Nach den Scherben kam Schweiger

Erstellt: 30. Januar 2007, 00:00 Uhr
Nach den Scherben kam Schweiger Matchwinner mit drei Treffern: Martin Schweiger (vorne). Foto: Simecek

Michael Komma geht gegen Dresden volles Risiko – Steelers-Crack gelingt Dreierpack.

„Der Herrgott und der Schweiger“, grinste Michael Komma in der Pressekonferenz, hätten die Partie am Freitagabend gegen Dresden entschieden. In der Tat. Fast mit der Schlusssirene erzielte Martin Schweiger mit seinem dritten Streich den 3:2 (2:1, 0:0, 1:1)-Siegtreffer gegen die Eislöwen. Am Sonntag war beim EHC Wolfsburg dagegen nichts zu holen. Die Steelers unterlagen mit 3:4 (1:1, 0:1, 2:2).

VON DOMINIQUE JAHN

Es war nicht viel was die rund 1500 Zuschauer am Freitagabend im Ellental zu sehen bekamen. Für Heiterkeit sorgte allein der Volltreffer eines Dresdner Spielers im letzten Drittel. Mit einem kräftigen Schlenzer wollte er die Scheibe aus der Gefahrenzone befördern und schoss dabei die Lichter des Anzeigewürfels kaputt. Der Putzdienst musste ran. Die Partie war für fünf Minuten unterbrochen. Zeit für die Gäste nochmal tief Luft zu holen. Denn bis dahin dominierten die Steelers klar das Geschehen – ohne allerdings sich zwingende Torchancen zu erarbeiten. Auch das Überzahlspiel konnte an diesem Abend nicht in Tore umgemünzt werden. „Da waren wir einfach zu pomadig. Wir haben kein Druck aufs Tor entwickelt“, analysierte Komma nach dem Match.

 Die Gäste spielten dagegen schnörkellos und erzielten mit dem ersten Angriff auch die Führung (8.). Doch keine Minute später erzielte Martin Schweiger, diesmal an der Seite von Matthias Hart und Terry Campbell, seinen ersten Treffer. Das 2:1 ließ er nur drei Minuten später folgen.

 Im zweiten Drittel erhöhten die Gäste den Druck, doch die Steelers-Abwehr stand sicher. Und was durch kam, war sichere Beute von Torhüter Daniel Wrobel, der den Magen-Darm-erkrankten Jason Elliott bestens vertrat.

 Im Schlussdrittel hatten die Bietigheimer mehrmals die Chance im Powerplay für die Entscheidung zu sorgen, doch auch die Neuzugänge Stefan Mann und Troy Bigam (Komma: „Die beiden brauchen noch etwas Zeit“), brachten den Puck nicht im gegnerischen Gehäuse unter. Und so kam es wie es kommen musste. Nachdem alle Scherben von der Eisfläche entfernt worden waren und Martin Schweiger auf der Strafbank saß, weil er die Scheibe über die Bande befördert hatte, traf Martin Sekera mit seinem zweiten Treffer zum Ausgleich, in dem er einen Schuss unhaltbar abfälschte. Das wollte Martin Schweiger wohl nicht auf sich sitzen lassen und markierte Sekunden vor dem Ende den viel umjubelten Siegtreffer. „Am Ende zählen die Punkte“, meinte Komma zum Arbeitssieg seiner Jungs. Freilich sei es kein berauschendes Eishockeymatch gewesen, doch er wolle nicht schimpfen mit seinen Schützlingen, schließlich habe man ja gewonnen. Risiko sei man am Ende gegangen. „Wir wollten kein Remis retten, sondern den Weg weiter zum Tor suchen“, verrät der Steelers-Coach zu seiner Offensivtaktik kurz vor der Schlusssirene. „Dafür sind wir belohnt worden.“ Begeistert war der 42-Jährige natürlich vom Auftritt des dreifachen Torschützen Schweiger. „Er passt zu uns. Er hat nicht nur heute gescort. Keine Frage, er ist der beste Neuzugang.“

 Leer ging Schweiger allerdings am Sonntag in Wolfsburg aus. Nach dem Führungstreffer von David Gosselin (8.), zog der EHC auf 4:1 davon. Die Tore von Florian Jung und erneut Gosselin kamen zu spät. „Wolfsburg war in der Offensive einen Tick besser. Der Sieg geht in Ordnung“, gab Komma zu, dessen Aufgabe es in den nächsten Tagen ist, die neuen Spieler zu integrieren. „Die Mannschaft hat ein neues Gesicht. Jetzt muss die Harmonie her – taktisch und auch kameradschaftlich.“

 Das nächste Spiel bestreitet der Tabellenfünfte am Freitag, 2. Februar, um 19.30 Uhr gegen den Tabellenletzten Weißwasser. Am Sonntag, 4. Februar, empfängt der SC um 18.30 Uhr dann Spitzenreiter Kassel im Ellental.

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