Maulbronn lässt Mittelalter aufleben

Erstellt: 29. Juni 2009, 00:00 Uhr
Maulbronn lässt Mittelalter aufleben Der Tross mit rund 500 historisch gekleideten Festteilnehmern wird von zahlreichen Besuchern im Klosterhof empfangen. Foto: Stahlfeld

Buntes Treiben mit Gauklern und Musikern beim Klosterfest – Bürgermeister Felchle schlüpft in historische Rollen

Es war wieder ein Spectaculum der besonderen Art: Tausende Besucher strömten am Wochenende zum 16. Klosterfest nach Maulbronn. Gaukler, Narren, fahrendes Volk und alte Handwerksmeister schufen im Klosterhof eine mittelalterliche Atmosphäre.

Von Ulrike Stahlfeld

Maulbronn. Da blieb auch der Bürgermeister nicht außen vor. Andreas Felchle, als Magistratsmitglied in einem Gewand des späten 15. Jahrhunderts, und FMK-Vorsitzender Wolfgang Haalboom in der Kluft eines Edelmannes strahlten, als sich der Tross am Samstagnachmittag mit rund 500 historisch gewandeten Festteilnehmern auf den Weg in Richtung Klosterhof machte. Denn anders als vor zwei Jahren, regnete es heuer nicht beim Einzug.

 Während es andernorts in Strömen goss, blieb am Samstagnachmittag der Klosterhof trocken, als acht Mannschaften aus Maulbronner Vereinen beim Wagenrad-Tauziehen ihre Muskeln spielen ließen. Je vier Mann bildeten ein Team. Gleich zwei stellten die „Bullen vom Bosporus“. Vier Teams traten jeweils gleichzeitig an und versuchten, das Wagenrad auf ihrer Seite über die Tischkante zu ziehen.

 Zuvor war das zweitägige Fest feierlich mit der „Württemberg-Hymne“ eröffnet worden. Die Blasorchester aus Maulbronn, Horrheim, Ölbronn und Mühlacker waren beim Umzug mitgelaufen und spielten unter der Leitung des Ölbronner Dirigenten Rudi Jock gemeinsam das Stück. Für orientalisches Flair hatte eine historisch-osmanische Gruppe gesorgt. Sie gehörte zur Türkisch-Islamischen Gemeinde, die heuer erstmals beim Klosterfest mitwirkte. Insgesamt 20 Gruppen zogen von der Bahnhofstraße zum Klosterhof, wo nach dem traditionellen Fassanstich für allerlei Kurzweil gesorgt war. Bürgermeister Felchle zapfte stilecht speziell dunkel gebrautes obergäriges Klosterbier aus dem 30-Liter-Fass, bevor 25 mittelalterliche Händler und Handwerker ihre Künste präsentierten.

 Während Berthold der Erzähler in der Mühle seine geheimnisvolle Geschichte begann, scharten an der Hauptbühne Gaukler die Menschen um sich. An sieben Stellen wechselte sich ein vielseitiges Programm ab: Musik, Gaukelei und Magie versetzten die Gäste ins Staunen.
 Den Weingott Bacchus hatte mannshoch Dieter Binder aus Zaisersweiher mit seiner Motorsäge aus deutscher Eiche geschnitzt. Am Samstag wurde die Skulptur offiziell übergeben. Laut Bürgermeister soll sie eventuell am Eingang zum Weinlehrpfad aufgestellt werden.

 Eine rund 40-köpfige Gruppe war aus dem „Franzosenland“ angereist. FMK-Vorsitzender Wolfgang Haalboom hieß die Gäste aus Valdahon willkommen, ebenso stellvertretend den Bürgermeister Hans-Peter Bugar aus Altenkirchen. Aus Litauen kam die Gesang- und Musikgruppe Vitae, die am Samstagabend zum Konzert auf der Hauptbühne aufspielte.
 Das war ebenso ein Novum, wie der Abschluss des Festes, für den sich Bürgermeister Felchle umkleidete. Aus dem Magistrat wurde am Ende der Nachtwächter, der zum Zapfenstreich blies, nachdem nach Schätzungen des Veranstalters zwischen 15000 und 20000 Menschen das Fest der Maulbronner Vereine besucht hatten.

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