Punkteteilung nach giftiger Partie

Erstellt: 3. Oktober 2011, 23:00 Uhr
Punkteteilung nach giftiger Partie Viele Fouls und Nickligkeiten prägen vor allem die zweite Halbzeit zwischen Enzberg (blaue Trikots) und Ölbronn-Dürrn. Foto: Eigner

Mühlacker-Enzberg. Nach verhaltenen Anfangsminuten bekommen die Zuschauer in Enzberg eine temporeiche Partie zu sehen, deren Torreigen Jan-Manuel Hanselmann mit einem Flachschuss für die Gastgeber eröffnet (18.). Quasi im direkten Gegenzug kommt Ölbronn-Dürrn zum etwas glücklichen Ausgleich: Der Ball von Marcel Süßer wird noch abgefälscht: 1:1 (19.). Zu diesem Zeitpunkt bieten die Abwehrreihen beiderseits Lücken, was etliche Torraumszenen zur Folge hat. Eine davon nutzt Oliver Rolle zur neuerlichen Viktoria-Führung. Sein Schuss aus etwa zehn Metern ist zwar alles andere als scharf, dafür platziert: 2:1 (30.). Bis zur Pause vergibt Rolle zwei weitere Gelegenheiten (38./40.), auch Kadir Kara scheitert für die Gastgeber (42.). Auf der Gegenseite trifft Timo Hohmann nur das Außennetz (43.).

Nach dem Seitenwechsel wird die Partie zunehmend ruppig, auch weil Schiedsrichter Denis Muratcehajic aus Niefern nicht frühzeitig konsequenter mit gelben Karten Einhalt gebietet. Auch andere Entscheidungen des Referees stoßen auf Unverständnis: „Bei Querpässen pfeift der Abseits“, regt sich SG-Trainer Ulli Stengel auf. Einmal bleibt der Abseitspfiff jedoch aus, obwohl die Enzberger sichtlich darauf warten. Stattdessen kickt Florian Breit den Ball ins Netz: 2:2 (52.). Doch abermals hält der Ausgleich nicht lange.

Vier Minuten später schließt Kadir Kara einen sehenswerten Angriff nach Vorarbeit von Sandro Zundel zum 3:2 ab. Karas 18-Meter-Direktabnahme flutscht irgendwie unter SG-Keeper Leicht hindurch. Mit einem Sonntagsschuss von der Seitenlinie erhöht Halit Arkat gar auf 4:2. Aus rund 40 Metern senkt sich die Bogenlampe hinter Leicht genau in den Winkel (63.).

Es ist eine Spielphase, in der sich beide Seiten etliche versteckte Fouls erlauben, sich gegenseitig anpflaumen, piesacken und provozieren. Doch noch immer bleibt der Referee bei seiner weichen Linie, zückt nicht einmal Gelb, als Jan Brodbeck hart einsteigt (65.). „Das ist eigentlich glatt Rot“, findet sogar ein SG-Fan, und Trainer Ulli Stengel pflichtet später bei: „Das hätten leicht drei Wochen Pause sein können.“ Deshalb nimmt der SG-Coach den Sünder auch umgehend vom Feld, bringt stattdessen Tim Baum in die Partie (67.). Der Eingewechselte sieht jedoch alsbald Gelb und später in der 80. Minute wegen Meckerns sogar Gelb-Rot. „Mein Gott, ist das schlecht“, soll Baum gemault haben, was der Unparteiische auf sich gemünzt sieht und entsprechend ahndet.

Zuvor hat Sandro Zundel die große Chance zur 5:2-Führung der Viktoria verpasst, weil Jens Leicht glänzend pariert (76.). Stattdessen trifft Andreas Seifert mit Anlauf aus 20 Metern zum 4:3 (77.). Einen weiteren Treffer der Gäste durch Marcel Süßer lässt der Referee wegen Abseits nicht gelten (78.) – eine zumindest fragliche Entscheidung.

Als dann Tim Baum die bereits erwähnte Ampelkarte sieht, stellt Enzberg seinen Vorwärtsfußball vollends ein. Ölbronn drängt zu zehnt und quittiert Enzbergs Passivität mit dem späten Ausgleichstreffer durch Florian Breit, der von der Strafraumgrenze zum 4:4 trifft. Erst jetzt raffen sich die Gastgeber noch einmal auf, haben mit einem Lattentreffer von Sandro Zundel in der Nachspielzeit allerdings Pech.

„Willen und Einsatz haben gestimmt“, lobt SG-Trainer Ulli Stengel seine Mannschaft für den knappen Punktgewinn. Viktoria-Trainer Sascha John trauert derweil den verlorenen Punkten nach, obwohl er findet: „Das Unentschieden ist leistungsgerecht.“ Außerdem nimmt John den Schiedsrichter in Schutz: „Es war ein hektisches Spiel und schwierig zu pfeifen.“

Tore: 1:0 Jan-Manuel Hanselmann (18.), 1:1 Marcel Süßer (19.), 2:1 Oliver Rolle (30.), 2:2 Florian Breit (52.), 3:2 Kadir Kara (56.), 4:2 Halit Arkat (63.), 4:3 Andreas Seifert (77.), 4:4 Florian Breit (88.)

Gelb-Rot: Tim Baum (80./Ölbronn-Dürrn)

Viktoria Enzberg: Voges – Balik, Kraft, Rolle, Hanselmann, John, Arkat, Fischer (46. Zundel), Yildirim (76. Kraft), Stotz, Kara (69. Combe)

SG Ölbronn-Dürrn: Leicht – Hahnke, Frey, Seifert, Patti, Schneider, Süßer (82. La Quatra), Breit, Briem, Brodbeck (67. Baum), Hohmann

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