Mühlacker hat ein Herz für Familien

Erstellt: 25. April 2012, 23:30 Uhr
Mühlacker hat ein Herz für Familien Fröhliche Kinder – hier bei einer Erntedank-Veranstaltung der Paul-Gerhardt-Gemeinde – sind ein hohes Gut. Deshalb bemüht sich auch die Stadt Mühlacker verstärkt um junge Familien.Archivfoto: Filitz

Mühlacker. Da die Stadt seit Jahren von Erhöhungen der Elternbeiträge absieht, haben Eltern, deren Sprösslinge städtische oder kirchliche Kindergärten besuchen, die Chance, Ausgaben einzusparen. Um Einwohnern mit Nachwuchs diesen Vorteil zu erhalten, schlug die Rathausspitze dem Verwaltungsausschuss vor, die Beiträge auch bis Mitte 2013 stabil niedrig zu halten. Dadurch, so Johanna Bächle, Leiterin des Amts für Bildung und Kultur, sei für die Familien allein im kommenden Kindergartenjahr eine Entlastung von bis zu 168 Euro möglich.

Die Zurückhaltung schlägt freilich auf die Stadtkasse nieder: Nicht nur der Kommune selbst, sondern auch den kirchlichen Kindergartenträgern entsteht ein Beitragsausfall, den die Stadt zu erstatten hat. Insgesamt fallen damit für das Jahr 2012/2013 Aufwendungen von etwa 75000 Euro – 42000 Euro Ausfall für die Stadt und rund 33000 Euro für die Kirche – an. Im Kindergartenjahr 2011/2012 sind es zusammen vermutlich noch 65300 Euro.

Indes bedeutet das Absehen von zusätzlichen Einnahmen keinesfalls einen qualitativen Mangel. „Wir erhöhen die Qualität in den Kindergärten trotz des Verzichts auf Erhöhungen“, machte Oberbürgermeister Frank Schneider in der Sitzung des Verwaltungsausschusses deutlich.

Mit ihrem Vorstoß rannte die Verwaltung in dem Gremium offene Türen ein. Es sei „ein richtiger Schritt, die Einnahmen einzufrieren“, anerkannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Bächle. Wünschenswert wäre es, wenn auch die kirchlichen Kindergartenträger über einen „prozentualen Solidarbeitrag“ nachdächten. Ein Problem auf längere Sicht sah er derweil in anderer Hinsicht: Es könnte sein, dass die Stadt künftig mehr bezahlen müsse, um ein gut ausgebildetes und fähiges Kindergartenpersonal zu finden, welches das Betreuungsniveau halten kann.

Das Festhalten an den seit fünf Jahren mehr oder weniger relativ günstigen Beiträgen sei für Familien allein schon ein Grund, nach Mühlacker zu ziehen, fand Heidemarie Roller (SPD). Auch die Sprecher der anderen Fraktionen hielten das vorgeschlagene Vorgehen für richtig. Allerdings sollte die Stadt an Kirche und Land appellieren, einen Beitrag zu leisten, meinte FW-Chef Rolf Leo. „Die frühkindliche Erziehung liegt in der landespolitischen Verantwortung“, fand er.

Doch nicht nur der Verzicht auf eine Anhebung der Elternbeiträge ist ein Signal mit Außenwirkung dafür, dass Mühlacker strategisch auf Familienfreundlichkeit setzt. So bekommt etwa eine Familie beim Kauf eines städtischen Grundstücks für jedes Kind unter 18 Jahren 5000 Euro beim Preis erlassen.

Zu den weiteren Angeboten im Sinne junger Bürger zählen, wie aus einer Auflistung des Amts für Bildung und Kultur hervorgeht, beispielsweise die in allen Stadtteilen vorgehaltenen Kinderbibliotheken, Kinderbetreuung für unter Dreijährige, attraktive Bäder und zahlreiche Spielplätze. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Große Kreisstadt außerdem als Schulstandort mit zwei Werkrealschulen, einer Realschule, einem allgemeinbildenden Gymnasium und einem Berufsschulzentrum mit gewerblicher und kaufmännischer Schule, zwei beruflichen Gymnasien und einer Fachschule für Wirtschaft. Weiter verfügt Mühlacker über eine Sonderschule für Lernbehinderte, eine evangelische Bekenntnisschule, eine private Schule für Erziehung und drei Musikschulen.

Auch bei den schulinternen Angeboten kommt die Kommune den Eltern gezielt finanziell entgegen. So hat der Gemeinderat als Obergrenze beim Preis für das Mittagessen an Ganztagsschulen – solche gibt es bei fast allen Schularten – drei Euro festgelegt, um weniger betuchte Eltern nicht zu stark zur Kasse zu bitten.

Seit Jahren zu den Offerten der Kommune gehören Schulsozialarbeit, mobile und offene Jugendarbeit und die immer wichtiger werdende Sprachförderung an allen Kindergärten und Grundschulen, wo früh die Weichen für ein erfolgreiches Weiterkommen des Nachwuchses gestellt werden.

„Mühlacker ist eine familienfreundliche Stadt“, bringt OB Schneider das kommunalpolitische Prinzip auf den Punkt. Auch durch Projekte wie die Gartenschau solle dieses Image nicht nur verstärkt, sondern auch nach außen getragen werden.

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