Musik baut Brücken

Erstellt: 7. März 2011, 00:00 Uhr
Musik baut Brücken Seminaristen aus Maulbronn geben auf ihrer Indienreise in Neu Delhi ein Konzert. Foto: privat

Schüler des Seminars Maulbronn sind sich sicher: „Unsere Indienreise hinterlässt Spuren“

Bangalore/Maulbronn (pm/fg). Als Kulturbotschafter wirken derzeit 25 Schüler des Maulbronner Seminars aus den Klassen zehn und elf in Indien. Welche Brücken Musik bauen kann, haben die 16- bis 18-Jährigen nicht nur bei einem Konzert in Neu Delhi erfahren können, sondern auch bei einem Workshop tausende Kilometer weiter südlich in Bangalore im Bundesstaat Karnataka, mit 5,4 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Indiens.
 
Am Samstag gegen 17 Uhr hatte Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday, der auch Musiklehrer am Seminar ist, eine Vision: Der Schulchor des Seminars verdoppelt die Anzahl seiner Sänger. Die Vision verschwindet allerdings schnell in der nüchternen Versammlungshalle der Allerheiligen Kirche im Zentrum der Millionenstadt Bangalore.

 Während Budday von seiner Vision heimgesucht wird, macht man sich in Maulbronn zum Mittagessen bereit. In Indien aber ernten die 25 Seminaristen und ihr Musiklehrer gerade Ovationen. Ein Workshop, organisiert von der Nathaniel-School of Music, führt etwa 60 junge Menschen aus beiden Kontinenten zusammen. Es geht um Musik. Und wie es sich für einen guten Chor gehört, werden erst einmal die Muskeln gelockert und die Stimmbänder gedehnt. „Zunächst schien der Funke nicht überzuspringen. Als dann aber nach einer knappen Stunde der Saal dröhnte, weil Inder und Deutsche gemeinsam Kanons sangen, war der Bann gebrochen“, berichtet Ernst Wahl, Redakteur des Evangelischen Gemeindeblatts und profunder Indienkenner, der die Gruppe aus der Klosterstadt begleitet.

 Schnell seien auf der Reise, die in Neu Delhi begann, die Fremdheitsgefühle verflogen, erzählt Wahl. Die Seminaristen würden mit großem Interesse alle Eindrücke aus dem kulturell unglaublich vielseitigen Land regelrecht aufsaugen. Was mit Musik von Johann Sebastian Bach begonnen hatte, mit Modest Musorgski sowie Rock- und Popmusik fortgeführt wurde, endete am Wochenende vorerst mit traditionellen Tänzen aus der Region Karnataka in Südindien.

 Noch bis zum Ende dieser Woche sind die 25 Seminaristen und ihre Begleiter, darunter der Organisator des indischen Programms Leslie Nathaniel (London) unterwegs. In Neu Delhi begann das Programm mit einer Überraschung. „Dies ist der Weg“, erklärte der Generalsekretär der protestantischen Kirche von Nord-Indien, Alwan Masih, wie Kirchen mit unterschiedlichen Traditionen zusammenkommen können: mit Lob und Preis Gottes. Das Konzert in der zentralen Kathedrale von Neu Delhi, mitten im Regierungs- und Diplomatenviertel der indischen Hauptstadt, war der erste Höhepunkit der zwölftägigen Reise. Selbst kurzfristig aufgetretene Übelkeit hielt zwei Bassisten nicht davon ab, den Chor, der in Indien „Maulbronn School Choir“ heißt, zu unterstützten.

 Den Besuchen von Neu Delhi und Bangalore folgt jetzt noch eine Etappe ganz im Süden des Subkontinents, in Trivandrum, im Bundesstaat Kerala. Am Freitag wird die Reise zu Ende sein. „Teilnehmer und Organisatoren sind sich aber jetzt schon einig, dass sie im Kloster sichtbare Spuren hinterlassen wird“, berichtete Ernst Wahl am gestrigen Sonntag aus Bangalore.

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