Pfusch-Beseitigung: Kostenfrage unklar

Erstellt: 30. April 2010, 00:00 Uhr
Pfusch-Beseitigung: Kostenfrage unklar Die Fassade der Schiller-Grundschule muss erneuert werden. Die Stadtverwaltung will mit der Sanierung rasch beginnen. Foto: Sadler

Fassade an Schiller-Grundschule soll bald saniert werden – Stadt ist sich mit gegnerischer Versicherung nicht einig

Vielleicht noch vor den Sommerferien soll damit begonnen werden, den Pfusch am Bau der Schiller-Grundschule zu beseitigen. Kosten: rund 430000 Euro. Wie viel davon an der Stadt hängen bleibt, ist noch unklar.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Die ärgerliche Vorgeschichte: Schon vor rund drei Jahren waren an der Mühlacker Schiller-Grundschule Teile der Gebäudefront geöffnet worden, um undichte Stellen in der Verglasung zu beseitigen. Doch damit war der Schaden längst nicht behoben. Vielmehr stellte sich bei weiteren Untersuchungen heraus, dass die von ungefähr zehn Jahren beauftragte Firma zu schwache Glasstärken, unwirksame Abdichtungen, falsche Anschlüsse und Befestigungen verwandt hatte. Folge: Wegen des „Sammelsuriums von Mängeln“, so der mit der Sanierung beauftragte Architekt, seien sogar bereits Wasserschäden aufgetreten.

 Weil von dem Handwerksbetrieb, der so schlecht arbeitete, kein Geld mehr zu holen ist, weil er 2002 in Konkurs ging, stellt die Stadt ihre Regressforderungen an die Versicherung des Heidelberger Architekturbüros, das den Schulhausneubau einst betreute, für Bauüberwachung und Endabnahme verantwortlich zeichnete und dabei seinen Pflichten offensichtlich nicht ausreichend nachgekommen ist.

 Ursprünglich sollte die Sanierung rund 270000 Euro kosten. Doch diese Summe hat sich als deutlich zu niedrig gegriffen herausgestellt. Wie das städtische Grundstücks- und Gebäudemanagement dem Ausschuss für Umwelt und Technik für dessen Sitzung am nächsten Dienstag mitteilt, erhöht sich der Auftrag an eine Metallbaufirma von rund 271000 Euro auf knapp 431000 Euro.

 Während die gegnerische Versicherung von den zunächst veranschlagten 270000 Euro wohl den Löwenanteil übernommen hätte, ist nun weiterhin unklar, welchen Anteil sie an den aktuellen, höheren Kosten übernimmt. Zwar, so das Grundstücks- und Gebäudemanagement, habe die Versicherung „im Grundsatz die Leistungspflicht anerkannt“. Doch „hat sie bisher hinsichtlich der Kostenhöhe keine vorbehaltlose Zustimmung gegeben“. Der Versuch der Verwaltung, „eine Übereinkunft über die anteilige Kostentragung zu erreichen“, so das Amt, „blieb bisher ohne Erfolg“.

 Um keine Zeit mehr zu verlieren und die Mängel endlich zu beheben, müsse die Kommune nun unabhängig von der Versicherung aktiv werden. Im Klartext: „Umgehend“, möglichst noch vor den Sommerferien 2010, sollte die Sanierung in Angriff genommen werden. Die Finanzierung sei gesichert. Ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren zur Wahrung der Interessen des Bauherren, also der Stadt Mühlacker, das mit circa 17000 Euro zu Buche schlagen würde, hält deren Anwalt nicht für notwendig. Er glaubt, die Inanspruchnahme der Gegenseite auf Schadenersatz sei durch die bisherige Vorgehensweise und eine Fotodokumentation samt Ablaufprotokoll über die Erneuerung der Fassade sichergestellt.

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