Nicht mehr lange schwätzen

Erstellt: 26. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Nicht mehr lange schwätzen Seltenes Bild: Der Knittlinger Gemeinderat tagt in Freudenstein. Foto: Becker

Experten der FH Pforzheim sollen Knittlinger Stadtmarketingprozess begleiten – Rasche Umsetzung gefordert

Knittlingen-Freudenstein – Um die Erkenntnisse umzusetzen, die aus einer Bürgerbefragung gewonnen worden sind, holt sich die Stadt Knittlingen jetzt die professionelle Begleitung der FH Pforzheim ins Boot. Dies hat der Gemeinderat am Dienstagabend mit deutlicher Mehrheit beschlossen.

VON CAROLIN BECKER

Wenn sich der Knittlinger Bürgermeister und das Gremium auch schon einige Male mit dem Stadtmarketing und der auf einer Haushaltsbefragung basierenden Imagekampagne befasst hatten (MT berichtete), so stellte die jüngste Sitzung für Heinz-Peter Hopp doch eine Premiere dar. Zum ersten Mal – zumindest unter seiner Leitung, wie er einschränkte – tagte das Gremium im Vereinszimmer der Freudensteiner Mehrzweckhalle. Was den Nebeneffekt zur Folge hatte, dass sich kaum ein Knittlinger an den ungewohnten Sitzungsort verirrte. Dabei ging es in dem am meisten diskutierten Tagesordnungspunkt des Abends gerade um die Wünsche der Bürger aus Stadt und Stadtteilen – und wie diese sich ehrenamtlich an der Umsetzung des Gewünschten beteiligen können.

 Die Liste der Verbesserungsvorschläge ist lang, die aus den 656 abgegebenen Fragebögen entnommen wurden. „Wir wollen keine neuen Begehrlichkeiten wecken, sondern stark mit der Bürgerschaft korrespondieren und die realistischen Punkte zügig umsetzen“, gab Heinz-Peter Hopp die Auffassung des vom Gemeinderat eingesetzten Lenkungsgremiums wieder, das sich zuletzt am 16. Oktober mit der weiteren Vorgehensweise im Stadtmarketingprozess befasst hatte.

 Die „einmütige Empfehlung“ an den Gemeinderat, wie Hopp sich ausdrückte, sieht vor, zwei Professoren der Fachhochschule Pforzheim mit der weiteren Begleitung zu beauftragen. Dafür fallen, wie Hauptamtsleiter Stephan Hirth gegenüber unserer Zeitung sagte, Kosten von insgesamt 5900 Euro an. Nächster Verfahrensschritt soll eine von der Stadt und der Fachhochschule gemeinsam vorbereitete Bürgerversammlung sein. Außerdem werden nach der Empfehlung des Lenkungsgremiums zwei Foren gebildet, in denen sich zehn bis zwölf Ehrenamtliche, angeleitet von einem Moderator, in jeweils zwei Sitzungen mit den Themenbereichen Sanierung Stadtbild, Aufwertung des Zentrums, Naherholung und Gastronomie auf der einen, mit Wirtschaftsthemen von Einzelhandel bis Industrie und Gewerbe auf der anderen Seite befassen.

 „Wir möchten sehen, dass etwas passiert“, forderte Martin Reinhardt für die CDU-Fraktion, weniger „Papier zu produzieren“. Auch riet er zu kürzeren Abständen für die Sitzungen des Lenkungsgremiums. Das Interesse an den Zusammenkünften von Gemeinderäten, Vertretern der Stadt und engagierten Bürgern sei, wie Reinhardt beklagte, stetig zurückgegangen. „Wir laufen Gefahr, uns im Theoretischen zu verzetteln“, mahnte auch Dr. Joachim Leitz (Parteilose Wählervereinigung). Bürgerschaftliches Engagement lasse sich nicht verordnen. „Ich sehe die Sache nicht so pessimistisch“, erhoffte sich Martin Blanc (SPD) dagegen von den Experten der Fachhochschule neue Impulse. „Ehrenamtliche sind genügend da, wir müssen sie nur bei der Stange halten“, war sich Cornelia Müller (Alternative Liste) sicher.
 „Das Ehrenamt stärken, nicht mehr lange schwätzen, sondern rangehen und arbeiten“, fasste Bürgermeister Heinz-Peter Hopp die Diskussionsbeiträge zusammen. Die breite Mehrheit für die Auftragsvergabe an die FH interpretierte er als gute Grundlage dafür.

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