Mit einem Schlag erfolgreich

Erstellt: 23. Mai 2009, 00:00 Uhr
Mit einem Schlag erfolgreich Ohne Gegner mag es Nikolas Nupnau am liebsten: In seiner Paradedisziplin Kata bewertet eine Jury die Ausführung der Aktionen. Foto: Hansen

Das Maulbronner Karatetalent Nikolas Nupnau bereitet sich auf die Deutsche Meisterschaft vor

Beim Karate kämpft Nikolas Nupnau nicht gegen andere, sondern eher gegen sich selbst, wenn er einen festgelegten Bewegungsablauf möglichst perfekt zeigt. Der Realschüler hat sich unlängst den Landesmeistertitel in seiner Paradedisziplin Kata geholt und bereitet sich jetzt auf die DM vor.

Von Isabel Hansen

Maulbronn. Bei einem Kata handelt es sich um eine festgelegte Abfolge von Kampfübungen. „Kata gehören im Karate zur Grundschule. Sie dienen dazu, die Kampftechnik zu erlernen. Im Wettkampf führen jeweils zwei Teilnehmer einen Kata vor, der Bessere kommt eine Runde weiter, bis es nach vier bis fünf Runden einen Sieger gibt“, erklärt Nupnau die Disziplin, bei der es allein auf den Stil ankommt und es weder Angriff, Verteidigung noch eine Punktewertung für die Trefferquote gibt.
 „Ich mag das Akrobatische an dem Sport. Balance, Gelenkigkeit, Körperbeherrschung und Konzentration sind wichtiger als Reaktionsgeschwindigkeit.“ Der 15-Jährige glaubt: „Jeder halbwegs sportliche Mensch kann Kata erlernen.“ Vorausgesetzt, er bringt das nötige Durchhaltevermögen mit.

„Seit ich Karate mache, kann ich mir den Stoff in der Schule viel besser merken.“

 Im Alter von acht Jahren hat Nikolas Nupnau zusammen mit seinem jüngeren Bruder Louis Karate für sich entdeckt, nachdem ein Nachbar ihn zum Probetraining mitgenommen hatte. „Wer Karate machen will, braucht auf jeden Fall viel Biss“, betont er. „Ich habe anfangs viel einstecken müssen und konnte keine Erfolge mitnehmen. Erst im vergangenen Jahr ging es richtig los, dass ich auch einmal gewonnen habe.“ Dann allerdings ist Nupnau durchgestartet.

 „Die Entwicklung war ein Quantensprung. Das war schon toll anzusehen“, bestätigt Désirée Gode-Elchlepp, Vorsitzende des Goju-Ryu Karate-Vereins Maulbronn. „Wir konnten ihm hier nicht nichts mehr beibringen, weil wir in Maulbronn mehr auf Kumite, den Zweikampf, spezialisiert sind. Deshalb trainiert Nikolas seit Oktober bei Andreas Ginger in Binswangen bei Heilbronn. Das liegt schon auf dem Niveau von Kader-Athleten und hat ihn noch einmal sehr gefördert “, erklärt sie.

 Jüngster Höhepunkt: Seit April trägt Nikolas Nupnau den Titel des Baden-Württembergischen Jugend-Meisters. Der nächste steht kurz bevor: Bis zu den Deutschen Meisterschaften am 13. und 14. Juni sind es nur noch wenige Wochen.
 Gerade einmal ein bis drei Minuten dauert ein Auftritt vor den Kampfrichtern. Bis zu zwei Stunden täglich trainiert der Karate-Fan dafür. „Um gelenkig zu bleiben, muss ich die Muskulatur jeden zweiten Tag gut dehnen“, nennt er einen Baustein des Trainings, bei dem er hauptsächlich mit sich selbst kämpft, um die Ausführung des Kata zu perfektionieren. „Mein jüngerer Bruder macht zwar auch noch Karate, aber er interessiert sich mehr für Kumite, den Freikampf. Wir rangeln höchstens einmal zum Spaß miteinander“, erzählt das Karate-Talent.

 Von dem gemeinsamen Hobby der Brüder profitiert indes der Familien-Chauffeur: die Mutter. „Meistens kann ich beide zu den gleichen Turnieren und Terminen fahren. Zum Glück“, sagt Silvia Nupnau, die ihre Söhne gern unterstützt: „Ich bin schon stolz.“
 „Es ist ein bisschen schade. Viele könne sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend und schwierig das Training sein kann und wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem Erfolg steckt“, glaubt Nikolas Nupnau.

 Immerhin fällt dem Mörike-Realschüler der Erfolg bei Klassenarbeiten mittlerweile umso leichter. „Wenn ich eine Eins schreiben will, schaffe ich das auch. Bevor ich mit Karate angefangen habe, musste ich sehr viel für die Schule lernen, jetzt muss ich für das gleiche Ergebnis so gut wie gar nichts mehr machen“, sagt Nikolas Nupnau. „Ich kann mir den Stoff einfach gut merken und mich viel besser konzentrieren. Das liegt sicher auch am Karate.“

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