Polizei setzt auf Drogenprävention

Erstellt: 27. September 2012, 23:30 Uhr

Von Frank Goertz

Illingen. Dass Polizeistatistiken im Bereich der Rauschgiftkriminalität ein verzerrtes Bild liefern können, weiß niemand besser als Torsten Berg, Leiter des Polizeipostens Illingen. Schließlich hat der Kriminalhauptkommissar jahrelang bei der Drogenfahndung gearbeitet und weiß, dass die Intensität der Ermittlungsarbeit mit der Anzahl der aufgedeckten Delikte korrespondiert. Insofern wollte er bei der Vorstellung der Illinger Kriminalstatistik für das vergangene Jahr dem Rückgang bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 66 Prozent auf nur noch drei Fälle auch keine allzu große Bedeutung beimessen. „Wir müssen hier von einer hohen Dunkelziffer ausgehen“, sagte Berg und kündigte gleichzeitig an: „Wir werden in Zukunft großen Wert auf Drogenprävention legen.“ Auch der Runde Tisch „Sicheres Illingen“ soll weitergeführt werden.

Dabei sei im Grunde genommen der Name „Sicheres Illingen“ durchaus zutreffend. Denn entgegen dem Trend im Enzkreis, wo 2011 die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent gestiegen ist, verzeichnet Illingen einen Rückgang von 221 Straftaten auf nunmehr 209 Delikte. Davon konnten 94 aufgeklärt werden. Offen seien allerdings drei Gewaltdelikte, bei denen die Polizei bislang sonst eine überdurchschnittliche Aufklärungsquote hatte. Dazu gehört auch der brutale Raub auf den Edeka-Markt am 3.September 2011. „Die Kripo Mühlacker führt hier die Ermittlungen. Momentan gibt es keine neuen Erkenntnisse“, berichtete Berg.

Ein undankbares Aufgabengebiet für die Ermittler bleiben weiterhin die Wohnungseinbrüche, bei denen seit 2003 nur ein einziger Fall in Illingen aufgeklärt werden konnte. „Meist handelt es sich um reisende Täter aus Südost-Europa oder um Einbrecher, die über die französische Grenze zu uns kommen und nach ihren Beutezügen ruck, zuck wieder verschwinden“, weiß Berg. „Das macht die Ermittlungsarbeit ungemein schwierig.“ So bleiben denn auch vorerst die sieben Wohnungseinbrüche im Jahr 2011 in Illingen unaufgeklärt. 2010 registrierte die Polizei drei Einbrüche, 2009 waren es neun Fälle.

Insgesamt 87 Straftäter sind der Polizei im vergangenen Jahr in Illingen ins Netz gegangen, darunter zehn Jugendliche. 71 Täter haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 16 kommen aus dem Ausland.

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