Marco Lochmahr ist immer auf Achse

Erstellt: 30. August 2006, 00:00 Uhr
Marco Lochmahr ist immer auf Achse Marco Lochmahr aus Illingen hat den Ball fest im Visier und die Faustball-Weltmeisterschaften 2011 im Blick. Foto: p

Der Illinger Faustballer will 2011 mit der Deutschen Nationalmannschaft den Titel holen.

Für Marco Lochmahr steht die Welt nie still. Der 18-Jährige aus Illingen ist immer auf Achse – mit seiner Suzuki SV 65, aber noch viel mehr in Sachen Faustball. Mit dem TV Vaihingen/Enz spielt er in der Ersten Liga. Mit der deutschen U21-Nationalmannschaft gewann der begeisterte Motorradfahrer vor gut einer Woche den Europameistertitel in Unterhaugstett bei Bad Liebenzell.

VON DOMINIQUE JAHN

Als Favorit war die Mannschaft von Bundestrainer Hartmut Maus in die Endrunde mit der Schweiz, Italien und Österreich gegangen. Und man wurde der Favoritenrolle gerecht. Österreich und Italien wurden in der Vorrunde jeweils mit 3:0-Sätzen geschlagen. Die Schweiz mit 3:1. Das Finale, erneut gegen die Schweiz, war für Marco Lochmahr und Co. wieder eine klare Angelegenheit: 4:0. Bei der EM-Endrunde wurden die Gewinnsätze erstmals bis elf Punkte gespielt. Ursprünglich ging ein Durchgang immer bis 20 Punkte.

 Immer wieder im Mittelpunkt der Nationalmannschaft – und das im wahrsten Sinne des Wortes – stand Marco Lochmahr. Denn der 18-jährige Schüler des THG-Gymnasiums in Mühlacker ist Zuspieler. Er steht in der Mitte des 25 auf 20 Meter großen Spielfeldes und setzt seine beiden Angreifer vorne an der zwei Meter hohen Leine immer wieder in Szene. Abgesichert wird Marco Lochmahr durch zwei Abwehrspieler, die im hinteren Bereich des Feldes für die Ballannahme zuständig sind.

 Bei der EM in Unterhaugstett war der Spieler vom TV Vaihingen/Enz einer der jüngsten im Team, der aber schon eine große Erfahrung mitbringt. Sein Vater Klaus – selbst erfolgreicher Faustballer beim Europapokalsieger NLV Stuttgart-Vaihingen – schleppte den damals Siebenjährigen mit zu den Spielen der Ersten Liga. Von der Tribüne aus, feuerte Marco Lochmahr seinen Daddy an. „Die Geschwindigkeit der Bälle hat mich begeistert“, erinnert sich der Illinger, der mit seinem Vater auch im Garten um Punkte spielte. „Was mich auch beeindruckte war die Kameradschaft unter den Spielern und auch mit den gegnerischen Teams. Vor allem geht es beim Faustball ruhiger als beim Fußball zu“, so der Illinger, der fortan beim TV Vaihingen/Enz das Leder über die Leine pfefferte. Und das mit Erfolg.

 Als C-Jugendlicher gewann er die Süddeutsche und die Württembergische Meisterschaft und etliche Deutsche Meistertitel. Sein Spiel verbesserte sich immer mehr, so dass der damalige U18-Bundestrainer Olaf Neuenfeld, der heute die A-Mannschaft betreut, natürlich auf ihn aufmerksam wurde und den 17-Jährigen in den Kader beorderte. Die Nominierung war „eine tolle Sache“, blickt Marco Lochmahr zurück, der bei der U18-EM in Düsseldorf und der WM 2006 in Chile als Kapitän die Mannschaft aufs Feld führte und auch jeweils gleich den Titel gewann.

 Der Sprung in den U21-Kader war dann für den erst 18-Jährigen nicht leicht. „Die Bälle kommen härter, das Spiel ist schneller“, berichtet der Mann mit der Nummer sieben auf dem Rücken von seinen ersten Erfahrungen im Team von Coach Hartmut Maus. Mittlerweile findet er sich aber auch hier zurecht und gibt als Zuspieler den Ton an. Ebenso bei seinem Heimatverein, dem TV Vaihingen/Enz. Ein Spieltag steht in der Feldrunde noch aus. Das Team von Trainer Werner Blechschmid steht aber jenseits von Gut und Böse. Platz sechs von acht Teams. Die Runde ist gelaufen. „Wir waren einfach im Angriff zu schwach“, nennt Marco Lochmahr einen Grund für das dürftige Abschneiden in dieser Saison. Spitzenreiter ist Weil der Stadt.

 Bis Anfang November, wenn die Hallenrunde beginnt, wird die Zeit mit einigen Vorbereitungsturnieren überbrückt. Ziel ist die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. „Das Halbfinale darf’s dann schon sein“, blickt Marco Lochmahr voraus. Im vergangenen Jahr belegte er mit dem TVV Platz fünf.

 Für den Erfolg gibt der Illinger alles. Dreimal in der Woche quält er sich im Training. Zweimal in der Halle, einmal im Fitnessstudio. Und dabei hat der 18-Jährige immer sein großes Ziel vor Augen: Die Weltmeisterschaften im Jahr 2011. Bis dahin will er den Sprung in den A-Kader geschafft haben. „Es ist ein langer Weg, aber ich arbeite daran“, sagt er und ballt wohl innerlich die Faust. Gerne würde er wieder einen Titel feiern – wie zuletzt in Unterhaugstett. Zur Erholung ging’s übrigens paar Tage an den Bodensee. Marco Lochmahr ist eben immer auf Achse.

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