Radikal persönlich

Erstellt: 24. Oktober 2008, 00:00 Uhr
Radikal persönlich Künstlerin Irmtraud Würth (v.l.) mit Roland Hübner und Susanne Jansen, der Regionaldirektorin der Enzkreis-Kliniken. Foto: Stahlfeld

Ausstellung mit Bildern von Irmtraud Würth im Krankenhaus

Der Mensch lebt aus seinen Beziehungen. Auf den Bildern von Irmtraud Würth sind deshalb meist mehrere Personen zu sehen. Seit Mittwoch stellt die Pforzheimerin in der Eingangshalle des Mühlacker Krankenhauses aus.

 „Menschen und ihre Umgebung“ hat Irmtraud Würth ihre bereits dritte Ausstellung im Krankenhaus von Mühlacker genannt. Bis Ende November zeigt die Künstlerin 43 Arbeiten, in denen sie sich vornehmlich mit dem Menschsein auseinander setzt. „Es sind Bilder, die aus mir rauskommen“, sagte die gelernte Email-Malerin. Sie plane nicht und zeichne auch nicht vor. „Sie malt, was gemalt werden muss, weil es sich aufdrängt“, fasste Dr. Isabel Greschat diese Unmittelbarkeit in ihrer Einführungsrede in Worte.

 „Die Bilder lassen Fragen offen, sie vermitteln Stimmungen oder Gefühle“, erklärte die Kulturreferentin der Stadt Pforzheim. So bleibe offen, ob ein Paar in inniger Umarmung nun Schutz und Nähe oder Enge und Übermacht symbolisiere. Geschlechtlichkeit hat die 1944 in Bauschlott geborene Künstlerin in ihren Bildern oft nur angedeutet. Gesichter fehlen ganz. Dr. Isabel Greschat: „Man vermisst Hände und Füße.“ Es handle sich um Allegorien. Die Bilder erzählten von Beziehungszuständen. Immer wieder sei eine Überfigur zu sehen. Und wieder stelle sich die Frage, welche Rolle sie einnehme: Stärkung oder Einschränkung? Dr. Isabel Greschat: „Es geht um Macht.“ Die Künstlerin male mit bewusst eingesetzten Farben Gefühlswelten. „Es sind radikal persönliche Bilder“, so die Kunsthistorikerin. Irmtraud Würth arbeite mit Ernsthaftigkeit an ihren Bildern. Jedes sei ein Teil ihrer Geschichte. Es handle sich zugleich um stille Bilder, die sich nicht aufdrängten.

 „Man muss sich auf sie einlassen“, forderte Dr. Isabel Greschat die Gäste der Vernissage auf, die zuvor von Roland Hübner, Dezernent für Bildung und Kultur im Landratsamt Enzkreis, begrüßt worden waren.

 Die Menschenbilder von Irmtraud Würth tragen keine Titel. Sie sind lediglich nummeriert und lassen so dem Betrachter freie Hand. Doch Irmtraud Würth malt auch Landschaften, etwas abseits hängen ihre Eindrücke von Lanzarote. Farblich entfremdet erscheint der Blick auf den Bodensee – mehr als nur eine Momentaufnahme. „Das könnte meine zukünftige Richtung sein“, deutete sie an, wohin ihr künstlerischer Weg führt.

Ulrike Stahlfeld

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