten werden, gab Agustin Gastanazagogeascoa (CDU) seinen Kenntnisstand wieder.

 Der Sitzungsvorlage war eine Umfrage beigefügt, die an der Schule durchgeführt worden war. Bedarf an einer Nachmittagsbetreuung bis 15 Uhr meldeten gut neun Prozent der Eltern an. 77,68 Prozent gaben an, kein Betreuungsangebot für ihre Kinder zu benötigen. Ein Mittagessen zum Selbstkostenpreis würden gut 26 Prozent der Befragten in Anspruch nehmen, wobei 30 Eltern nur dann auf die eventuelle Neuerung zurückkommen würden, wenn ihre Sprösslinge Nachmittagsunterricht haben. Ob letztlich das Interesse an einer Ganztagsschule groß genug sei, müsse im ländlich strukturierten Raum gründlich geprüft werden, forderte Agustin Gastanazagogeascoa: „Wir brauchen verlässliche Zahlen.“ Gisela Dannecker von der SPD-Fraktion warb dafür, das Thema schrittweise anzugehen. Die Einrichtung einer nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung durch qualifizierte Kräfte könne eine erste Etappe darstellen.

 Am Beginn des Wegs soll nun zunächst ein gemeinsam mit der Schulleitung erarbeitetes Konzept stehen. „Wir brauchen die Zahlen und Fakten auf dem Tisch“, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Die verschiedenen Möglichkeiten würden gegenübergestellt, kündigte er für die künftigen Beratungen an.

Weiterlesen
Für 40 Stunden Sport fehlt die Halle

Für 40 Stunden Sport fehlt die Halle

Mühlacker. In einer Sondersitzung will sich der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am Montag nochmals mit dem Bedarf an einer neuen Sporthalle beschäftigen. Nach einer Umfrage des Amtes für Bildung und Kultur… »