Mühlehof-Projekt: Architekt steigt aus

Erstellt: 23. Mai 2006, 00:00 Uhr
Mühlehof-Projekt: Architekt steigt aus Zusammenarbeit beendet (v.l.): Projektleiter Frank Witte, OB Arno Schütterle und Architekt Peter W. Schmidt. Foto: Archiv

Investor will Sanierung abschnittsweise vorantreiben – Peter W. Schmidt fürchtet um seinen guten Ruf

Mühlacker – Der Pforzheimer Architekt Peter W. Schmidt, der das Gesamtkonzept für den Mühlehof entworfen hat und die Sanierung betreuen sollte, hat sich aus dem Projekt verabschiedet. Er fürchtet um seinen guten Ruf, falls Echo seinen Entwurf, wie er befürchtet, nur scheibchenweise umsetzt. Echo-Projektleiter Frank Witte hingegen weist darauf hin, dass der Investor jetzt erst einmal schnell das Obergeschoss fertigstellen möchte und das Büro Schmidt „aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage ist, eine schnelle Lösung zu präsentieren.“

VON FRANK GOERTZ

Fast auf den Tag genau vor elf Monaten haben Peter W. Schmidt und Echo-Projektleiter Frank Witte den neuen Mühlehof-Entwurf vorgestellt. Dabei handelte es sich um eine große Lösung, die aus dem „Kind der Achtzigerjahre“ (Schmidt) ein neues attraktives Zentrum mit Einzelhandel und Kultur zaubern sollte.

 „Das war ein ganzheitliches Konzept, für das ich mit meinem Namen gerade stehe“, sagt Schmidt unserer Zeitung. Jetzt geht es aber in die konkreten Planungen – und dort trennen sich die Wege von Investor Echo und Architekt Schmidt. „Wenn plötzlich erst einmal nur zehn bis 15 Prozent vom Entwurf umgesetzt werden, kann ich das nicht mittragen“, sagt Schmidt. Er befürchtet, dass dabei auch sein Gesamtkonzept in Scheiben geschnitten wird und am Ende von ihm nicht mehr viel übrig bleibt. Außerdem hat er auch technische Bedenken: „Die Statik des Hauses ist problematisch. Wenn ich im Obergeschoss tragende Bauteile entferne, hat das auch Auswirkungen auf das Erdgeschoss.“

 Für Schmidt kommt nur die große Lösung beim Mühlehof-Umbau in Betracht: „Das Konzept, das ich im Gemeinderat vorgestellt habe und das mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Ich kann nur hinter dem stehen, was ich im Stadtparlament angekündigt habe.“ Aber Echo fordere, so Schmidt, jetzt günstigere Lösungen. „Ich ziehe es hingegen vor, den Mühlehof als Komplettpaket zu sanieren, statt in Abschnitten. Nur so kann ich qualitätsvolle Arbeit leisten.“

 „Wir brauchen jetzt ganz schnelle Lösungen“, sagt hingegen Echo-Projektleiter Frank Witte auf MT-Nachfrage. „Wir haben eine Mietvertragsverpflichtung gegenüber dem Finanzamt. Deshalb müssen wir jetzt erst einmal das Obergeschoss fertigstellen.“ Sein Unternehmen will in Kürze die entsprechenden Bauanträge bei der Stadt einreichen.  Ein neuer Architekt aus Berlin, mit dem Echo bereits mehrmals zusammengearbeitet hat, werde das Projekt jetzt betreuen.

 Das Urheberrecht für das Mühlehof-Konzept liegt allerdings beim Pforzheimer Architekten Schmidt. „Ich habe es nicht abgetreten. Ich habe mir aber auch noch keine Gedanken darüber gemacht, wie ich mit dem Urheberrecht umgehe“, sagt er.

 Die Befürchtung, Echo wolle das Konzept von Schmidt scheibchenweise zerlegen, so dass am Ende nichts mehr von ihm übrig bleibt, weist Projektleiter Frank Witte weit von sich. „Wir halten an dem Entwurf fest.“ Es gebe auch schon mehrere Interessenten für das Erdgeschoss, darunter einen Lebensmittler. „Wir haben so viele Anfragen, dass die Fläche nicht reicht“, so Witte. Neben dem Lebensmittler würden sich auch Händler aus anderen Branchen für den Mühlehof interessieren. „Sie könnten den Lebensmittler ergänzen“, hofft Witte. Probleme gebe es allerdings mit dem Untergeschoss, gesteht er ein. Hier stünden die potenziellen Mieter nicht gerade Schlange: „Es kann sein, dass wir es erst einmal nicht vermietet bekommen. Viele Einzelhändler wollen im Untergeschoss keine Geschäftsräume.“

 Und wann will Echo den heiß ersehnten Ankermieter präsentieren ? „Wenn die Mietverträge unterschrieben sind“, antwortet Witte. Und wann sind sie unterschrieben. „Ich hoffe, dass bis Oktober alles in trockenen Tüchern ist.“

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