Lkw-Fahrer im Führerhaus zerdrückt

Erstellt: 28. September 2006, 00:00 Uhr
Lkw-Fahrer im Führerhaus zerdrückt Völlig zerstört: das Führerhaus des Lkw prallte mit Wucht gegen einen Baum. Foto: Disselhoff

35-Jähriger verunglückt auf B35 zwischen Illingen und Lienzingen – Unfallopfer massiv eingeklemmt

Mühlacker-Lienzingen (pm/ts) – Tödliche Verletzungen hat ein 35-jähriger Lkw-Fahrer am Dienstagabend bei einem Verkehrsunfall auf der B35 zwischen Illingen und Lienzingen erlitten. Der dabei entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 100000 Euro.

Der aus Oberschwarzach (Landkreis Schweinfurt) stammende Mann war gegen 21 Uhr mit seinem Mercedes-Sattelschlepper auf der Bundesstraße in Richtung Lienzingen unterwegs. Kurz hinter Illingen geriet das Fahrzeug aus ungeklärter Ursache mit dem rechten Vorderrad auf den unbefestigten Seitenstreifen. „Der 35-Jährige versuchte gegenzulenken“, teilte die Polizei gestern mit. Dadurch habe sich das Vorderrad eingegraben, und der Laster sei noch weiter nach rechts von der Straße abgekommen. Schließlich stürzte der Lkw eine etwa zwei Meter hohe Böschung hinab, kippte um und prallte gegen einen Baum. Dabei, so der Mühlacker Feuerwehrkommandant Bernd Straile, der als Einsatzleiter vor Ort war, sei das Dach des Sattelschleppers teilweise eingedrückt und abgerissen worden. „Der Fahrer wurde zwischen Fahrersitz und Baum massiv im Kopf- und Oberkörperbereich eingeklemmt“, so Straile.

 Die Feuerwehr Mühlacker wurde um 21.07 Uhr unter dem Stichwort „Verkehrsunfall mit Lkw – Person eingeklemmt“ alarmiert. Als die ersten Rettungskräfte am Ort des Geschehens eintrafen, mussten erst Bäume und Gebüsch mit einer Motorsäge beseitigt werden, um überhaupt in den Bereich des Chauffeurs vordringen zu können. Rasch war klar: Der Verunglückte war so stark zwischen Fahrersitz und Baum eingeklemmt, dass er nur befreit werden konnte, wenn die komplette Sattelzugmaschine von dem Baum weggezogen würde. Hierzu musste allerdings das Eintreffen des frühzeitig alarmierten Kranwagens der Pforzheimer Berufsfeuerwehr abgewartet werden. „Bereits zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass der Fahrer tot war“, erklärt Kommandant Straile rückblickend.

 Als der Kranwagen eintraf, wurde das Fahrzeug vom Baum weggezogen und mit der Befreiung des Fahrers unter Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten begonnen. Jetzt sahen sich die Feuerwehrmänner einem weiteren Problem gegenüber: Weil sich das Fahrerhaus etwa zweieinhalb Meter über dem Boden befand, musste auf das Rettungsgerüst des Rüstwagens zurückgegriffen werden. Erst gegen 22.25 Uhr konnte das Unfallopfer aus dem Fahrzeug geborgen werden.

 Bis 1.45 Uhr war die B35 zwischen dem Illinger Eck und der Abfahrt Lienzingen voll gesperrt. Die Feuerwehr Mühlacker war mit den Abteilungen Mühlacker, Lienzingen und Mühlhausen und sieben Fahrzeugen sowie 38 Kräften im Einsatz. Ebenfalls im Dienst waren ein Notarzt und das Rote Kreuz. Ulrich Saur, stellvertretender Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, machte sich vor Ort ein Bild von der Lage.

 Dieser Unfall ist 2006 der zehnte tödliche in Pforzheim/Enzkreis. Neun haben sich im Enzkreis ereignet, einer in Pforzheim.

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