Neue Lebensräume für seltene Tiere

Erstellt: 22. Juni 2012, 23:30 Uhr
Neue Lebensräume für seltene Tiere Silahopp-Schüler bekommen von Landrat Karl Röckinger (4. v. li.) eine Schubkarre mit Erfrischungen als Anerkennung für ihre Arbeit bei der Pflege des Hilsenbeuer Tals. Foto: Goertz

Von Frank Goertz

Ötisheim/Maulbronn. In der Ötisheimer Kelter wurden gestern die zahlreichen Maßnahmen des Life-Projekts im Stromberg, im Heckengäu und im Schönbuch einem interessierten Fachpublikum vorgestellt. Heute folgen Exkursionen durch die Ötisheimer Wiesenlandschaften (Treffpunkt: 9.30 Uhr, Parkplatz Erlentalhalle) und ins Hilsenbeuer Tal (Treffpunkt: 11 Uhr, Studentenbrünnele im Hilsenbeuer Tal, ausgeschildert ab Parkplatz Talaue).

Das Life-Projekt „Rund ums Heckengäu“ umfasst ein 200 Quadratkilometer großes Gebiet innerhalb der Landkreise Ludwigsburg, Enzkreis, Calw und Böblingen. Wie Landrat Karl Röckinger erläutert, fließen hier erstmals EU-Fördermittel direkt für Naturschutzzwecke. „Damit lassen sich Maßnahmen realisieren, die vorher finanziell undenkbar waren“, freut sich Röckinger. „Das bringt für den Enzkreis, aber natürlich auch für die anderen beteiligten Landkreise eine ganz neue Qualität in der Naturschutzarbeit mit sich.“ Insgesamt 1,8 Millionen Euro stehen in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung. Die Hälfte davon kommt von der EU, der Rest von den Landkreisen, der Stiftung Naturschutzfonds und den Regierungspräsidien in Stuttgart und Karlsruhe.

In der Verwendung der Mittel, so Röckinger, setze jeder Landkreis eigene Schwerpunkte. Der Enzkreis konzentriere sich auf Feuchtlebensräume. So würden beispielsweise in Ötisheim neue Lebensräume für gefährdete Schmetterlingsarten geschaffen. Und in Maulbronn sollen neue Habitate für den Kammmolch entstehen, der stark gefährdet und deshalb streng geschützt ist. Deshalb werde der historische Teich im Hilsenbeuer Tal reaktiviert.

„Vor 40, 50 oder 60 Jahren waren Störche auf den Dächern Ötisheims ein alltäglicher Anblick“, erinnerte Bürgermeister Werner Henle. „Wir wollen die Tiere wieder im Ort ansiedeln, sie sind Sympathieträger; und deshalb sind wir besonders glücklich, mit im Life-Programm zu sein.“ Henle machte aber auch deutlich, dass die Naturschutzmaßnahmen nur im Dialog mit allen Beteiligten, vor allem mit Unterstützung der Landwirte, erfolgreich sein können. „Die Ansprüche sind groß“, weiß der Bürgermeister. „Um ihnen gerecht zu werden, benötigen wir nicht nur finanzielle Mittel, sondern sind auch aufs ehrenamtliche Engagement angewiesen“, würdigte Henle außerdem die Arbeit der Naturparkführer.

Ehrenamtliches Engagement kommt aber auch von jungen Naturschützern. Ihnen dankte Landrat Röckinger gestern ausdrücklich – und schenkte ihnen eine Schubkarre. Die Rede ist von Maulbronner Silahopp-Schülern, die in ihrer Freizeit den Forstmitarbeitern geholfen haben, das Reisig im Hilsenbeuer Tal aufzusammeln. „Bescheiden und praktisch veranlagt, wie ihr seid, habt ihr euch eine Schubkarre gewünscht, und die sollt ihr bekommen“, sagte Röckinger. Dass die Schubkarre mit Erfrischungen gefüllt war, stieß bei den Schülern auf zusätzliche Begeisterung.

Weiterlesen
Gehe nur schwimmen, wenn es kühl ist

Gehe nur schwimmen, wenn es kühl ist

Mühlacker Freibad seit Samstag geöffnet – 200 Besucher am ersten Tag – Wasser wird erwärmt Mühlacker – Strahlend verlässt Lisbeth Teunißen am Samstag das Mühlacker Freibad. 700 Meter hat sie… »