Neuer Investor klopft in Dürrmenz an

Erstellt: 14. Juli 2011, 00:00 Uhr
Neuer Investor klopft in Dürrmenz an Soll erhalten bleiben: das geschichtsträchtige Vorderhaus an der Brunnengasse 16. Foto: Franz

Lösung für das Vorderhaus an der Brunnengasse 16 deutet sich an

Von Thomas Eier

Mühlacker. Die Planungen im alten Dürrmenzer Ortskern könnten in absehbarer Zeit ein großes Stück weiterkommen. Inzwischen kündigt sich auch eine Lösung für das sogenannte Schuler-Areal mit der ehemaligen Bijouteriefabrik Craiss an. Ein neuer Investor hat Interesse angemeldet.

Der Bereich an der Brunnenstraße bis hin zur Ecke Wiernsheimer Straße galt bislang als der Unsicherheitsfaktor in den Konzepten für eine neue Ortsmitte. Ein erster Investor, der den Abriss der alten Gebäude plante, war abgesprungen, weil er mit anderen Projekten ausgelastet war. Gleichzeitig meldete der Denkmalschutz Bedenken gegen einen Abbruch an, machte gegenüber der Stadt deutlich, dass ein Erhalt der geschichtsträchtigen Bebauung an der Brunnengasse „wünschenswert“ sei.
Genau diesen Wunsch will offenbar ein neuer Investor erfüllen, der sich bereits, wenn auch bislang nur intern, im Gemeinderat vorgestellt hat. Er plant offenbar, die Ansicht zur Brunnengasse zu erhalten und den Gebäudekomplex nur im rückwärtigen Bereich durch einen Neubau zu ergänzen. Damit wäre die Verbindung von Tradition und Moderne geschafft.

Entstehen sollen Wohnungen für alle Altersgruppen, nachdem auf dem Gelände, auf dem heute noch die Kanne und ein altes Magazingebäude stehen, betreutes Seniorenwohnen vorgesehen ist. Das Konzept dafür hatte das Unternehmen FWD, das auch die Anlage am Katzenbuckel in der Innenstadt gebaut hat, bereits an einem Informationsabend im März vorgestellt. Auch ein weiterer Investor, der ein ehemaliges Fabrikgebäude in der Nachbarschaft der alten Bijouteriefabrik umbauen und hier moderne Wohnungen schaffen will, ist bereits mit im Boot. Ein Fragezeichen, macht Bürgermeister Winfried Abicht auf Nachfrage klar, steht noch hinter der Zukunft des ehemaligen Anwesens Kazenmaier in der Hofstraße 17, das als vielleicht ältestes Gebäude von Dürrmenz in jedem Fall erhalten bleibt. Allein: Wer es wie nutzen soll, steht noch nicht fest.

Im Einzelfall, lässt Winfried Abicht durchblicken, sei es nicht ganz einfach, für alle Teilbereiche der Dürrmenzer Mitte den passenden Investor zu finden, zumal die Stadt und der Gemeinderat ausdrücklich verschiedene Bauformen für verschiedene Ansprüche wollten. Gleichzeitig müssen sich die Interessenlagen im Ortskern, der später ein in sich abgeschlossenes Innenquartier darstellt, vertragen.

Für das Kanne-Areal läuft derzeit das Genehmigungsverfahren für den Abriss, die Anträge liegen noch beim Regierungspräsidium, wo sich verschiedene Behörden vom Denkmalschutz bis zum Naturschutz mit dem Projekt beschäftigen. Noch vor der Sommerpause, hofft Winfried Abicht, könnte ein Signal aus Karlsruhe kommen, wobei dann der weitere Zeitplan von den möglichen Auflagen – zum Beispiel für den Umgang mit seltenen Fledermäusen – abhängt. Andererseits werde bislang durch das behördliche Verfahren noch nichts behindert beziehungsweise verzögert.

Was nichts daran ändert, dass das Sanierungsprogramm nicht ewig läuft und die Dürrmenzer auf sichtbare Fortschritte warten. Bislang sind nur kleinere Nebengebäude abgerissen worden, um die Zufahrt für die Baumaschinen freizumachen, wenn es in größerem Stil mit der Kanne und dem Fachwerk-Magazin weitergeht.
„Wir sind mit Hochdruck dran“, sagt der Bürgermeister. Dem Vernehmen nach sind die ersten Kontakte zum potenziellen neuen Investor, einer Gesellschaft mit Sitz in Tübingen, viel versprechend verlaufen. Offenbar gibt es hier das Bestreben, gleich auch das Eckhaus an der Wiernsheimer Straße 3 mit zu übernehmen. Die Verhandlungen mit dem privaten Besitzer laufen.

Mit der Vermarktung der Grundstücke, die ins Treuhandvermögen der Stadt aufgekauft wurden, ist Winfried Abicht zufrieden, auch wenn unterm Strich ein Defizit bleiben wird, das dank der Fördergelder des Landes in Grenzen gehalten werden kann. Exakte Zahlen lägen noch nicht vor, sagt der Bürgermeister, doch „ich gehe davon aus, dass wir einen großen Teil der Ausgaben refinanzieren können“.

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