Nachtwächter baut Hotelbetrieb aus

Erstellt: 31. Januar 2011, 00:00 Uhr
Nachtwächter baut Hotelbetrieb aus Rustikale Gemütlichkeit in historischem Ambiente: Das über die Region hinaus bekannte Lienzinger Hotel und Restaurant „Zum Nachtwächter“, das bislang 15 Übernachtungsgäste aufnehmen kann, möchte bis zum Herbst durch den Ausbau der angrenzenden Scheune (Mitte) weitere sieben Gästezimmer schaffen. Fotos: Stahlfeld

Lienzinger Betrieb schafft durch den Umbau einer Scheune weitere Zimmer für Übernachtungsgäste

Mit seinem urigen Charme ist das Hotel und Restaurant „Zum Nachtwächter“ in Lienzingen eine beliebte Herberge für Übernachtungsgäste. 1995 offiziell eröffnet, will sein Besitzer jetzt erweitern. In der angrenzenden Scheune sollen bis zum Herbst sieben neue Gästezimmer entstehen.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker-Lienzingen. Wer sich im Hotel „Zum Nachtwächter“ einschreibt, der schläft nicht irgendwo. Laut Landesdenkmalamt handelt es sich bei dem 1441 erbauten Haus an der Knittlingerstraße um das „älteste bekannte ländliche Wohnhaus im Regierungsbezirk Karlsruhe“. Der zur Straße gelegene „Neubau“ entstand 1560.

 Die einmalige Atmosphäre des im 15. und 16. Jahrhundert erbauten Fachwerkhauses sowie eine ausgewählte Speisekarte bescheren Reinhard Pfullinger und seiner Tochter Stephanie Pfullinger eine gute Resonanz auch bei Gästen aus dem weiteren Umland. „Ein großer Teil kommt aus dem Kreis Ludwigsburg“, erzählt Reinhard Pfullinger. Aber auch Besucher aus dem Kreis Karlsruhe und dem Raum Heidelberg lockt die Speisekarte mit schwäbischen und internationalen Gerichten an. Der Inhaber: „Die Stuttgarter kommen sonntags zum Essen.“ Besondere Angebote wie das Candlelight-Dinner bei Kerzenschein und Whisky-Verkostungen, aber auch das „Hoffest“ machten das Hotel-Restaurant bekannt. In der Reihe „Genuss und Historie“ verbindet sich ein historischer Rundgang durch Lienzingen mit einem Vier-Gänge-Menü im „Nachtwächter“.
 Für Übernachtungsgäste stehen derzeit acht Zimmer zur Verfügung. Reinhard Pfullinger: „Maximal 15 Personen können übernachten.“ Gemeinsam mit seiner Tochter plant er jetzt eine Erweiterung um sieben Zimmer. In der angrenzenden Scheune sollen Unterkünfte im gleichen Stil wie im Vorderhaus entstehen.

 Die Baugenehmigung liegt Reinhard Pfullinger seit Anfang des Jahres vor, die Bauphase hat begonnen: „Der Rohbau steht.“ Weil das Gebäude zu verfallen drohte, hatte es Pfullinger bereits in den 90er Jahren zusammen mit dem restlichen Gebäudekomplex instandgesetzt. „Jetzt ist vor allem der Innenausbau notwendig“, sagt Pfullinger. In den kommenden Wochen werden Trennwände eingezogen, die sanitären Anlagen und die Elektrik müssen installiert werden. Im Herbst sollen dann die ersten Gäste einziehen.

 Die kommen, wie Reinhard Pfullinger berichtet, zum Teil „aus den anderen Ecken der Welt“. Häufig sind es Geschäftsleute, die in Lienzingen eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Unternehmen aus Mühlacker, Vaihingen, Knittlingen und Maulbronn bringen hier gerne ihre Geschäftspartner von außerhalb unter.

 Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle, schließlich liegen Lienzingen und der „Nachtwächter“ für viele direkt an ihrer Reiseroute: Italiener, die nach Schottland fahren, Norddeutsche auf der Durchreise in den Süden – sie alle legen in Lienzingen eine Pause ein. Reinhard Pfullinger begrüßte schon Gäste aus Kananda, Mexiko und Neuseeland. Selbst ein Student aus Laos begeisterte sich für die Fachwerk-Atmosphäre. „Und am Wochenende haben wir viel Familienbesuch“, so Pfullinger. Bei Konfirmationen zum Beispiel ist das Haus voll. Viele Gäste werden durch das Internet auf das Hotel und Restaurant aufmerksam.

 Die Gäste schätzen am „Nachtwächter“ nicht nur die familiäre Gastlichkeit. Mancher Gast kommt in der ganzen Welt herum, „doch wenn er die Tür seines Hotelzimmers zumacht, weiß er nicht mehr, in welchem Land er sich gerade befindet. Weil die Hotels überall gleich aussehen“, sagt Pfullinger. Im „Nachtwächter“ in Lienzingen passiert ihm das garantiert nicht.

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