Naturschule soll Region aufwerten

Erstellt: 29. Juni 2006, 00:00 Uhr
Naturschule soll Region aufwerten Klemens Köberle (Araneus) und Ötisheims Bürgermeister Henle (r.) zeigen es: Hier entsteht die Naturschule. Foto: Sadler

Realisierung des Araneus-Projektes angelaufen – Auf Gemarkung Schönenberg entsteht hölzernes Rundgebäude.

Ötisheim-Schönenberg – „Was lange währt, wird endlich gut“, hat Klemens Köberle, Vorstand des Vereins für Umweltbildung und Naturerfahrung, gestern zufrieden festgestellt. „Nach einer langen Vorbereitungsphase“ ist mit dem Bau der Naturschule Stromberg auf Gemarkung Schönenberg jetzt offiziell begonnen worden.

VON THOMAS SADLER

Ursprünglich wollte Araneus auf Lienzinger Gemarkung eine Naturschule einrichten, doch dies ist gescheitert. Im Mühlacker Gemeinderat habe es Widerstände gegeben. Fündig geworden ist der Verein schließlich in Schönenberg. Zwar seien auch im Ötisheimer Gemeinderat kontroverse Stimmen zu hören gewesen, so Bürgermeister Werner Henle gestern, doch der überwiegende Teil habe grünes Licht gegeben. Und dies sei auch gut so. Viele Kinder wüssten wenig über die Natur, und die geplante Schule solle „regional und überregional für Naturbildung sorgen“ und die Natur „erlebbar und begreifbar“ machen.

 Das künftige Gebäude, das im Bereich Schönenberger Tal/Sauberg entsteht, ist nach Angaben des Stuttgarter Architekten Matthias Tusker als ein zweigeschossiger Rundbau aus Holz geplant und weist einen Durchmesser von rund 21 Metern auf. In dem fünf Meter hohen Gebäude, das ein begrüntes Flachdach erhält, werden Mehrzweck- und Schlafräume mit Platz für etwa 30 Kinder und ein Stall für zwei Kaltblutpferde eingerichtet. Für Schulklassen und andere Gruppen soll die Einrichtung auch als eine Art Naturschullandheim dienen.

 Der Erdabtrag ist schon vorgenommen, außerdem seien verschiedene Grundleitungen verlegt worden, informierte Bauunternehmer Michael Wagner. Mitte nächster Woche beginne die Fundamentierung. Im Spätherbst, ergänzte Köberle, dürfte das Haus stehen; danach stünden dann lediglich noch einige technische Gewerke an. Bereits für Herbst seien Freizeiten geplant.

 Die Naturschule, die Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte anbietet, glaubt Klemens Köberle, „wird für die Region eine Aufwertung sein.“ Geheizt wird mit Holz aus dem benachbarten Wald, außerdem werde man über eine Zisterne für Nutzwasser verfügen und „die regionale Wirtschaft einbinden“. Unter anderem arbeite man mit dem benachbarten Weingut Jaggy zusammen.

 Um die Umwelt zu schonen, werde die Zufahrt mit Autos zur Naturschule verboten, so der Vorstand des circa 210 Mitglieder zählenden Vereins Araneus, der als Ausgleichsmaßnahme zum Pflanzen von Obstbäumen verpflichtet worden ist.

 Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ungefähr 500000 Euro, einschließlich der Ausgaben für die Außenanlagen. Finanzierbar ist das Vorhaben nur dank etlicher Zuschüsse. So gebe die Stadt Mühlacker einen Zuschuss von 15000 Euro sowie ein rückzahlbares zinsloses Darlehen über 30000 Euro. Der Enzkreis schieße 20000 Euro zu, Maulbronn und Ölbronn-Dürrn jeweils 5000 Euro, so Köberle. Darüber hinaus trete unter anderem die Sparkasse als Sponsor auf, und die Gemeinde Ötisheim stelle das Grundstück über eine Erbpachtregelung zur Verfügung.

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