Moai-Skulptur entsteht in Maulbronn

Erstellt: 24. Juni 2006, 00:00 Uhr
Moai-Skulptur entsteht in Maulbronn Bene Tuki arbeitet im Steinbruch Lauster an seinem Moai, der in Stuttgart aufgestellt werden soll. Foto: Kugler

Bildhauer von den Osterinseln hämmert im Steinbruch Lauster.

Derzeit hämmert und meißelt der berühmte chilenische Bildhauer Bene Tuki im Maulbronner Steinbruch Lauster kräftig an einer mannsgroßen Moai-Skulptur. Das berühmte Kulturgut seiner Heimat, der Osterinseln im Pazifischen Ozean, die zu Chile gehören, symbolisiert Fruchtbarkeit. Die Skulptur soll in Stuttgart aufgestellt werden.

 „Da die Stadt Maulbronn und die Osterinseln mit ihren jeweiligen Sehenswürdigkeiten als Weltkulturerbe gehandelt werden, habe ich mir gedacht, dass es hier doch ein guter Platz ist, den Moai erstellen zu lassen“, erzählt der Stuttgarter Architekt Georg Kieferle, der auch seit 20 Jahren Konsul von Chile ist.

Star-Architekt Kieferle knüpft den Kontakt

Herbert Meinig, Meister des Steinbruchs Lauster, hat für das Kunstwerk gerne einen Stein zugesägt und den hinteren Teil des Steinbruchs dem Künstler Bene Tuki und seinen Werkzeugen zur Verfügung gestellt. Zustandegekommen ist das ganze Projekt allerdings durch die Vermittlung von Star-Architekt Kieferle. Um das Kulturgut der Osterinseln, die Moai-Skulptur, nach Baden-Württemberg zu holen, ist er nach Chile gereist und hat sich dort nach einzigartigen Bildhauern umgesehen. „Zwei waren schließlich in der engeren Wahl, aber da die Moai-Skulpturen ihre kulturelle Heimat auf den Osterinseln haben, wollte ich natürlich Niemanden aus der Hauptstadt Santiago, sondern Jemanden, der auch selbst von den Osterinseln kommt. So bin ich auf Bene Tuki gestoßen“, berichtet Georg Kieferle.

 Der 60-jährige Bildhauer ist in Chile geboren und seit seinem 15. Lebensjahr der Bildhauerei verfallen. „Abgeschaut habe ich mir diesen künstlerischen Beruf bei meinem Vater, der ebenfalls Bildhauer war“, lässt Bene Tuki wissen. Da er auf den Osterinseln eine Pension betreibt, kommt er viel mit Touristen aus aller Welt zusammen, die sich seine Werke in der kleinen Kunstgalerie anschauen können. Davon profitiere auch sein Bekanntheitsgrad als Künstler. „Es ist nicht möglich seine Werke von den Osterinseln zu importieren, da man mit hohen Strafen rechnen muss, wenn man Steine der Osterinseln entwendet. Daher musste Bene Tuki selbst eingeflogen werden, um hier Maulbronner Steine zu bearbeiten“, berichtet Georg Kieferle, der sich den Aufenthalt des berühmten Bildhauers eine Menge kosten lässt.

 Wenn Bene Tuki daher nicht gerade geschäftsbedingt um die ganze Welt reist, kümmert sich der 60-Jährige um seine Familie, seinen kleinen Garten, geht Schwimmen oder wirft die Angelrute aus. Inzwischen hat der Polynesier schon viel von der Welt gesehen. Ob Texas, Neuseeland, Holland, Frankreich oder Italien, seine Auftraggeber stammen aus aller Welt. Aber auch in seiner Heimat ist er sehr gefragt.

Spätestens am 21. Juli soll der Moai fertig sein

Familie Kranidis aus Maulbronn, bei der Bene Tuki seit seiner Ankunft am 16. Juni lebt, freut sich über den berühmten Gast: „Ich habe immer gerne Reportagen über die Osterinseln gesehen und für uns ist es eine besondere Ehre, einen solch berühmten Künstler in unserem Haus zu beherbergen“, strahlt Lena Kranidis vom Maulbronner „Klosterblick“. Spätestens am 21. Juli, wenn Bene Tuki für seinen nächsten Auftrag nach Neuseeland aufbricht, soll der Moai fertig sein. Vom Steinbruch Lauster wird er dann auf den Stuttgarter Haigst transportiert, wo er auf dem Platz „Santiago de Chile“ aufgestellt werden soll. Bei der Einweihung der Moai-Skulptur im Oktober wird die Präsidentin von Chile voraussichtlich mit dabei sein. Carolin Kugler

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