Öchslefest wird mit viel Gaudi eröffnet

Erstellt: 30. August 2007, 00:00 Uhr
Öchslefest wird mit viel Gaudi eröffnet Nach dem TV-Vorbild „Sag die Wahrheit“ müssen „Johanna Faller“, Michael Antwerpes und OB Augenstein (v.l.) die Identität der Weinhoheiten erraten. Foto: Kollros

Kurzweiliges Programm zum Auftakt des Pforzheimer Weindorfs mit TV-Prominenz, Adligen und Gereimtem

Pforzheim – Die Besucher des Oechslefests erleben dieses Jahr eine Premiere der besonderen Art: Das 22. Pforzheimer Weinfest findet erstmals nicht vor dem Rathaus, sondern auf dem Waisenhausplatz statt. Und schon in den ersten Feststunden schwärmten nicht wenige Besucher über die außergewöhnliche Idylle.

VON NORBERT KOLLROS

Die Sanierung des Marktplatzes hatte den Umzug erforderlich gemacht. Durch den neuen – vermutlich einmaligen – Standort, mit der Kulisse von Stadt- und Herz-Jesu-Kirche und dem Enzufer, erscheint der Treffpunkt der Liebhaber schwäbischer und badischer Tröpfchen viel großzügiger, wenngleich etwas zweigeteilt. Dem tragen die Veranstalter der Pforzheimer Wirtschaftsförderung WSP gleichwohl Rechnung durch erstmals zwei Bühnen mit abwechselndem Musikprogramm. Ansonsten hat sich am Konzept nichts verändert: Rund 200 Weine aus Baden und Württemberg und die unterschiedlichsten Schmankerln aus den Kochtöpfen der Gastronomen vom schwäbischen Rostbraten bis zum badischen Schäufele sollen den Weinzähnen bis zum Sonntag in einer Woche Gaumenfreuden bereiten.

 Zum Auftakt gestern um die Mittagszeit war zuerst einmal freilich Stimmung und Gaudi angesagt, wofür Oechslefest-Manager und Verkehrsdirektor Wolfgang Trautz mit seinem Team wieder alle Register gezogen hatte. War es den WSP-Machern doch gelungen, gleich zwei Prominente der deutschen Fernsehlandschaft nach Pforzheim zu locken: Sportschau-Moderator Michael Antwerpes und „Johanna Faller“ alias Ursula Cantieni. Letztere outete sich im Interview sogar als Pforzheimerin auf Zeit – vor vielen Jahren habe sie ein, zwei Jahre in Pforzheim gelebt und freiberuflich Schauspieler des Stadttheaters gecoacht.

 Und was ihr von damals noch in Erinnerung haften blieb: Sie wohnte mit ihrem Partner in einer Fabrikwohnung „und dort wurde am Wochenende immer die Heizung heruntergedreht“. Sportjournalist Antwerpes wurde von den Bühnenmoderatoren hingegen mit dem aktuellen Thema Doping im Sport konfrontiert. Das sei eine Angelegenheit, so sein Credo, die nicht weiter um sich greifen dürfe, denn für die Jugend könne nicht Vorbild sein, dass Siege im Sport nur durch Doping erreichbar seien.  Fast fehlte es aber noch, dass Antwerpes ausgepfiffen worden wäre – bezeichnete er doch den „Barolo“ aus dem nordwestitalienischen Piemont als seinen Lieblingswein, dem aber gleich nachschiebend, dass nach seiner Überzeugung die deutschen Rotweine „unheimlich aufgeholt“ hätten.

 Die beiden Fernsehleute verbindet übrigens ihre Zugehörigkeit zum Rateteam der SWR-Quiz-Sendung „Sag die Wahrheit“, in der sich drei Leute alle als die selbe Person vorstellen, in Wahrheit freilich nur eine von ihnen wirklich die vorgestellte Person ist. Fest-Organisator Trautz griff die Gelegenheit beim Schopf: So schlüpften gestern die württembergische Weinprinzessin Linda Feil aus Obersulm und die Kelterner Weinkönigin Claudia Bischof zusammen mit der badischen Weinkönigin Andrea Köninger in deren Rolle.

 Während die Pforzheimer Oberbürgermeisterin Christel Augenstein das TV-Rateteam vervollständigte, hatte allein TV-Profi Michael Antwerpes den richtigen Riecher, der die Weinkönigin aus Sasbachwalden korrekt identifizierte.

 Traditionell den Abschluss der kurzweiligen Eröffnung markierte pointiert und in Versform der Vorsitzende des Pforzheimer Verkehrsvereins, Peter Ketterer, Seniorchef der gleichnamigen Brauerei, der unter anderem reimte: „Wenn ich als Brauer lob’ das Fest vom Wein, dann ist das ehrlich Freud’ und nicht nur Schein“.

Info: Das Pforzheimer Oechsle-Fest dauert noch bis Sonntag, 9. September. Das Rahmenprogramm kann im Internet unter www.pforzheim.de abgerufen werden.

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