MWK-Areal: Furcht vor Stillstand wächst

Erstellt: 26. April 2012, 23:30 Uhr
MWK-Areal: Furcht vor Stillstand wächst Nach dem Willen des aktuellen Eigentümers, des Insolvenzverwalters Dr. Philipp Grub, soll auf dem ehemaligen MWK-Areal in Maulbronn künftig ein modernes Stadtquartier mit einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten seinen Platz haben. Noch ist schwer abzuschätzen, ob aus der Vision am Ende auch Wirklichkeit wird.

Von Maik Disselhoff

Maulbronn. Es ist bald drei Jahre her, dass bei der Gießerei MWK Maulbronn die Lichter ausgingen und über 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Im Jahr 2011 ging dann im Saal der Maulbronner Feuerwache eine große Informationsveranstaltung über die Bühne, bei der der zuständige Insolvenzverwalter Dr. Philipp Grub mit Vertretern von verschiedenen Fachbüros und der Stadtverwaltung die Pläne für das brachliegende Gelände der Öffentlichkeit vorstellte. Die Visionen für ein neues Wohn- und Gewerbequartier im Herzen der Stadt Maulbronn waren bei den vielen Besuchern damals auf ein positives Echo gestoßen.

Heute ist von der Euphorie von damals nur noch wenig zu spüren, und einigen Maulbronnern ist beim Anblick der alten Hallen der Gießerei nicht ganz wohl. Der Grund: Es gibt keine sichtbaren Anzeichen für Fortschritte. Lediglich der Umbau des ehemaligen MWK-Bürogebäudes zum Grundbuchamt schreitet voran, ansonsten scheint auf der rund fünf Hektar großen Fläche Stillstand zu herrschen.

Der Maulbronner Heinz Kammer nutzte die Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, um in der Sache nachzuhaken. „Man sieht, dass sich am MWK-Verwaltungsgebäude etwas tut – was ist mit dem Rest des Geländes?“, lautete seine schlichte, aber wichtige Frage an die Stadtverwaltung, die er wohl stellvertretend für viele Bürger Maulbronns gestellt haben dürfte. In der Stadtmitte müsse sich etwas bewegen, forderte Kammer, der sich vor dem Hintergrund einer alternden und leicht schrumpfenden Stadtbevölkerung nichts sehnlicher wünscht als ein neues Stadtquartier im Herzen Maulbronns.

„Es ist schwer abschätzbar, was passieren wird“

Bürgermeister Andreas Felchle machte vor seiner eigentlichen Antwort auf die Frage einmal mehr klar, dass die Stadt nicht Herr des Verfahrens ist. Eigentümer des MWK-Areals sei der Insolvenzverwalter. Dann sagte der Rathauschef das, was Philipp Grub seit Monaten gebetsmühlenartig wiederholt: „Es laufen Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter und möglichen Investoren zur Übertragung des Eigentums – es ist für uns schwer abschätzbar, was passieren wird.“ Die Stadtverwaltung hätte freilich nichts dagegen, die weitere Bauleitplanung mit jemandem zu realisieren, der ein Interesse an konkreten Projekten habe, sagte Felchle, der mit Blick auf eine mögliche Entwicklung der Industriebrache von einer „Hängepartie“ sprach. Kammer blieb skeptisch und äußerte die Befürchtung, dass nichts passieren könnte, weil es sich bei MWK für den Insolvenzverwalter nicht um ein prestigeträchtiges Projekt handle.

Der Maulbronner Bürgermeister ging nicht näher auf das Szenario Kammers ein, merkte jedoch an: „Sollte sich im Laufe eines längeren Zeitraums herausstellen, dass sich nichts tut, dann werden wir kommunalpolitisch über die Brache nachdenken, und zwar in der Form, ob eine andere Herangehensweise erforderlich wird.“

Felchle ist überzeugt, dass das Grundstück einen erheblichen Wert hat, „wenn man vorher die Probleme beseitigt“.

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