Polizei fasst mehrere Rauschgifthändler

Erstellt: 14. Januar 2011, 00:00 Uhr
Polizei fasst mehrere Rauschgifthändler Das Foto zeigt einen Teil des sichergestellten Rauschgifts: Bei den verschiedenen Substanzen handelt es sich um Amphetamine, Ecstasy-Tabletten, Chrystal Speed und Marihuana. Foto: Polizei

Pforzheimer Beamte verbuchen Erfolg im Kampf gegen die Drogenkriminalität – Dealern drohen mehrjährige Haftstrafen

Das Pforzheimer Rauschgiftdezernat hat gestern einen herausragenden Fahndungserfolg bekanntgegeben. Die Ermittler haben verschiedene Betäubungsmittel mit einem Verkaufswert von rund 100000 Euro sichergestellt und gleich mehrere Drogenhändler festnehmen können.

Von Maik Disselhoff

Pforzheim/Enzkreis. Die erfolgreichen Ermittlungen basieren unter anderem auf einem Zufallstreffer. Ende September des vergangenen Jahres erwischte die Autobahnpolizei Walldorf im Rahmen einer Routinekontrolle einen 43-jährigen Drogenkurier aus den Niederlanden mit rund sechs Kilogramm Amphetamin im Gepäck. Von dem Mann führte eine Spur nach Pforzheim. „Bei den Ermittlungen wurde bekannt, dass diese sechs Kilogramm Amphetamin für einen gewissen ,Paul‘ aus dem Pforzheimer Stadtteil Haidach bestimmt waren.“ Wie der Leiter der Polizeidirektion Pforzheim, Burkhard Metzger, gestern im Rahmen einer Pressekonferenz schilderte, konnte das Rauschgiftdezernat der Pforzheimer Kriminalpolizei einen 21-jährigen Russlanddeutschen aus dem Haidach als Abnehmer der Drogenlieferung identifizieren. Mitte Dezember wurde „Paul“ in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Einsatzkommando Karlsruhe festgenommen, nachdem er Drogengelder seiner Abnehmer eingesammelt hatte.

8000 Pillen: Größter Ecstasy-Fund des vergangenen Jahres im Land
 Einem Geständnis des Drogenkuriers zufolge soll der 21-jährige Pforzheimer mindestens vier weitere Rauschgiftlieferungen in Kilogrammbereich erhalten haben. Zu den gehandelten Drogen gehörten Amphetamine, Ecstasy und Marihuana.
 Wie der verantwortliche Pforzheimer Drogenfahnder Roy Rewitzer auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, habe der Mann bei seiner Festnahme keinen Widerstand geleistet. Die Kriminalpolizei, die laut Rewitzer auch mit verdeckten Ermittlern gearbeitet hatte, durchsuchte nach der Verhaftung des 21-Jährigen mehrere Wohnungen im Enzkreis, wobei sie in einer Tiefgarage, die sie dem Pforzheimer Dealer zuordnete, auf einen umfangreichen Betäubunsgmittelvorrat stieß.

 Bei weiteren Zwischenhändlern und Depothaltern, einem 25-Jährigen aus Pforzheim sowie zwei jungen Männern aus Remchingen, 19 und 25 Jahre alt, wurden weitere Beweismittel sichergestellt. Polizeichef Metzger sprach gestern von einem „herausragenden Ermittlungserfolg“ und lobte in diesem Zusammenhang die Fleißarbeit des Rauschgiftdezernats. Insgesamt stellte die Polizei 8000 Ectasy-Tabletten, sieben Kilogramm Amphetamin, ein halbes Kilogramm Marihuana und 160 Gramm sogenanntes Chrystal Speed sicher. Bei dieser Droge handele es sich um ein hochwirksames kristallines Amphetamin, so die Polizei. Auf diese Art von Rauschgift seien die Ermittler in Pforzheim in der Vergangenheit noch nie gestoßen, so Rewitzer gegenüber unserer Zeitung. Überhaupt sei die Menge der beschlagnahmten synthetischen Drogen der größte Fund seit Jahren. Bei den Ecstasy-Tabletten handele es sich um den größten Fund, der im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gemacht worden sei.

 Zusätzlich zu den Drogen stellte die Polizei einen neuwertigen Audi A6 und 7300 Euro sicher, die mit Drogen umgesetzt wurden. Durch die Vernehmung des 19-jährigen Remchingers konnte die Kriminalpolizei noch zwei weitere Pforzheimer im Alter von jeweils 21 Jahren festnehmen, die in Holland Marihuana im Kilobereich organisiert hatten. Dabei arbeiteten sie mit dem 43-jährigen Drogenkurier zusammen. Nachdem sie in ihren Vernehmungen Teilgeständnisse abgelegt hätten, seien die Männer gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß, so Metzger. Auch der 19-jährige Remchinger wurde nach seinen umfangreichen Aussagen wieder aus der Haft entlassen. Aktuell befinden sich in dem Ermittlungsverfahren, das sich noch einige Wochen hinziehen wird, drei Personen in Haft. Der niederländische Drogenkurier wartet im Gefängnis auf seinen Prozess. Gegen ihn führt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe das Verfahren.

 Nach Aussage des Pforzheimer Oberstaatsanwalts Dr. Christoph Reichert erwartet die Haupttäter eine mehrjährige Haftstrafe. Sie würden sich vor Gericht wegen des Handels mit größeren Mengen von Betäubungsmitteln verantworten müssen. Die Anklage solle noch in diesem Halbjahr erfolgen. Wie Reichert gestern weiter mitteilte, seien einige der Beschuldigten aufgrund von Drogendelikten bereits vorbestraft. Der Oberstaatsanwalt wertete den Ermittlungserfolg als Beleg „für die hervorragende Zusammenarbeit der Pforzheimer Staatsanwaltschaft und der Polizei“. Am Gelingen hat auch die Kriminalaußenstelle Bruchsal einen Anteil.

 Wie Fahnder Roy Rewitzer am Rande der Pressekonferenz sagte, hätten die Drogen im Enzkreis und in Pforzheim verkauft werden sollen. Dass die Polizei erstmals auf das hochwirksame Rauschgift Chrystal Speed gestoßen ist, wertet Rewitzer, der bereits seit acht Jahren beim Rauschgiftdezernat arbeitet, als „alarmierend“.

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