Leistungsschau mit Rekordbeteiligung

Erstellt: 30. Mai 2011, 00:00 Uhr
Leistungsschau mit Rekordbeteiligung Über 7000 Besucher kommen zur Leistungsschau nach Wiernsheim, auf der 48 Aussteller ihre Kompetenz unter Beweis stellen. Für Werbung hat auch ein Fernseh-Beitrag über den „Wersche-Streit“ gesorgt. Fotos: Stahlfeld

Gewerbeforum Wiernsheim freut sich über starke Resonanz und ärgert sich über Kurswechsel im Wirtschaftsministerium

48 Aussteller aus Handel, Handwerk und Dienstleistung haben sich am Wochenende bei der 4. Wiernsheimer Leistungsschau präsentiert. Ein bunter Mix aus Information und Unterhaltung lockte bei strahlendem Sonnenschein rund 7000 Besucher in den Wiernsheimer Ortskern und das Industriegebiet.

Von Ulrike Stahlfeld

Wiernsheim.  Die Sonne hatte Bürgermeister Karlheinz Oehler, wie er scherzhaft bemerkte, direkt aus Galizien mitgebracht, wo Vertreter europäischer Kommunen im Rahmen  des Go Green-Programmes über Wege sprachen, grüne Zukunftsvisionen in Gemeinden umzusetzen.  Eine der Anregungen werde in Wiernsheim längst in die Tat umgesetzt: Ausstellungen mit Handwerkern aus dem ökologischen Bereich.
 „Was wir hier machen, planen andere erst für die Zukunft“, unterstrich Oehler die moderne Ausrichtung der alle zwei Jahre stattfindenden Leistungsschau, an der heuer erstmals auch acht auswärtige Gewerbetreibende teilnahmen.

 Nach 13 Ausstellern bei der Premiere und 23 beziehungsweise 32 Teilnehmern in den vergangenen Jahren war die Zahl dieses Jahr auf 48 hochgeschnellt.
 „Die Leute sind energiebewusster“, stellte Marcus Schäfer vom gleichnamigen Holzbau-Betrieb fest. Die Besucher fragten bei ihm vor allem zum Thema energetische Dachsanierung nach. Schäfer schätzt an der Leistungsschau die Möglichkeit, neue Kontakte knüpfen zu können: Nicht nur bei Holzbau Schäfer sondern auch beim Reisebüro von Uschi Baisch und dem Autohaus Brandt zeigt die Gewerbeausstellung vor allem langfristig Wirkung. Noch Monate später kommen Kunden und tätigen Geschäfte. Uschi Baisch: „Persönlichen Kontakt aufzunehmen, ist das Wichtigste.“
 Wilfried Brandt hatte schon am Samstag „feste Geschäfte geschrieben“. Und auch der neunjährige Niklas Wilhelm hätte am Sonntag nur zu gerne einen der Sitzmäher mit nach Hause genommen. Aber: Der Opa hielt das Portemonnaie fest verschlossen.
 Für Kinder waren nicht nur die Abstecher an die Stände interessant. Auf sie warteten auch Attraktionen wie Bullriding oder Baggerfahren bei Anton Treiner.

 Rund 400 Gäste waren bereits am Samstagabend zur Eröffnung in das Festzelt gekommen, wo unter anderem das Komikerduo „Schwabenkanal“ unterhielt. Auch am Sonntag war im Festzelt und auf der Bühne in der Ortsmitte ein vielseitiges Programm geplant.

 Selbst auf dem Weg von der Ortsmitte in das Ortszentrum war heuer für Kurzweil gesorgt. Ein Flohmarkt mit rund 60 Ständen animierte hier zum Verweilen.
 „Unsere Schau zeigt unsere Leistungskraft, unser Angebot und die Vielfalt“, betonte Gerhard Hudak, Vorsitzender des Wiernsheimer Gewerbeforums. Am Samstag war das Interesse zwar etwas verhalten gewesen. Doch am Sonntag strömten die Besucher. Für kostenlose Werbung hatte ein Beitrag in der Landesschau über den „Wersche“-Streit gesorgt. Sogar aus Möglingen und Weil der Stadt kamen die Besucher. Hannelore Herrmann aus Ludwigsburg: „Wiernsheim ist eine Fahrt wert.“ Hudak war zwar mit dem Besucherinteresse zufrieden, für Unzufriedenheit hatte dafür zwei Tag vor der Leistungsschau ein Brief vom Wirtschaftsministerium gesorgt. Kurzfristig war ein Zuschuss vom Förderprogramm für Leistungsschauen mit einem Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien über 1500 Euro eingefroren worden.

 „Der Zuschuss war eingeplant“, ärgert sich Hudak, der Gesamtkosten für die Leistungsschau von 20000 Euro kalkuliert. Der Vorsitzende des Gewerbeforums: „Jetzt ist die Schau für uns ein Minusgeschäft, obwohl sie super gelaufen ist.“

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