Planungen trotz Protest abgesegnet

Erstellt: 16. Februar 2007, 00:00 Uhr
Planungen trotz Protest abgesegnet Das Kriegerdenkmal unter der Linde in Serres soll versetzt werden. Foto: Küppers

Sanierung der Ortsdurchfahrt Serres soll sofort in Angriff genommen werden – Bürger artikulieren Bedenken.

Wiernsheim-Serres – „Machen Sie sofort die Ausschreibungen fertig!“, gab Bürgermeister Karlheinz Oehler dem Planer Günter Repple am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung auf den Weg. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Serres soll so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Auch wenn in dem Waldenserort zuletzt heftiger Protest gegen die Gestaltung laut geworden ist.

VON FRANK GOERTZ

Mehr als 80 Unterschriften haben die Serremer für einen Protestbrief gesammelt, in dem sie ihre Bedenken gegen einzelne Details der Gestaltung artikulieren. Dabei geht es im Wesentlichen um die Tatsache, dass der Rathausplatz umgestaltet, das Kriegerdenkmal versetzt, die Ortsdurchfahrt an einigen Stellen verengt und Bäume gepflanzt werden sollen, was – so die Befürchtung der Protestbriefschreiber – zu Verkehrsproblemen führen könne.

 Rund 50 Serremer waren am Mittwoch zur Ratssitzung im Vereinsheim ihres Ortsteils gekommen. Sie brachten unter dem Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“ ihre Bedenken deutlich zum Ausdruck. Bürgermeister Oehler verteidigte in dem Dialog die Planungen und versuchte, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

 Einen hohen emotionalen Wert hat nicht nur für die älteren Bewohner das Kriegerdenkmal vor dem Rathaus. „Diese Ehrensteine samt der Linde prägen das Ortsbild. Durch ein Versetzen der Steine zum Friedhof könnte es in Vergessenheit geraten“, protestieren die Serremer. Bürgermeister Oehler hingegen betont: „Das Denkmal wird doch nicht weggeworfen oder aus dem Ort verbannt. Es wird sogar ein neues Denkmal in Auftrag gegeben, dass zentral auf dem Platz gegenüber der Kirche aufgestellt wird.“

 Auch die Befürchtung, durch die Umgestaltung könne die Straße so verengt werden, dass es Probleme im Begegnungsverkehr gibt, hält Oehler für unberechtigt: „Wir haben die Radien gemessen. Vor der Kurve haben wir 6,70 Meter, in der Kurve sogar zehn Meter. Nach dem Ausbau der Straße gibt es auch keine Bordsteine mehr. Da können Autos im Begegnungsverkehr auf den Pflasterstreifen ausweichen.“ Überhaupt wundert Oehler sich: „Ich habe noch nie eine Rushhour in Serres erlebt. Ich habe aber den Eindruck, wir haben dann doch eine neue Hauptverkehrsader und zentrale Knotenpunkte entdeckt.“ Die Straße werde auf jeden Fall breit genug sein. Ob die Linde vor dem Rathaus allerdings stehen bleiben könne, hänge von ihrem Wurzelwerk ab.

 Anhand der Pläne verteidigte der Schultes noch einmal vehement die Gestaltung. „Die Zukunft eines Dorfes hängt nicht nur vom Geld und der Einwohnerzahl ab, sondern auch vom sozialen Umfeld.“ Deshalb habe man sich beispielsweise Gedanken über Plätze gemacht. Oehler: „Wir haben viel Platz, aber keine Plätze – und jetzt bekommen wir Geld vom Land. Ein Dorf lebt doch von seinen Plätzen.“

 Der Einwurf vieler Serremer, sie bräuchten gar keinen Platz vor dem Rathaus, weil die ortsansässigen Vereine entweder im Vereinsheim oder auf dem Vorplatz an der Gartenstraße ihre Veranstaltungen abhalten, kommt Oehler bekannt vor: „Eine ähnliche Diskussion hatten wir in Iptingen. Aber kaum war der Platz fertig, wurde dort ein Fest gefeiert.“

 Ganz offensichtlich besonders angetan ist der Schultes von dem Entwurf für den Platz an der Kirche. Vor dem neuen Kriegerdenkmal ist ein aufwändiger Brunnen geplant. Den Anstoß für die Gestaltung habe ein Besuch Oehlers im Ludwigsburger Breuningerland gegeben. „Da habe ich so einen Brunnen mit einer Kugel und Wasserfontänen gesehen.“ Ihm sei dann zwar gesagt worden, ein ähnlicher Brunnen in Serres würde sehr teuer, aber Oehler findet: „Wenn wir schon soviel Geld vom Land bekommen, können wir das machen.“

 Überhaupt wird Oehler nicht müde zu betonen, welche Chancen sich Serres durch die Sanierungsgelder des Landes bieten. Das sehen auch seine Gemeinderäte so, die einstimmig den Planungen zustimmten – verbunden mit dem Appell für Verständnis und Akzeptanz. Gemeinderätin Ulrike Brandauer-Stumpf (SPD): „Bei allem Respekt vor den persönlichen Meinungen finde ich es schade, dass sich einige so wenig kooperativ zeigen. Unser Dorf wird durch die Sanierung der Ortsdurchfahrt und die Plätze auf jeden Fall attraktiver.“

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