Lienzingen ist heiß auf das Spiel

Erstellt: 26. Februar 2010, 00:00 Uhr
Lienzingen ist heiß auf das Spiel Im Hinspiel musste sich der FV Lienzingen (in Gelb) gegen die Maulbronner ganz schön strecken. Am Sonntag steht nun das Rückspiel in Lienzingen auf dem Spielplan. Foto: Fotomoment

Nach Wochen öden Konditionstrainings wollen die Fußballer gegen Maulbronn „etwas bewegen“.

Vor dem Nachbarschaftsduell gegen den TSV Maulbronn ist sich der Fußballverein Lienzingen über den eigenen Leistungsstand im Unklaren. Kein normales Training und kein Testspiel haben die FVL-Kicker in der Winterpause bestritten. Daher schieben sie den Gästen die Favoritenrolle zu.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Lienzingen. Waldläufe, immer wieder Waldläufe. Vier Wochen lang hat so das Training des FV Lienzingen ausgesehen. Weil der Sportplatz einfach nicht zu bespielen war, trabten die Fußballer eben schnaubend durch die verschneite Landschaft. Die Taktikschulung fand ausschließlich im Vereinsheim statt. Und von den vier geplanten Testspielen konnte der FV Lienzingen kein einziges austragen.

 Kein Wunder also, das die Gelben des FVL nun heiß auf den Ball und heiß auf das Spiel sind. Mit dem TSV Maulbronn ist übermorgen ein ambitionierter Gegner zu Gast an der Friedrich-Münch-Straße, der gerade seine Saisonziele nach oben korrigiert und sich den Aufstieg in die A-Klasse vorgenommen hat.

 Der Lienzinger Spielleiter Martin Renner traut den Maulbronnern das zu: „Meister werden sie wohl nicht, dafür ist der Vorsprung der SK Hagenschieß schon etwas zu groß. Aber Platz zwei könnte Maulbronn schaffen“, sagt Renner. Ehrliche Meinung oder taktischer Winkelzug, um den Gästen die Favoritenrolle zuzuschieben? Vielleicht beides.

 Jedenfalls seien die Maulbronner im Hinspiel klar die bessere Mannschaft gewesen, obwohl die Partie 1:1 unentschieden ausging. Es war das erste Saisonspiel, und am Ende bekam Lienzingen sogar einen 3:0-Sieg zugesprochen, weil der Maulbronner Angreifer Kevin Augenstein ohne Spielberechtigung aufgelaufen war. Durch die Punkte am grünen Tisch stand Lienzingen im Nachhinein betrachtet zum Saisonauftakt an Platz drei der Tabelle. Danach folgte ein Auf und Ab. Noch einmal bewegte sich Lienzingen für drei Wochen unter den ersten vier der Liga, ehe sich die Mannschaft allmählich im vorderen Mittelfeld einpendelte. Wobei man bei genauerer Betrachtung eher von „hinterer Spitzengruppe“ sprechen müsste.

Nach hinten klafft eine große
Lücke, nach oben ist es
hingegen gar nicht so weit

 Elf Siege, ein Unentschieden und sechs Niederlagen stehen zu Buche – den Erfolg am grünen Tisch mit eingerechnet. Der derzeit achte Platz in der Tabelle ist einstweilen ungefährdet, denn zu den Sportfreunden Mühlacker auf Rang neun klafft bereits eine Lücke von neun Punkten.

 Da könnte man den Blick eigentlich nach oben richten, wo die Abstände gar nicht so groß sind. Zur Fvgg 08 Mühlacker auf Platz drei fehlen nur fünf Punkte, zum Tabellenzweiten 1. FC Ispringen sind es freilich schon deren acht. Und so hält Spielleiter Renner nach der Rückrundenvorbereitung auf dem Trimmdich-Pfad und vor der Magnettafel den Ball erst einmal flach. „Ob man die theoretische Taktikschulung dann auch praktisch umsetzen kann, ist natürlich fraglich“, sagt Martin Renner, „Jedenfalls wissen wir nicht, wo wir leistungsmäßig stehen.“

 Am Lienzinger Kader hat sich nichts verändert. Trainer Rolf Bauer startet mit demselben Aufgebot in die Rückrunde, das schon die Hinserie bestritt, und hat am Sonntag alle personellen Optionen. Laut Spielleiter Renner sind alle Spieler fit und einsatzbereit, insbesondere die Leistungsträger. Das ließe vermuten, dass die Mannschaft wenigstens noch von der Hinrunde aufeinander eingespielt sei. Doch Renner winkt ab: „Wir haben in der Hinrunde 28 Spieler eingesetzt, da kann man von eingespielt nicht reden.“ Dennoch ist dem Lienzinger Spielleiter vor dem Nachbarschaftsderby gegen Maulbronn nicht bange: „Vielleicht können wir etwas bewegen. Ein Tor ist immer möglich.“

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