Prestigeduell unter Freundinnen

Erstellt: 27. November 2008, 00:00 Uhr
Prestigeduell unter Freundinnen Die Lienzinger Volleyballdamen baggern leidenschaftlich um die Meisterschaft – nur aufsteigen wollen sie nicht so recht. Foto: Gössele

Volleyball A-Klasse: Tabellenführer TV Lienzingen erwartet den TSV Ölbronn zum Lokalderby

Mühlacker – Nachdem die Volleyballdamen des TV Lienzingen in der vergangenen Saison freiwillig aus der Bezirksliga abgestiegen sind, kommt es nun am Samstag in der A-Klasse 2 Nord zum Lokalderby gegen den TSV Ölbronn. Auch vom Tabellenstand her ein interessanter Vergleich.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Der TV Lienzingen führt zwar mit 8:0 Punkten aus vier Matches die Liga an, doch der viertplatzierte TSV Ölbronn könnte zumindest nach Pluspunkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. 6:4 Zähler stehen für die Ölbronnerinnen aus allerdings schon fünf absolvierten Matches zu Buche. Noch enger beisammen sind Lienzingen und Ölbronn in punkto Satzbilanz: Mit 12:6 haben die TVL-Damen in dieser Saison sogar bislang einen Durchgang weniger gewonnen als die Ölbronnerinnen, allerdings auch einen weniger verloren: 13:7 weist das Satzkonto des TSV aus.

Gegen Lienzingen ist anders als gegen Remshalden

Die Bilanz der direkten Vergleiche spricht für den TV Lienzingen. „Die liegen uns irgendwie nicht besonders“, räumt Sabine Wilhelm, die Volleyball-Abteilungsleiterin des TSV Ölbronn, ein. Ein Prestigeduell unter Freunden sei das Nachbarschaftsderby allemal. Anders eben, als gegen Remshalden oder Fellbach II zu spielen, die Ölbronn am vergangenen Wochenende deutlich mit 3:0 und mit 3:1 besiegt hat. „Die Spielerinnen aus Lienzingen kennen wir teilweise… ja, man könnte sagen seit Jahrzehnten“, so Wilhelm, die selbst in der Mannschaft auf dem Feld steht. „Wir sind motiviert und wollen gewinnen.“

 Gelänge dies, würde sich Ölbronn sogar in Richtung Tabellenspitze orientieren, wäre punktgleich mit dem Tabellendritten SG Münchingen-Stuttgart (8:4) und säße dem Zweiten VG Bietigheim (8:2) bereits im Nacken. Sowohl Münchingen als auch Bietigheim sind am kommenden Wochenende spielfrei. „Der Aufstieg ist allerdings nicht unser primäres Ziel. Sollte es aber am Ende der Saison wider Erwarten dazu kommen, würden wir das natürlich gerne mitnehmen“, sagt Wilhelm.

 Schlimmstenfalls, aus Sicht der Lienzingerinnen, könnte Ölbronn am Samstag sogar an ihnen vorbeiziehen. Dann nämlich, wenn der TVL beide Heimmatches am kommenden Samstag –  um 14 Uhr gegen Ölbronn, anschließend gegen die TSG Backnang II – verlöre. Beide Teams wären dann punktgleich, Ölbronn hätte die bessere Satzbilanz, die sieggleiche VG Bietigheim übernähme dank einer Niederlage weniger kampflos die Spitze. Angesichts des vorletzten Tabellenplatzes von Backnang II mit nur einem Sieg aus fünf Matches und 4:12 Sätzen erscheint dieses Szenario recht unwahrscheinlich.

 „Im Volleyball sind Überraschungen eher selten“, weiß auch Jürgen Held, der Trainer der Lienzinger Damen aus langjähriger Erfahrung. Trotzdem muss auch gegen Ölbronn und Backnang erst noch gewonnen werden: „Die Ölbronnerinnen werden sich reinhängen“, prophezeit er. „Ein Derby ist immer brisant.“

 So brisant, dass Hartmut Aisenbrey am Samstag im Dilemma zwischen Vereinstreue und geradem Haussegen steckt. Drückt er nun seinem Verein TSV Ölbronn die Daumen, für den er selbst in der A-Klasse der Herren pritscht und baggert? Oder hält er lieber zu seiner Frau Doris, die in den Reihen der Lienzingerinnen den Volleyball schlägt?

Lange Auswärtsfahrten in der Bezirksliga ein Zeitproblem

Der TV Lienzingen will die Tabellenspitze natürlich halten. Das Saisonziel heißt Meisterschaft – aber: „Nicht unbedingt Wiederaufstieg“, wie Trainer Held verrät: „Unsere Entscheidung ist noch nicht endgültig gefallen. Aber wir überlegen tatsächlich, im Falle der Meisterschaft auf den Aufstieg in die Bezirksliga zu verzichten.“

 Dort hatte Lienzingen in der vergangenen Saison gespielt, auf Platz sechs den Klassenerhalt geschafft und dann freiwillig den Abstieg in die A-Klasse angetreten. „Die Bezirksliga ist ein Riesenaufwand. Da musst du zu Auswärtsspielen bis ins Hohenlohe nach Creglingen, Tauberbischofsheim, Weikersheim. Da ist jedesmal ein ganzer Tag futsch, für Familienmütter mit kleinen Kindern auf Dauer nicht leistbar“, begründet Held. „Aber schaun mer mal.“

 Das Match des TV Lienzingen gegen den TSV Ölbronn in der Turnhalle der Mörike-Realschule in Mühlacker beginnt am kommenden Samstag um 14 Uhr. Für Ölbronn ist es das einzige Match des Tages. Die zweite Begegnung zwischen Lienzingen und der TSG Backnang II wird im Anschluss daran ausgetragen. Spielbeginn ist voraussichtlich gegen 15 Uhr.

Weiterlesen
Jugendamt kritisiert Billigalkohol

Jugendamt kritisiert Billigalkohol

SFG-Vorsitzender: Alterskontrollen durchgeführt – Geplanter Rabatz? – Deutsche und ausländische Rowdys Wiernsheim – Drinnen Party, draußen Prügel: Die Schlägereien im Umfeld einer Veranstaltung im Wiernsheimer Bürgersaal ziehen weitere Kreise. Der… »