Offen auf Menschen zugehen

Erstellt: 27. August 2007, 00:00 Uhr
Offen auf Menschen zugehen Maulbronner Bürgermeister empfängt Extrem-Radler V.l.: auf dem Rad Bernward Elsel mit Freundin Astrid Schwendtner, hinten Bürgermeister Andreas Felchle, Tanja Gregori mit Ehemann Jörg und Sohn Oskar (14 Monate), Roland Lautenschlager und Sven Beuchle (alle vom Maulbronner Verein Fun and Fairplay). Foto: Krebs

Bernward Elsel hat auf seiner Tour nach Südafrika Station in Maulbronn gemacht

Voll bepackt ist das seltsam anmutende Gefährt, das ohne Ausrüstung bereits 30 Kilogramm auf die Waage bringt und vor dem der große 28-Jährige aus Ellwangen in Position geht. Bernward Elsel, der seit drei Wochen durch Deutschland mit dem Liegetandem unterwegs ist, der für Misereor Spenden sammelt und dessen Ziel Kapstadt in Südafrika ist, hat am Freitagabend Station in Maulbronn gemacht. Dort haben er und Freundin Astrid Schwendtner ein Helferfest mit dem Verein Fun and Fairplay gefeiert. Der Kontakt ist über die Freundin zustande gekommen, da sie mit Tanja Gregori, einem Mitglied des Vereins, einst in Roth in die Schule gegangen war. Am Samstagmorgen wurden Bernward Elsel und Astrid Schwendtner offiziell im Maulbronner Rathaus empfangen. Danach blieb ihnen sogar noch Zeit für eine Klosterbesichtigung.

 Der 28-jährige Elsel hat erst im Juli sein Examen gemacht und deshalb auch nur wenig Zeit zum Trainieren gehabt. Aber als passionierter Triathlet kann er durchaus auf eine gewisse Grundkondition bauen. Doch wie kommt man auf die Idee, mit dem Liegetandem um die halbe Welt zu reisen? „Ich habe schon viele islamische Länder bereist, um Menschen und Politik dort besser kennen und verstehen zu lernen. Dann blieb noch Afrika als große Unbekannte. Da die Bilder, die man so kennt, so unwirklich erscheinen, wollte ich mir selbst einen Eindruck verschaffen“, erklärt Elsel die Entstehung seiner ungewöhnlichen Reise. „Außerdem wollte ich nicht mehr alleine fahren, hatte also die Idee, Freunde auf dem Tandem mitzunehmen. Irgendwann dachte ich, dass mich auch Einheimische begleiten könnten, um mehr über das jeweilige Land zu lernen.“ Nun brauchte er nur noch eine weltweit agierende Organisation für sein Spendenvorhaben. Die hat er in Misereor gefunden.

 Seit drei Wochen ist er nun mit seinem eigens dafür angefertigten Liegetandem quer durch Deutschland unterwegs. Aufgebrochen auf seine große Reise ist er in seinem Heimatort Erlangen. „Besonders beeindruckt hat mich die deutsche Gastfreundschaft. Ich habe überall nette Leute kennen gelernt, die mich sogar eingeladen haben.“ Im Osten Deutschlands habe man ihm sogar einmal den Hausschlüssel überlassen und ihm angeraten, sich beim Frühstück zu bedienen. Von Deutschland hat er ein durchweg positives Bild erhalten: „Es ist ein sehr schönes und vielfältiges Land“, bekräftigt der heimatverbundene Franke, der nie dauerhaft sein Zuhause woanders suchen könnte.

 Seine Reise führt ihn nun weiter über Donauwörth nach Regensburg in Richtung Österreich, Slowenien. In Athen wird er dann nach Kairo mit dem Schiff übersetzen. Angst habe er bei all dem keine, aber „großen Respekt“. Zwar liegen auf seiner Tour zwei kritische Stellen, wie er es nennt, aber seit seiner Mountainbike-Tour durch den Himalaja vor drei Jahren sei er viel gelassener geworden. Alles in allem bewege er sich fast ausschließlich auf ernst zu nehmenden Straßen. Die Gefahr, wilden Tieren in Südafrika zu begegnen, sei also, entgegen der gängigen Meinung, relativ gering. Dafür interessiert sich der studierte Geograph für die geomorphologischen Gegebenheiten des schwarzen Kontinents. Neu ist für ihn auch, im Liegetandem zu fahren, was aber kein Problem darstellen dürfte, da es zwei separate Schaltungen gibt. „Man merkt aber schon, wenn der hintere aufhört zu treten“, sagt er mit einem Lachen.

 Auf all die neuen Eindrücke und Menschen, die er auf seiner Tour kennen lernen wird, freut er sich schon: „Ich will offen auf die Menschen zugehen und vom Positiven in der jeweiligen Person ausgehen.“ Natürlich kann er auch in gefährliche Situationen geraten, doch das bereitet dem Franken kein Kopfzerbrechen. Frohen Mutes bricht er auf, für die gute Sache nach Kapstadt zu radeln. Désirée Krebs

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