Mühlehof-Pläne werden heiß diskutiert

Erstellt: 31. Juli 2009, 00:00 Uhr
Mühlehof-Pläne werden heiß diskutiert Konkrete Planungen gibt es noch nicht, doch die Fotomontage unserer Zeitung soll einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie ein Einkaufsbummel über der B10 aussehen könnte. Vorgesehen ist laut der Firma Echo ein einstöckiger Flachbau, der die vierspurige Straße auf einer Länge von 55 Metern überzieht und sich mit einer ansprechenden Architektur harmonisch in das Gesamtbild einfügen soll. Auf der Dachterrasse über den neuen Einkaufsflächen wären laut Echo-Chef Haas zusätzlich Gastronomie oder Freizeitangebote vorstellbar. Ob der Brückenschlag allerdings auch für die übergeordneten Behörden vorstellbar wäre – immerhin geht es um eine Bundesstraße – ist laut Regierungspräsidium Karlsruhe aus dem Stegreif nicht zu sagen: „Das ist für uns Neuland.“ Montage: Schützmann

Neues Einkaufszentrum hätte Auswirkungen bis hinauf zum Lienzinger Tor – Gemeinderat will in Klausur gehen

Der erste Schreck ist verdaut, nun gilt es, sich mit den ehrgeizigen Plänen anzufreunden – oder auch nicht. Für die beiden Bauvoranfragen des Mühlehof-Eigentümers Echo gibt es aber in jedem Fall erst einmal eine Absage.

Von Thomas Eier

Mühlacker. Es ist nicht so, dass der Stadtplaner Armin Dauner die Visionen für eine überbaute B10 und ein neues Einkaufszentrum inhaltlich ablehnen würde; im Gegenteil. Nachdem schon Oberbürgermeister Arno Schütterle ausdrücklich seine Unterstützung für die Pläne zugesagt hat, setzt auch der Leiter des städtischen Bau- und Planungsamtes auf einen engen Dialog mit Echo. „Trotzdem muss ich die Bauvoranfragen in jedem Fall negativ bescheiden, weil dafür die bauplanungsrechtliche Grundlage fehlt“, erläutert Dauner.

 Weder für den fraglichen Abschnitt der B10, die auf einer Länge von 55 Metern überbaut werden soll, noch für das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Keefer auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es bislang einen Bebauungsplan – und der ist Voraussetzung dafür, konkrete Konzepte zu entwickeln und sie planungsrechtlich zu bewerten. Bis auf Weiteres seien deshalb, was ein Signal der Stadt an die Firma Echo betrifft, keine behördlichen Fristen einzuhalten, ergänzt der Amtsleiter, der jedoch auf die strategische Bedeutung einer raschen Belebung des Mühlehof-Areals und der Fußgängerzone verweist: „Zeitdruck gibt es nur insofern, als die untere Bahnhofstraße dringend Hilfe braucht.“

 Andererseits wirft die Frage nach einer großen Lösung für den Mühlehof – Erweiterung oder Abriss? –  eine ganze Reihe weiterer Fragen auf, und das nicht nur, was die Zukunft des städtischen Kulturbetriebs betrifft. Wo könnte im Zweifelsfall eine neue Stadthalle gebaut werden – und wer soll sie bezahlen? Was wird aus der Bewerbung für eine kleine Landesgartenschau, wenn sich ein neues Einkaufszentrum in Richtung Wertle erstreckt? Was wird aus den Ideen für den Eingang zur Innenstadt aus Richtung Pforzheim? Hat doch, wie von unserer Zeitung berichtet, ein Stuttgarter Projektentwickler seine Fühler ausgestreckt, der sich an der Ecke B10, Ötisheimer Straße und Goethestraße ein Einkaufszentrum vorstellen könnte – und an seinem Interesse an diesem Standort hat sich dem Vernehmen nach nichts geändert.

 Abgesehen davon, dass der eine oder andere Stadtrat bei Minimum 6000 zusätzlichen Quadratmetern Verkaufsfläche um die Existenz der heutigen Händler und Einkaufsmärkte fürchtet, hätte das Projekt am Kelterplatz städtebauliche Auswirkungen bis hinauf ans Lienzinger Tor. Für das Areal beim Bahnhof, wo heute die Bahnpendler parken, hat ein Investor angeklopft, der dort ein gemeinsames Gebäude für einen erweiterten Aldi-Markt und ein neues Polizeirevier bauen will. Bei einem Abriss des Mühlehofs aber könnte – neben dem Käppele – auch das Lienzinger Tor ein Standort für eine Stadthalle sein.

 Außerdem: Welchen (finanziellen) Beitrag könnte die Firma Echo leisten, wenn es um einen Ersatz für den Kulturbetrieb geht? Spontan werden Forderungen aus dem Gemeinderat laut, wonach die Stadt dafür, dass sie den Investor aus den vertraglichen Vereinbarungen für eine Sanierung des Mühlehofs entlassen und stattdessen neuen Verkaufsflächen zustimmen soll, eine Gegenleistung erwarten dürfe.

 Weil vieles eng zusammenhängt, will sich der Gemeinderat in einer Klausurtagung im Herbst schwerpunktmäßig mit der Stadtentwicklung befassen. Geht es nach dem CDU-Fraktionschef Günter Bächle, wird das allerdings erst nach der Oberbürgermeisterwahl am 25. Oktober der Fall sein. „Das muss ganz in Ruhe überlegt sein. Das muss aus dem Wahlkampf raus.“

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