Platzeck mit Hörsturz im Krankenhaus

Erstellt: 30. März 2006, 00:00 Uhr
Platzeck mit Hörsturz im Krankenhaus Matthias Platzeck: Ministerpräsident und Parteichef

Berlin – Der 52-jährige Sozialdemokrat wollte ursprünglich heute Abend zusammen mit den Spitzen der Großen Koalition an einem Gespräch über die geplante Gesundheitsreform teilnehmen. Mit dem Hörsturz musste er sich in stationäre ärztliche Behandlung begeben, teilte sein Sprecher in Berlin mit. Platzeck habe am Nachmittag zunächst einen Arzt aufgesucht, der dann die Untersuchung im Krankenhaus veranlasste. Der SPD-Chef werde voraussichtlich die Nacht in der Klinik verbringen, hieß es weiter. Unklar ist, wie schwer der Hörsturz war und wie lange der SPD-Vorsitzende im politischen Tagesgeschäft ausfallen wird

Die Koalitionsspitzen, die am Abend im Kanzleramt zusammenkamen, wollen die Ziele der Reform formulieren und den Fahrplan festlegen. An der Runde nehmen neben Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Fraktionschef Peter Struck, Vizekanzler Franz Müntefering (SPD),  Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sowie CSU-Chef Edmund Stoiber und Landesgruppenchef Peter Ramsauer teilnehmen. Für Platzeck nimmt Generalsekretär Hubertus Heil an der Runde teil, sagte eine  SPD-Sprecherin.

Nicht mit von der Partie ist Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Sie hatte bereits am Montagabend in einer dreistündigen Unterredung mit Merkel die Bausteine einer möglichen Reform erörtert. Über den Inhalt wurde nichts bekannt. Ein Kompromiss soll bis zur Sommerpause stehen, die Neuregelung soll 2007 in Kraft treten. Die Konzepte beider Regierungspartner – Kopfpauschale beziehungsweise Bürgerversicherung – gelten bisher als unvereinbar.

Platzeck hatte Mitte November den SPD-Vorsitz zusätzlich zu seinem Regierungsamt übernommen. Ein Hörsturz gilt in der Medizin als typische Stressfolge und tritt häufiger bei Managern und Politikern auf. Betroffene können plötzlich auf einem Ohr nicht mehr oder nur noch schwer hören. Die direkten Auslöser sind noch nicht vollständig erforscht. Als wahrscheinlich gelten Durchblutungsstörungen des Innenohres. Bei schnellem Therapiebeginn heilt der Hörsturz oft vollkommen aus. Manchmal geht er auch ohne jegliche Therapie zurück.

Prominente „Opfer“ unter den Spitzenpolitikern waren der frühere SPD-Kanzler Helmut Schmidt, der langjährige FDP-Außenminister Hans- Dietrich Genscher oder der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping.

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