Pforzheimer Kripochef nimmt sich das Leben

Erstellt: 30. November 2011, 00:30 Uhr
Pforzheimer Kripochef nimmt sich das Leben Harald Kusterer.

Pforzheim (pm/the). Schock für die Polizei in Pforzheim: Der Leiter der Kriminalpolizei, Harald Kusterer (57), hat sich vermutlich am Montagabend mit einer privaten Waffe erschossen. Gefunden wurde er am nächsten Morgen von seiner Ehefrau.

Bei den Kollegen sorgte die Nachricht für Betroffenheit, zumal sich über die Gründe für die Verzweiflungstat nur spekulieren lässt. Ein Abschiedsbrief, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit, wurde nicht gefunden. Allerdings hatte der Beamte, der schon mehrere Monate krankgeschrieben war, am Montagnachmittag betrunken einen Unfall verursacht und sich einer Alkoholkontrolle unterziehen müssen. Wegen des Verdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und der Führerschein einbehalten. „Wir wissen nicht, ob das der Grund war, vielleicht war es der Auslöser“, sagte auf Nachfrage Oberstaatsanwalt Dr. Christoph Reichert. Der Leiter der Pforzheimer Staatsanwaltschaft sprach, trotz der langen Krankheitsgeschichte des Kripochefs, von einer guten Zusammenarbeit.

Die weiteren Ermittlungen hat das Dezernat Sonderfälle der Landespolizeidirektion Karlsruhe übernommen. Die Waffe, mit der sich Kusterer das Leben nahm, war nach Behördenangaben ordnungsgemäß angemeldet.

Dienstunfähig war der ausgewiesene Experte für Kriminaltechnik, der in Ispringen wohnte, wegen der Spätfolgen einer Auseinandersetzung im Februar 2009 im Urlaub im Bayerischen Wald. Damals war das Ehepaar Kusterer in der Nähe von Waldkirchen beim Joggen mit einem Autofahrer aus Passau aneinandergeraten, wobei der Kriminalbeamte Pfefferspray einsetzte und der Gegner, ein 28-jähriger Waldarbeiter, mit den Stahlkappenschuhen zutrat und Harald Kusterer schwer am Bein verletzte.

Der 57-Jährige hatte im August 2007 die Nachfolge von Kripochef Heinz Gräter, der nach Mannheim wechselte, angetreten. Kusterer, der seine Ausbildung im September 1972 bei der Bereitschaftspolizei in Bruchsal begann und nach einer Station im Revier Pforzheim-Süd schon von 1977 bis 1983 Kriminalbeamter in Pforzheim war, hatte an der Hochschule der Polizei in Villingen-Schwenningen studiert und war dort vor der Rückkehr nach Pforzheim seit 1995 Dozent für Kriminaltechnik.

Er hinterlässt seine Ehefrau und eine erwachsene Tochter, die in Köln lebt.

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