Neue Galerie stößt auf großes Interesse

Erstellt: 29. Mai 2012, 23:30 Uhr
Neue Galerie stößt auf großes Interesse Sohn Wolfgang Hager mit Ehefrau Sylvia und Tochter Margret Schmid (v.re.) in der „musealen Ecke“ mit den persönlichen Erinnerungen.

Illingen. Auch in Vertretung ihrer Brüder Reinhard und Marcel hatten Wolfgang Hager und seine Schwester Margret, verheiratete Schmid, zu einer Vernissage in die Mozartstraße 25 eingeladen. Und viele kamen. Etwas mehr als 100 Besucher erwiesen dem Maler und Bildhauer ihre Wertschätzung. Über die hätte sich der Senior auch gefreut, sogar ganz besonders, denn es war genau der Tag seines 91. Geburtstages. Ein Duo mit Flöte und Geige, Rolf Bissinger, ein Jugendfreund der Geschwister, und dessen Frau Susanne Callenberg-Bissinger, Ensemblemitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, umrahmten die Vernissage musikalisch.

In Vertretung von Bürgermeister Harald Eiberger sprach Winfried Scheuermann ein Grußwort. „Ich könnte Anekdoten von Erlebnissen mit Wilhelm Hager erzählen, so lange wollen Sie gar nicht hierbleiben“, sagte er. Als langjähriger Landtagsabgeordneter habe er einmal eine Botschaft an den damaligen Ministerpräsidenten Oettinger ausrichten sollen, mit dessen Vertriebenenpolitik Hager gar nicht einverstanden war. „Der kümmert sich viel zu wenig“, war seine Meinung. Hager, 1921 in Karlsbad geboren, teilte das Schicksal vieler Heimatvertriebener.

Die Kunsthistorikerin Regina Fischer aus Pforzheim hielt die Laudatio auf Wilhelm Hager und erinnerte an die schier unerschöpfliche Vielfalt seines Werkes. „Er war neugierig und immer begierig, Neues zu schaffen, neue Materialien für sich zu entdecken, neue Möglichkeiten in der Verarbeitung. So sind die Bilder, deren Farbstrukturen Hager mit einem Fön gestaltet hat, sehr reizvoll gelungen, ebenso wie seine Experimente mit Acrylfarben oder die mit der „Verlorenen Form.“

„Wir Geschwister wollten, dass unseres Vaters Nachlass nicht zerrissen wird. Die Verwaltung in einer Galerie ist unsere gemeinsame Entscheidung, und so behalten wir vier auch eine enge Bindung untereinander“, erzählte Tochter Margret. Die beiden auswärtigen Brüder seien selbst Galeristen, und so habe man entsprechendes Fachwissen in der Familie. Ausgestellt seien Werke aus fast allen Schaffensperioden. „Ein wenig musealen Charakter hat die Galerie auch. Wir haben persönliche Dinge unseres Vaters wie seine Staffelei, das Tischchen mit Pinseln und Farbe, ein paar Möbelstücke aus seinem Haus mit ausgestellt – Erinnerungen, die für uns wichtig sind.“ Aber gewünscht ist auch ein Verkauf der Werke. „Kunst findet erst beim Kunden seinen würdigsten Platz“, habe Hagers Schaffensphilosophie gelautet. Darüber hinaus gibt es Anregungen, vielleicht einen Hager-Kunstpfad in Illingen einzurichten oder in der Galerie kleine Events, in breiterem Sinne kunstbezogen, zu veranstalten.

Terminvereinbarungen zu einem Galeriebesuch sind möglich unter der Telefonnummer: 07042/23821.

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