Mit Kraft und Ausdruck zum Sieg

Erstellt: 30. Juni 2008, 00:00 Uhr
Mit Kraft und Ausdruck zum Sieg Die Anfänger der Pegasus-Gruppe V zeigen, was sie drauf haben.Foto: Küppers


Spitzen-Voltigierer des heimischen Vereins Pegasus holen den ersten Platz

Mühlacker – Das Voltigier-Turnier auf dem Dürrmenzer Dörnichhof ist dieses Mal etwas kleiner ausgefallen als üblich. Dennoch war die Veranstaltung des Pegasus Voltigier- und Reitvereins eine der größten im Land.

VON RALPH KÜPPERS

„Manche anderen großen Turniere sind dieses Jahr sogar von zwei auf einen Tag reduziert worden“, sagten gestern Trainerin Karin Kiontke und Vorsitzende Andrea Weber übereinstimmend. „Bei uns ist zwar auch ein Rückgang zu verzeichnen, aber der zeigt sich nur darin, dass wir nicht mehr früh um acht Uhr anfangen müssen, um bis zum Abend fertig zu sein.“ Probleme sieht Andrea Weber auf einem ganz anderen Gebiet: „Nachdem die Altersbeschränkungen für das Gruppenvoltigieren aufgehoben wurden, fehlen uns jetzt Betreuer.“ Den Zusammenhang erklärt sie so: Früher hätten die ältesten Mitglieder der Voltigiergruppen zwangsweise mit dem Mannschaftssport aufhören müssen, wenn sie erwachsen wurden und allenfalls im Einzel weiter an den Start gehen können. Diesen Schnitt hätten viele von ihnen zum Anlass genommen, sich künftig als Betreuer oder Trainer im Verein zu engagieren.

 Doch seit es keine Altersgrenze mehr gebe, fehle dem Verein eine ganze Reihe qualifizierter Sportler, die in die Ausbildung ihrer Nachfolger einstiegen. Darum gebe es neben den fünf Wettkampfgruppen bei Pegasus lediglich noch eine weitere Gruppe für den Übungsbetrieb. „Früher hatten wir drei davon“, seufzt Andrea Weber, die dennoch auf große Erfolge des Vereins verweist. „Wir sind Landesmeister, Dritte bei den Süddeutschen und haben Aussichten auf einen Platz unter den vorderen Sechs, wenn wir in zwei Wochen zu den Deutschen fahren.“ Allerdings liege der Termin sehr ungünstig, da die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt noch keine Sommerferien haben und ein Trainingslager vor den Meisterschaften darum ein Ding der Unmöglichkeit sei. „Zwei Tage gemeinsames Training sind aber zu wenig.“

 Antonia Schubert (21) aus Vaihingen sagt zur Faszination des Voltigiersports: „Sehr viel hängt vom Pferd ab, es ist ein wichtiges Gruppenmitglied. Außerdem sind viele Altersstufen in einer Mannschaft zusammen: Wir sind zwischen zehn und 23 Jahre alt und es harmoniert einfach.“ Dazu komme, dass Voltigieren ein sehr vielseitiger Sport sei, bei dem Kraft und Athletik ebenso gefragt seien wie Kreativität und Ausdruck. Mannschaftskollegin Nina Giesecke (18) aus Enzberg ergänzt: „Man braucht ein sehr großes Vertrauen zu seinen Mit-Voltigierern, dass sie einen festhalten. Außerdem ist es immer spannend, ob alles klappt oder ob jemand runterfällt. In der Gruppe fiebern immer alle mit.“

 Gestern hat sich die Anstrengung für die Spitzengruppe Pegasus I, Longenführerin Karin Kiontke und Pferd „Captain Kirk“ gelohnt. Sie belegte mit einer Endnote von 7,8 den ersten Platz vor Bad Friedrichshall (7,2) und Pegasus II (6,8). Bei Pegasus II war Verena Fiess an der Longe, die Gruppe zeigte ihre akrobatischen Übungen auf dem Pferd „Ikarus“.

 Bei den Anfängergruppen der Klasse A wurde Pegasus IV Erster („Remo“ wurde von Julia Schubert longiert), Pegasus V belegte beim ersten Auftritt der jungen Voltigierer Rang vier. Unter der Leitung von Karin Kiontke trainieren sie erst seit etwa einem halben Jahr auf „Rusty“ und zeigten gestern vor zahlreichen Zuschauern, was sie in dieser Zeit gelernt haben. Bei den L18-Gruppen war Pegasus III erfolgreich: Die Endnote von 5,6 bedeutete Platz eins in dem mit sechs Teams gut besetzten Wettbewerb. Die Gruppe aus Mühlacker voltigierte auf „Waron“, Longenführerin war Amber Liane Guerra. Auch im Einzelvoltigieren waren zwei Sportler des gastgebenden Vereins Spitze: Isabel Dürr gewann den Wettbewerb vor Jens Henne, beide auf „Kajetan“ mit Verena Fiess an der Longe.

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