Maike Roll turnt bei der WM-Eröffnung vor

Erstellt: 30. August 2007, 00:00 Uhr
Maike Roll turnt bei der WM-Eröffnung vor In der Jugend gehört die 14-jährige Maike Roll aus Mühlacker schon zu den Besten in Deutschland. Ihre Lieblingsgeräte sind Stufenbarren und Schwebebalken. Foto Fotomoment, p

Für einen Start ist die Athletin aus Mühlacker zu jung – Drei ihrer Trainingskameradinnen im Wettbewerb

Mühlacker – In der kommenden Woche wird sich Maike Roll besonders beeilen, vom Training nach Hause zu kommen. Dort wird die Turnerin sogleich den Fernseher anknipsen, und ihren Kameradinnen bei der Weltmeisterschaft die Daumen drücken. Mit Dreien aus dem deutschen WM-Team trainiert Maike Roll regelmäßig. Aber auch sie selbst hat einen WM-Auftritt.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Ein einziges Jahr hat der jungen Turnerin aus Mühlacker die Chance verwehrt, überhaupt den Versuch zu unternehmen, selbst als aktive Teilnehmerin bei der Turn-WM in Stuttgart dabei zu sein. Maike Roll ist 1993 geboren, doch der jüngste startberechtigte Jahrgang ist 1992. Auf diese Weise darf Dorothée Henzler vom VfL Kirchheim, wie Roll 14 Jahre alt, aber eben schon 1992 geboren, in Stuttgart starten. Wenngleich auch Henzler von einer Sonderregelung in den Statuten profitiert. Wären nicht im kommenden Jahr Olympische Spiele, dann läge die Altersgrenze beim Jahrgang 1991. So lässt der Weltverband jene, die im kommenden Jahr in Peking erstmals regulär antreten dürfen, bereits heuer Erfahrung bei einem internationalen Großereignis Wettkampfluft schnuppern.

 Doch die junge Turnerin aus Mühlacker ist wegen des fehlenden Jahres nicht gram. „Es macht mir nicht allzu viel aus, weil ich weiß, dass ich leistungsmäßig ohnehin noch nicht so weit bin. Ich war auch vor kurzem noch verletzt“, erzählt Maike Roll. Ihr großes Ziel ist einstweilen die Junioren-Europameisterschaft im Frühjahr kommenden Jahres in Clermont Ferrand in Frankreich. Dennoch wird Maike Roll ihren Part in der Stuttgarter Hanns-Martin Schleyer-Halle spielen. Nämlich bei der bunten Eröffnungsfeier am kommenden Samstag, wenn sie in einer Formation dem Publikum in der Halle und den Fernsehzuschauern rund um den Globus einen Showtanz mit turnerischen Elementen präsentieren darf. „Wir sind eine Zehner-Gruppe. Aber wir turnen da keine Höchstschwierigkeiten“, beschreibt sie. Und Maike Roll hat Karten bekommen für die Wettkämpfe am Samstag und Sonntag. Die übrigen WM-Tage wird sie dann zu Hause vor dem Fernseher mitfiebern, sofern sie nicht kurzfristig noch ein paar Tickets für die Wettkampftage der kommenden Woche ergattert. „Das wollen wir auf jeden Fall probieren. Wir haben extra unsere Trainingszeiten entsprechend verlegt, dass das zeitlich passen würde.“ Schließlich steigt die WM nur einen Katzensprung vom Trainingszentrum der Turner in Stuttgart-Bad Cannstatt entfernt. Ein paar Minuten zu Fuß, nur das Gottlieb-Daimler-Stadion liegt dazwischen. „Von dem WM-Rummel bekommen wir schon einiges mit. Gestern hat die Nationalmannschaft der Männer bei uns im Zentrum trainiert. Dann ist noch die Presse gekommen, und die haben Interviews gegeben“, berichtet Roll.

 Ganz besonders drückt Maike Roll drei Mädchen aus dem deutschen WM-Aufgebot die Daumen, mit denen sie regelmäßig in Stuttgart trainiert: Marie-Sophie Hindermann, 16 Jahre alt, 1,68 Meter groß, 48 Kilogramm leicht, von der TSG Tübingen, deren Paradegerät der Stufenbarren ist. Ebenso für die TSG Tübingen startet Kim Bui. Die 18-jährige Schülerin lebt in Ehningen bei Böblingen, ist 1,56 Meter groß, 47 Kilogramm leicht. Ihre Stärke ist das Bodenturnen. Allerdings ist Bui lediglich als Ersatzfrau für die WM nominiert. Die dritte regelmäßige Trainingskameradin von Maike Roll ist Katja Abel. Die 24-jährige Studentin lebt und trainiert in Stuttgart, startet aber für den SC Berlin. Sie misst 1,64 Meter, bringt für eine Turnerin beinahe schon schwere 53 Kilogramm auf die Waage – und doch ist der Schwebebalken ihre Paradedisziplin.

 „Von den Elementen her könnten sie eine Medaille schaffen. Ich hoffe es zumindest“, beurteilt Maike Roll die Chancen ihrer Kameradinnen. „Aber es wird schwer. Die Konkurrenz aus China und Osteuropa ist ganz stark. Da gilt es die Nervosität zu besiegen.“ In ein paar Jahren will Maike Roll selbst bei Weltmeisterschaften ihr Können zeigen: „Das ist mein Ziel.“

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