Phönix behält vom Punkt die Nerven

Erstellt: 7. Januar 2008, 00:00 Uhr
Phönix behält vom Punkt die Nerven Der Pott geht wieder zurück ans Wässerle: Lachende Lomersheimer feiern die gelungene Revanche für die Finalniederlage vom vergangenen Jahr. Fotos: Eigner

6:4 nach Neunmeterschießen: Lomersheim gewinnt Finale des Hallenstadtturniers gegen Anadolu

Mühlacker – Der TSV Phönix Lomersheim ist seit gestern Abend wieder im Besitz des Hallen-Stadtpokals. Die Mannschaft vom Wässerle holte sich die Trophäe, die sie im vergangenen Jahr an Anadolu Mühlacker hatten abtreten müssen, in einem spannenden Finale mit Neunmeterschießen vom Titelverteidiger zurück.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Die beiden Finalisten bleiben den schätzungsweise 350 bis 400 Zuschauern in der Enztal-Sporthalle nichts schuldig. Das Endspiel hat Rasse und Klasse, Tempo und Technik, bietet spektakuläre Tore. Das erste erzielt Güngör Topal artistisch im Fallen aus extrem spitzem Winkel. Doch irgendwie findet die Kugel den Weg an Michael Herrmanns Handschuhen vorbei ins lange Eck. Nur wenige Sekunden sind zu diesem Zeitpunkt gespielt, eine kalte Dusche für die Lomersheimer, die anschließend vehement auf den Ausgleich drängen.

 Doch lange scheint der Kasten von Anadolu Mühlacker wie vernagelt. Nicht einmal ein Pfostentreffer, der vom Rücken eines Anadoluspielers in Richtung Tor abprallt, schafft es letztlich über die Linie. Immer ist irgendwo noch ein Bein im Weg. Und bei aller Offensive müssen die Phönix-Akteure auf der Hut sein, dass sie nicht in einen Konter laufen.

 Ein Flachschuss aus dem Hintergrund von Stephan Liegmann ist es schließlich, der Lomersheim nach etwa sieben der zwölf Spielminuten zurück ins Match bringt. Die Partie ist wieder völlig offen und wird von beiden Seiten mit Haken und Ösen geführt. Mit ohrenbetäubendem Gebrüll beschweren sich die Fans auf den Rängen über jede Nickligkeit, jeden Rempler, jede Grätsche. Zeitweise purzeln vier Akteure gleichzeitig auf dem Boden übereinander.

 Die Zuschauer sehen jetzt Chancen im Sekundentakt, die größte entschärft Torwart Herrmann quasi mit der Schlusssirene und rettet Phönix Lomersheim in die fünfminütige Verlängerung. Dort hat erneut der FC Anadolu den besseren Start und geht durch einen Schuss von Erol Deli mit 2:1 in Führung. Lomersheim antwortet umgehend. Im direkten Gegenzug stellt Simon Roller mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck den 2:2-Ausgleich her. Das Neunmeterschießen muss schließlich entscheiden. Diesmal sind es die Anadolu-Spieler, die sich den ersten Fehler leisten, und einen der Strafstöße über die Latte nageln. Doch beim übernächsten Schuss vergibt auch Phönix Lomersheim einen seiner Neunmeter. Am Ende avanciert Torwart Michael Herrmann zum Matchwinner für sein Team, als er beim letzten Schuss von Anadolu die richtige Ecke ahnt. 6:4 lautet schließlich das Resultat aus Sicht von Phönix Lomersheim.

 Die Titel des besten Spielers des Turniers und mit acht Treffern auch des Torschützenkönigs sichert sich indes mit Güngör Topal ein Spieler aus den Anadolu-Reihen. Zum besten Torwart des Tages wird Bastian Voges vom FC Viktoria Enzberg gewählt, der mit seinem Team auf Platz fünf gelandet ist. Im „kleinen Finale“ um Platz drei setzt sich die Fvgg 08 Mühlacker mit 3:1 gegen den TSV Ötisheim durch. Ebenso ein bis zuletzt spannendes Spiel. Erst in der Schlusssekunde gelingt den Nullachtern das letztlich entscheidende 3:1, nachdem Ötisheim heftig auf den Ausgleich gedrängt hat.

 Den Organisatoren des Hallen-Stadtturniers vom FC Anadolu Mühlacker bescheinigt Stadtrat Günter Bächle in Vertetung des Oberbürgermeisters schließlich „echte deutsche Pünktlichkeit“ und bezeichnet die jährliche Veranstaltung als „immens wichtig für das Gemeinschaftsgefühl der Vereine in der Stadt“.

 Dass es letztlich die beiden Bezirksligisten sein würden, die im Finale um den Titel spielen, hat sich bereits früh abgezeichnet. Mit zwölf Punkten aus vier Spielen ist Anadolu in der Gruppe A gegen Hellas Mühlacker, den FV Lienzingen, den TSV Großglattbach und die Fvgg 08 Mühlacker ein glatter Durchmarsch gelungen. Auch die Lomersheimer sind in Gruppe B ohne Niederlage geblieben, wenngleich sie beim 1:1-Unentschieden gegen die Sportfreunde Mühlacker zwei Punkte liegen ließen. Dafür hat sich Phönix deutlich gegen Viktoria Enzberg, den TSV Mühlhausen und den TSV Ötisheim durchgesetzt.

 Die beiden Letztgenannten haben dem Publikum zum Abschluss der Gruppenphase noch einen Krimi um den Einzug ins Halbfinale geliefert. Dreimal hatte Mühlhausen bereits in Führung gelegen, was für das Weiterkommen ausgereicht hätte. Doch dreimal öffnete Ötisheim mit dem umgehenden Ausgleich seinerseits die Tür zum Halbfinale und spazierte mit dem abschließenden Treffer zum 5:4-Sieg schließlich auch hindurch.

 Kurios: Die B-Ligisten der Stadt verweisen die beiden A-Ligisten TSV Großglattbach und Sportfreunde Mühlacker ganz ans Ende der Konkurrenz.

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