Maschine gibt Ermittlern Rätsel auf

Erstellt: 29. November 2011, 00:30 Uhr
Maschine gibt Ermittlern Rätsel auf Ungeliebtes Kind: Keiner will den Schrotthaufen, der einmal eine Spritzgussmaschine war, haben. Solange nicht geklärt ist, welcher Lkw-Fahrer das sperrige Teil am frühen Freitagmorgen auf der B10 bei Enzberg verloren hat, stiehlt sie wertvollen Platz im Hof der Mühlacker Feuerwehr.

Mühlacker. Die Geschichte um die verlorene Spritzgussmaschine, die am vergangenen Freitag – offenbar unbemerkt vom Fahrer – frühmorgens auf der B10 bei Enzberg von einem Lastwagen gefallen ist, wird immer skurriler. Wie bei einem größeren Kriminalfall gestalten sich auch die Ermittlungen bezüglich des außergewöhnlichen „Fundstücks“ äußerst schwierig.

Nach wie vor steht die demolierte Maschine im Hof der Mühlacker Feuerwache, was den Kommandanten Ralph Keipp überhaupt nicht begeistert: „Bei uns geht es ohnehin eng zu, insofern hoffen wir, dass das Ding bald wieder wegkommt.“ Um das sperrige Teil im Hinterhof der Wache in einer Ecke abzustellen, mussten die Floriansjünger eigens ihren Kran aktivieren: „Der Stapler kam wegen des Gewichts der Maschine an seine Leistungsgrenze.“

Während die Polizei in den vergangenen Tagen im Dunkeln tappte, was die Herkunft der verlorenen Ladung betrifft, befasste sich der hauptamtliche Feuerwehrmann Torsten Nonnenmann näher mit dem Corpus Delicti. Anhand des Typenschilds fand er heraus, welche Spedition das Ungetüm transportiert hat, und dass die Anlage vermutlich auf dem Weg zu ihrem österreichischen Besitzer von der Ladefläche des Lkw kippte. „Die Maschine kam vermutlich von der Herstellerfirma, wo sie repariert werden sollte. Anscheinend war da jedoch nichts mehr zu machen“, fasst Nonnenmann die Ergebnisse seiner Recherchearbeit zusammen. Dass jemand so eine Ladung verliere und davon nichts mitbekomme, habe er noch nicht erlebt, wundert sich der erfahrene Mitarbeiter der Feuerwehr, und sein Kommandant Ralph Keipp ist nicht minder erstaunt: „Das ist schon kurios, so was kam noch nicht vor.“

Wenn das 1000-Kilo-Teil schon vor dem finalen Sturz auf die Fahrbahn der B10 nichts mehr wert war, drängt sich eine Frage auf: Hat sich die nutzlose Maschine womöglich heimlich, still und leise willentlich von der Ladefläche in den Abgrund gestürzt?

Im Ernst: Warum der Lkw die Ladung verloren hat, wird im Nachhinein kaum zu ermitteln sein. Das lässt Frank Otruba, Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim, durchblicken. „Es wird wahrscheinlich nicht möglich sein festzustellen, ob die Maschine vorschriftsmäßig gesichert war.“ Um in dieser Hinsicht etwas zu erfahren, muss zunächst der Brummi-Fahrer ausfindig gemacht werden. „Das gestaltet sich sehr schwierig“, erklärt Otruba. Offenbar sei die Maschine wieder auf dem Rückweg zu ihrem Besitzer gewesen, bestätigt der Polizeisprecher die Erkenntnisse Nonnenmanns. „Allerdings arbeitet die Spedition mit verschiedenen Subunternehmen zusammen, und dem Kollegen, der sich mit der Angelegenheit befasst, war es noch nicht möglich, telefonisch Kontakt zu einem Verantwortlichen aufzunehmen.“

Bei der Fracht im Hof der Feuerwehr handelt es sich also um einen kniffligen Fall. „Das ist kein Alltag“, macht Otruba klar, der betont, dass es viel Glück gebraucht habe, damit niemand zu Schaden gekommen sei. „Und es ist ungewöhnlich, dass der Fahrer keinen Aufruf gestartet hat.“ Schließlich müsse ihm, vermutet der Polizeisprecher, irgendwann aufgefallen sein, dass er etwas verloren hat. Otrubas Zwischenfazit lautet: „Keiner will die Maschine haben – und die Kosten des Feuerwehr- und Polizeieinsatzes bezahlen.“

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