Mit geschwellter Brust ans Gerät

Erstellt: 28. April 2009, 00:00 Uhr
Mit geschwellter Brust ans Gerät Nur Fliegen ist schöner: Bockspringen ist für die elfjährige Sonja vom TV Mühlacker eine leichte Übung. Foto: Tilo Keller

Junge Turner beim Zwei-plus-Zwei-Wettkampf in Mühlacker zwischen Zweifel und Selbstbewusstsein

Buntes Treiben am Samstagnachmittag in der Enztal-Sporthalle in Mühlacker. Der TV Mühlacker hat sich als guter Gastgeber für die Zwei-plus-Zwei-Wettkämpfe für Kinder von acht bis 13 Jahren präsentiert, die der Turngau Neckar-Enz jährlich veranstaltet.

Von Claudia Keller

Mühlacker. Auf den ersten Blick nur Gewusel und Durcheinander. Lautes Stimmengewirr in der Enztalsporthalle. „So viele Kinder waren es noch nie“, freuten sich Svenja Tischhauser und Heike Stöffler, die die Veranstaltung für den TV Mühlacker organisiert hatten. „Das ist Teilnehmerrekord.“ 256 Turner aus 13 Vereinen maßen sich im Mannschaftswettkampf. Dafür hatte Turngau Gruppenleiterin Antje Tischhauser verschiedene Übungen zusammengestellt.

 Zwei Aufgaben gehörten zu den regulären Turndisziplinen, zwei weitere waren eher spielerischer Art. Alle Mitglieder der 59 Mannschaften zeigten einen Sprung über den Kasten oder den Bock. Außerdem war für die Mädchen eine Übungsfolge im Bodenturnen zu absolvieren. Nur 26 Jungs waren unter den Teilnehmern, sie bewiesen ihr Können am Barren anstatt mit einer Bodenübung. Die Anspannung war vielen ins Gesicht geschrieben. Auf die Lippen beißen, auch mal an den Nägeln kauen, fragender Blick ins Leere: „Schaffe ich die Übung? Kriege ich das hin?“ Umso größer das strahlende Lachen, wenn es dann geklappt hat. Andere schritten mit geschwellter Brust ans Gerät. Selbstbewusstsein pur. Und nach gelungener Übung der triumphierende Blick, der das Publikum stumm zu fragen scheint: „Habt Ihr’s gesehen? So geht das!“
 Ergänzt wurden die Aufgaben durch die sogenannten „ungenormten“ Übungen, zu denen das allseits beliebte Kegeln gehörte, das für äußerst spannende Momente sorgte.  Die zweite ungenormte Aufgabe war der Tausendfüßler. Jeweils zu viert krabbelten die Mannschaften über die lange Bodenmatte und hielten sich dabei jeweils an den Beinen des Vordermannes fest. Nicht allen fiel diese Fortbewegung leicht, bei der die Teammitglieder ohne den Halt zu verlieren im gleichen Takt krabbeln mussten. Außerdem erwies sich diese Aufgabe als besonders aufreibend für nackte Knie, so dass nach einiger Zeit die Pflaster ausgegangen waren und neue beschafft werden mussten. Doch der Begeisterung der jungen Turner tat dies keinen Abbruch.

 „Turnen macht einfach Spaߓ, sagte die neunjährige Sinja aus Schützingen. „Ich bin auch schon zum dritten Mal bei einer solchen Veranstaltung dabei“, freute sich die zehnjährige Kim aus Illingen. Die Turnerinnen vom TV Großsachsenheim hatten sogar ihr Maskottchen Charlie zum Turnier mitgebracht. Ungewöhnlich voll war es nicht nur auf der Sportfläche, sondern auch auf der Zuschauertribüne, denn die meisten Kinder waren mit ihren Eltern gekommen. So viel Unerstützung für die jungen Turner sorgte dafür, dass die Kinder ihre Aufgaben mit entsprechendem Selbstbewusstsein meisterten und der Siegerehrung entgegenfieberten.

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