Platz fünf wäre das Schreien im Walde

Erstellt: 3. September 2010, 00:00 Uhr
Platz fünf wäre das Schreien im Walde Eine härtere Nuss könnte dem TSV Wiernsheim kaum bevorstehen. Gleich im ersten Spiel stellt sich der erfolgreichste Sturm der letzten Saison an der Lindenstraße vor. Archivfoto: Fotomoment

TSV Wiernsheim erwartet in der A-Liga eine ganz harte Saison – Laut Spielleiter Amann droht sogar der Abstiegskampf

Saisonstart in der Kreisliga A3, und von allen Teams der Region Mühlacker hat der TSV Wiernsheim den schwierigsten Auftaktgegner erwischt. Der Vizemeister VfL Gemmrigheim ist am Sonntag zu Gast. Und ein wenig ist den Wiernsheimern bange – nicht nur vor dem ersten Spiel.

Von Steffen-Michael Eigner

Wiernsheim. „Wir wissen selber nicht, wo wir stehen“, sagt Michael Amann und man merkt dem TSV-Spielleiter schon an, dass er vor dem Saisonstart ein wenig Muffensausen hat: „Wir werden eine ganz harte Saison haben, vor allem durch die Abgänge, die wir nicht kompensieren konnten.“ Qendrim Emini, Michael Hecke, Viktor Günter und Mark Gaan haben die Mannschaft verlassen. Daran hat der TSV Wiernsheim zu knabbern. „Wir müssen dieses Jahr Punkte sammeln, wo immer wir sie kriegen können“, sagt Amann und es hört sich fast so an, als steckte der TSV schon mitten im Abstiegskampf.

 „Ich kann noch nicht abschätzen, ob es für uns ein Vorteil oder Nachteil ist, dass die Staffel kleiner ist als letzte Saison und nur zwei Teams direkt runter müssen“, spricht Amann den Tabellenkeller sogar direkt an. In der abgelaufenen Spielzeit stiegen drei von insgesamt 15 Mannschaften direkt ab, ein Team musste in die Relegation. In der beginnenden Saison umfasst die Kreisliga A3 nur 14 Teams, zwei steigen am Ende direkt ab, ein weiteres muss in die Relegation.

 Eines steht jedenfalls für Michael Amann fest: Mit dem ersten Tabellendrittel wird der TSV Wiernsheim nichts zu tun haben. „An Platz eins bis fünf zu denken, das wäre geradezu das Schreien im Walde“, findet Amann: „Völlig unrealistisch!“ Obendrein bekommen die Wiernsheimer gleich am ersten Spieltag einen der Titelfavoriten vorgesetzt.

 Der Vizemeister VfL Gemmrigheim ist übermorgen zu Gast an der Lindenstraße. „Wenn man mir da ein Unentschieden anbieten würde, würde ich sofort danke sagen und das Buch zuklappen“, meint Michael Amann, der schon in der abgelaufenen Saison von der Gemmrigheimer Mannschaft beeindruckt war: „Die haben für mich die beste Viererkette in der ganzen Liga gespielt.“ Beim eigenen Team bemängelte Amann hingegen Defizite im gesamten Defensivverhalten. „Wir haben letzte Saison extrem viele Tore kassiert.“ In der Tat: Deren 72 waren es an der Zahl. Nur zwei Teams in der ganzen Liga kamen auf mehr Gegentore – und die waren am Ende unter den vier Absteigern.

 Womit jedoch der TSV in der abgelaufenen Saison überzeugte, war der Angriff: 64 Tore waren zwar nicht Ligaspitze, aber immerhin sechs mehr als der Meister FV Löchgau II am Ende auf dem Konto hatte. Den erfolgreichsten Sturm der letzten Spielzeit stellte indes der VfL Gemmrigheim, der 77 Mal ins gegnerische Gehäuse traf. Umso mehr schmerzt die Wiernsheimer, übermorgen auf den langen Verteidiger Tobias Neubert verzichten zu müssen, der beruflich verhindert ist.

 Angst hat Michael Amann vor dem VfL Gemmrigheim bei aller Sorge dennoch nicht. „Ich bin, sagen wir mal, gespannt. Vielleicht gelingt uns ja doch eine Überraschung.“ Auf jeden Fall sei das Spiel am Sonntag bereits eine erste Richtschnur für die anstehende Saison, die für Wiernsheim gleich mit englischen Wochen beginnt.

Der Mannschaft von Trainer Frank Scheible stehen zwei „englische Wochen“ bevor

 Bereits am kommenden Mittwoch ist der Bezirksligist Hellas Bietigheim im Bezirkspokal zu Gast (Anpfiff 18.30 Uhr). Für das Team von Trainer Frank Scheible eine weitere Standortbestimmung. Mehr aber auch nicht. „Kennen Sie jemanden, dem der Bezirkspokal wichtig ist?“, fragt Spielleiter Michael Amann ein wenig provokant. Schön, wenn man weiterkommt, aber nicht schlimm, wenn man rausfliegt – so lässt sich wohl der Stellenwert dieses Wettbewerbs auf den Punkt bringen. Viel wichtiger sind die weiteren Punktspiele, die Schlag auf Schlag folgen. Am Sonntag in einer Woche (12. September) tritt Wiernsheim beim TSV Kleinsachsenheim an, schon am Mittwoch darauf (15. September) empfängt der TSV den FV Roßwag.

 Erst danach dürfen die Wiernsheimer Spieler anderthalb Wochen durchschnaufen, ehe die nächsten Aufgaben in einer für den TSV undankbaren Staffel anstehen. Denn nach dem Abstieg des SV Iptingen und des TSV Nussdorf sind die stimmungsvollen Lokalderbys in dieser Saison rar. Allenfalls noch die Heimspiele gegen Phönix Lomersheim, den SV Illingen und vielleicht noch den FV Roßwag dürften Publikumsmagneten werden, während wohl keiner der Wiernsheimer sich nach den Auswärtsspielen in Bönnigheim, Kirchheim und Freudental sehnt.

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