Neuer Glanz für Mühlacker

Erstellt: 26. Juli 2010, 00:00 Uhr
Neuer Glanz für Mühlacker Eröffnung der Wanderausstellung mit Bürgermeister Winfried Abicht (v. li.), OB Frank Schneider, Professor Hubert Möhrle von der Fördergesellschaft und Planer Johann Senner. Fotos: Stahlfeld

Wanderausstellung „30 Jahre Landesgartenschauen“ in Mühlacker gezeigt – Spaziergänge durchs Grünprojekt-Gelände

Die Wanderausstellung „30 Jahre Landesgartenschauen“ hat am Wertle Station gemacht und die Vorfreude auf das in Mühlacker stattfindende Grünprojekt angefacht. Professor Hubert Möhrle von der Fördergesellschaft versprach „neuen Glanz für Mühlacker“ und ein anderes Lebensgefühl.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Im Dezember 1977 war der Beschluss gefallen, in Baden-Württemberg Landesgartenschauen durchzuführen. Erster Ausrichter war 1980 die Stadt Ulm beziehungsweise Neu-Ulm. Bei der Wanderausstellung erinnerte eines von 38 kleinen grünen Zelten an den ersten Austragungsort. Jedes weitere Zelt auf der Wiese hinter der Musikschule Gutmann stand für eine weitere Stadt. Mittendrin: das Logi-Modell der für Mühlacker geplanten kleinen Gartenschau.

 „Wir nutzen die Ausstellung, um Appetit auf 2015 zu machen“, erklärte Oberbürgermeister Frank Schneider vor rund 70 Gästen bei der Eröffnung im strömenden Regen am Samstagvormittag. Das Echo in der Bevölkerung sei gut: „Wir haben eine Fülle von Anregungen erhalten.“ Schneider bat um Geduld, wenn nicht auf alle Vorschläge sofort eingegangen werden könne. Zugleich wies er darauf hin, dass es sich um eine „Kleine Gartenschau“ mit einem kleinen Budget, aber dafür einem größeren Handlungsspielraum handle.

 Insgesamt sollen nach Angaben von Bürgermeister Winfried Abicht auf dem rund sechs Hektar großen Gelände beiderseits der Enz zwischen Wehr und Herrenwaagbrücke rund vier Millionen Euro investiert werden. Zwei Millionen Euro erhalte die Stadt als Zuschuss, eine Million kalkuliere man als Eintrittsgelder, und eine Million trage die Stadt.

 Gartenschauen seien ein wichtiges Instrument zur Stadtentwicklung, machte Professor Hubert Möhrle, Vorsitzender der Fördergesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH, deutlich. Die Wanderausstellung, die im Oktober in Ulm mit einem großen Fest zu Ende gehe, wecke bei vielen Besuchern Erinnerungen an die Besuche der einzelnen Schauen. Man wolle zeigen, was in den Städten passiert ist.

 Gartenschauen hätten stets eine Begeisterungswelle ausgelöst. Die Menschen stellten fest, dass ihre Stadt eine andere geworden ist. „Es wird ein Leuchten in den Augen sein, wenn die Schau fertig ist“, versprach er auch den Mühlackerern. Die Menschen würden sich anders begegnen, ein neues Lebensgefühl entwickeln und neue Winkel ihrer Stadt entdecken.

 Gartenschauen stellten ein Instrument zur nachhaltigen Stadtentwicklung dar, so Möhrle weiter. Durch sie sei eine großflächige Projektförderung möglich. Seit 1980 habe man 625 Hektar Parkfläche geschaffen und 220 Millionen Euro Zuschüsse gewährt, an Zusatzinvestitionen seien 800 Millionen Euro geflossen.

 In Mühlacker sind die Planungen indes erst angelaufen. Bis Herbst dieses Jahres, so Bürgermeister Winfried Abicht, soll die Rahmenplanung stehen. Die wird Landschaftsarchitekt Johann Senner (Überlingen) erstellen. Über Möglichkeiten der Gestaltungen berichteten er und Abicht am Samstag bei Führungen durch das zukünftige Grünprojekt-Gelände. Eine weitere Führung war für Sonntag vorgesehen.

 Bei den Planungen, für die unter anderem Bürgerforen stattfinden, stehen für Abicht vor allem die Auseinandersetzung mit der Enz und die Betonung der Enzgärten im Mittelpunkt. Es gelte, das Jugendhaus zu integrieren, eventuell ein Café oder gar einen Biergarten. Und auch der Bouleclub müsse eine neue Heimat finden.

 Vom „Erlebnisraum Enzufer“ sprach Planer Senner. Cappuccino trinken, Volleyball spielen und vieles mehr könne dort möglich sein. Allerdings müsse der Hochwasserschutz „mehr als ernst genommen werden“. Er schlug vor, eine Zwischenstufe einzuziehen, die statistisch nur alle zehn Jahre überflutet wird.

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