Probleme bei Kirchenrenovierung

Erstellt: 29. August 2006, 00:00 Uhr
Probleme bei Kirchenrenovierung Stefan Mäule (r.) und Marek Zawadski. Foto: Filitz

Fertigstellungstermin kann wahrscheinlich nicht eingehalten werden – Feuchtigkeit gefährdet Orgel.

Mühlacker-Lomersheim – Mit den Eigenleistungen durfte begonnen werden, ansonsten mussten alle Arbeiten zur Renovierung der Lomersheimer Kirche warten, bis grünes Licht aus Stuttgart kam. Dies hat sich bis vor kurzem hingezogen. Und jetzt bringen die Handwerkerferien den Terminplan durcheinander. Der vorgesehene Fertigstellungstermin, Weihnachten 2006, kann wohl nicht gehalten werden.

VON EVA FILITZ

Wenn einmal Handwerker eingezogen sind, wird auch das schönste Gotteshaus zur profanen Baustelle. Die Petruskirche ist zurzeit eine und bietet ein trauriges Bild: der Putz teilweise abgeschlagen, die Fensterleibungen bis auf den Sandstein freigelegt, äußerst marode Elektroleitungen hängen an allen Wänden, im Fußboden ein paar quadratische Öffnungen, um festzustellen, wie die Feuchtigkeit sich ausbreiten konnte. Die Arbeiten der Freiwilligen-Truppe sind vorläufig beendet, weil noch nicht genau definiert ist, was noch wo abgeschlagen werden muss. Und der Architekt ist im Urlaub. Die Firma Mäule&Krusch aus Ludwigsburg, Restaurator für bemalte Oberflächen, ist mit zwei Mann dabei, an der gesamten Kirchendecke die alte dampfundurchlässige Farbe zu entfernen. Diese Farbe haftet hartnäckig und muss Zentimeter für Zentimeter mit einem Handspachtel abgetragen werden. Vorgeweicht wird der alte Anstrich mit Heißdampf. Haarrisse können überstrichen werden, breitere Risse müssen vor dem nächsten Farbauftrag sorgsam ausgekratzt und verspachtelt werden.

 Der neue Anstrich wird abwaschbar sein, was die nächste Renovierung wesentlich erleichtern dürfte. Über die gesamte Fläche des Kirchenraumes wurde mit Gerüsten eine stabile „Zwischendecke“ errichtet, die als sichere Arbeitsbühne für die Restauratoren dient. „Genau lässt sich nicht sagen, wie lange wir brauchen“, erklärt Stefan Mäule. Die Farbe habe eine unterschiedlich feste Haftung, man komme nur langsam voran. An den Wänden gebe es Probleme mit dem Putz, erklärt Mäule weiter. Bis zu vier Schichten aus unterschiedlichen Materialien lägen übereinander.

 „Unseren Vorschlag für den Bodenbelag hat das Denkmalschutzamt abgelehnt“, informierte Helga Gräßle, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, am Sonntag nach dem Gottesdienst interessierte Gemeindemitglieder auf „der Baustelle“. Ehe nun entschieden wird, was der alten Kirche am ehesten entspricht, werde wohl wieder einige Zeit vergehen. Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub müsse der Architekt nach neuen Lösungen suchen. Der Erneuerung der gesamten Elektroinstallation stünde nichts im Wege. Man müsse sich wundern, dass noch nichts passiert sei.

 Im Kirchenboden wurden an drei Stellen quadratische Löcher auf 40 mal 40 Zentimeter ausgehoben, um einen Einblick in den Bodenaufbau zu bekommen und, so hofft man, die Ursachen für Feuchtigkeit und Fäulnis feststellen zu können. Große Sorgen machen sich die Verantwortlichen auch um die Orgel, deren bisheriger Standort im „Einzugsgebiet“ der Bodendurchfeuchtung liegt. An dem bisherigen Platz ist das Instrument auf Dauer gefährdet. Wenn die Orgel erhalten bleiben solle, müsse man wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit nach einer dauerhaften Lösung suchen, hieß es im kleinen Kreis.

 „Nicht nur die Zeit, auch die Kosten könnten uns davonlaufen“, befürchtet Karin Aichele, Schatzmeisterin der Kirchengemeinde. Sie werde jetzt schnellstens auf einen Terminplan drängen. Überlegungen werden angestellt, ob Weihnachten nicht doch in der Kirche gefeiert werden kann, auch wenn die Arbeiten noch nicht abgeschlossen seien. Es könnte sogar ein ganz besonderes Fest werden.

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