„Mit dieser Zunahme war zu rechnen“

Erstellt: 31. August 2012, 05:36 Uhr

Enzkreis/Pforzheim (pm). Im August ist die Arbeitslosigkeit in Pforzheim und dem Enzkreis im dritten Monat in Folge angestiegen. Laut Mitteilung der Arbeitsagentur wurden 7780 Arbeitslose, 322 mehr als im Juli und 71 mehr als vor einem Jahr, gezählt. Die Arbeitslosenquote reagierte mit einem Anstieg um zwei Zehntelprozentpunkte auf 4,8 Prozent.

„Mit dieser Zunahme war zu rechnen, weil zum Beginn der Urlaubszeit saisonüblich Ausbildungsverhältnisse und Schulbesuche enden und oftmals eine Anschlussbeschäftigung erst im Herbst erfolgt“, nennt Jürgen Schwab, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur, Gründe dieser Entwicklung. Im August meldeten sich 1935 Menschen neu oder erneut arbeitslos, knapp 40 Prozent von ihnen kamen aus einer Erwerbstätigkeit und knapp 28 Prozent aus einer Ausbildung oder Förderungsmaßnahme. Im Gegenzug meldeten sich 1605 Arbeitslose ab, jeder Dritte von ihnen nahm eine Erwerbstätigkeit auf.

Die Kräftenachfrage sei im August leicht rückläufig gewesen, so die Agentur, die 514 neue Personalanfragen, also 88 weniger als im Juli und knapp 300 weniger als vor einem Jahr, zählte. „Aufgrund der Urlaubszeit steigen viele Betriebe erst gegen Ende des Sommers in die Personalplanung erneut ein. Die Tatsache, dass man sich im vergangenen Jahr um Fachkräfte bemüht und diese an den Betrieb gebunden hat, führt zu einer rückläufigen Tendenz bei der Personalanforderung im Vorjahresvergleich“, berichtet Jürgen Schwab. Am Monatsende standen noch 1738 unbesetzte Stellen zur Verfügung. „Für über 90 Prozent dieser Stellen wird ein Berufsabschluss oder Erfahrung im Tätigkeitsfeld vorausgesetzt“, sagt Jürgen Schwab. Gute Chancen bieten sich im Bereich von Fertigungsberufen in der Metallbranche, für Mechatroniker und in Elektroberufen (635 Stellen). Für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen waren es am Monatsende noch 248 Arbeitsplätze, knapp 200 Stellen standen für Berufe im Logistikbereich zur Verfügung. Für Fachkräfte mit kaufmännischen Dienstleistungsberufen und leitende Angestellte waren am Monatsende rund 380 Stellen zu besetzen.

Auch im August war Pforzheim unter den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs die Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosigkeit stieg in der Goldstadt um 139 an, und die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozent auf 7,9 Prozent nach oben. Die Städte Freiburg (6,3 Prozent), Heilbronn (6,1 Prozent) sowie Mannheim (6,0 Prozent) sind ebenfalls stark von Arbeitslosigkeit betroffen.

„Trotz leicht steigender Arbeitslosigkeit brachte es der Enzkreis im August auf die zweitniedrigste Arbeitslosenquote landesweit“, so Jürgen Schwab. Ein Plus von 183 Arbeitslosen war zwar mehr als in Pforzheim, aber die Quote reagierte nur mit einem Anstieg von einem Zehntelprozentpunkt auf 2,9 Prozent. In Baden-Württemberg wiesen im August insgesamt vier Kreise ein Quote mit einer Zwei vor dem Komma aus; dies waren Biberach und der Bodenseekreis, beide 2,7 Prozent, sowie Ravensburg und der Enzkreis mit jeweils 2,9 Prozent.

Im Bezirk der Geschäftsstelle Mühlacker mit der Stadt Mühlacker und dem östlichen Enzkreis wurden 1023 Arbeitslose registriert, 34 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg um einen Zehntelprozentpunkt auf 3,2 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent). Die Betriebe meldeten Bedarf für 139 Arbeitskräfte an, 15 mehr als im Juli und zehn weniger als 2011. Laut Mitteilung der Arbeitsagentur standen am Monatsende 393 freie Stellen zur Verfügung.

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