Lomersheim scheitert an sich selbst

Erstellt: 31. Oktober 2011, 00:30 Uhr
Lomersheim scheitert an sich selbst Phönix Lomersheim (dunkelblaue Trikots) stürmt über 90 Minuten auf das gegnerische Tor. Am Ende hat jedoch Bissingen II das Glück auf seiner Seite und kann über drei Punkte jubeln.

Mühlacker-Lomersheim. Am Ende hat mit dem FSV 08 Bissingen II ein cleveres und vor allem effektives Team gewonnen, das in den entscheidenden Momenten hellwach war, spielerisch allerdings wenig zu bieten hatte. Lomersheim hingegen bot ansehnlichen Fußball, machte Tempo und entfaltete von der ersten Minute an Druck nach vorne. Die Hausherren hatten den Gegner eigentlich über 90 Minuten im Griff, doch Phönix ließ zu viele gute Tormöglichkeiten ungenutzt verstreichen. In der 15. Minute ging der TSV verdient in Führung. Nach einem weiten Abschlag bekam der quirlige Mann Sören Christofori den Ball vor die Füße und stürmte nach vorne. Er spielte einen punktgenauen Pass auf Routinier Simon Roller, der souverän zum 1:0 einschob. Der Torhüter der Gäste, Pablo Locher, hatte bei dieser mustergültigen Koproduktion nicht den Hauch einer Chance. So hätte es weitergehen können. Doch es kam anders. Allein im ersten Durchgang hätte der TSV gut drei weitere Treffer machen können, aber im Abschluss fehlten gestern die letzte Konsequenz und das nötige Glück.

Die Gäste zeigten sich von der harmlosen Seite und hatten Mühe, den Lomersheimer Sturmlauf abzuwehren. Ernsthaft gefordert war Phönix-Schlussman Daniel Kern in den ersten 45 Minuten nicht. In der zweiten Halbzeit erhöhten die Gastgeber das Tempo und erspielten sich Tormöglichkeiten im Minutentakt – allerdings weiter erfolglos. Allein in der 55. Minute scheiterten gleich drei Mann hintereinander vor dem Kasten der Bissinger. Marcel Seyb lieferte eine gute Vorlage für Roller, der den Ball nicht richtig erwischte, direkt im Anschluss vergeigte Christofori seinen Nachschuss. Sekunden später schoss Michael Dorn den Ball aus guter Position knapp übers Tor. Ein paar Takte später scheiterte erneut Roller per Kopf. Es war wie verhext, Lomersheim stürmte ohne Pause auf den Kasten der Gäste, ohne dass dabei ein weiterer Treffer heraussprang.

In der 67. Minute meldeten sich die Gäste zu Wort. Kapitän Michael Schwingschlögl zog den Ball nach einem Konter nur knapp an Kerns Kasten vorbei. Die Szene zeigte, dass mit den Gästen, auch wenn sie kaum nach vorne kamen, immer noch zu rechnen war. Phönix behielt weiter das Heft in der Hand, allerdings wurde das Team mit jeder vergeigten Möglichkeit nervöser und brachte 20 Minuten vor Schluss unnötige Hektik ins Spiel. Zehn Minuten nachdem Stürmer Roller und Sven Ebert ihre hundertprozentigen Möglichkeiten nicht verwerten konnten, demonstrierte Bissingen in der 80. Minute, wie aus wenigen Chancen Zählbares wird: Der eingewechselte Mario Massaro bediente mit einem Freistoß Chris Linkenheil, der per Kopf das 1:1 besorgte. Phönix war geschockt, zeigte jedoch die richtige Reaktion. Gleich im Anschluss an das Gegentor ging die Heimelf einmal mehr in die Offensive. Den strammen Schuss von Christofori ins linke obere Eck parierte Gäste-Keeper Locher jedoch glänzend. Zwei Minuten vor dem Abpfiff besiegelte Schwingschlögl den tragischen 1:2-Endstand, nachdem er sich im Zuge eines Konters an der Phönix-Abwehr vorbeigemogelt hatte.

Tore: Simon Roller 1:0 (15.), Chris Linkenheil 1:1 (80.), Michael Schwingschlögl 1:2 (88.)

TSV Phönix Lomersheim: Kern – Kasper, Brüstle, Knapp, Hagenbuch, Dorn, Christofori, Schembri (82. Bizik), Ebert, Roller, Seyb

FSV 08 Bissingen II: Locher – Krupop, Ballat, Anastasoiu (17. Mavinga), Vritschau, Linkenheil, Schwingschlögl, Kempf, Kajdomci (63. Massaro), Bach, Mäuser (89. Nentwicki)

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