Lauter Illinger Eigengewächse

Erstellt: 31. Juli 2010, 00:00 Uhr
Lauter Illinger Eigengewächse Illingens Trainer Thomas Fritsch baut neun junge Talente in sein Team ein, hält aber dennoch einen Spitzenplatz in der Kreisliga A3 für möglich. Foto: Eigner

Der Fußball-A-Ligist peilt mit blutjungem Kader Platz drei an – Zweite Garnitur nach Aufstieg mit Staffeleinteilung unzufrieden

Der SV Illingen setzt auf die Jugend. Für die neue Saison hat der Fußball-A-Ligist
keinen einzigen Spieler von auswärts verpflichtet, stattdessen neun junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs zum Aktivenkader berufen. Saisonziel ist Platz drei. Außerdem soll die Reserve die B-Liga aufmischen.

Von Steffen-Michael Eigner

Illingen. Rundum glücklich waren die Illinger, als ihre zweite Garnitur in der abgelaufenen Saison die Meisterschaft in der Kreisliga C6 feierte. Doch nun sind sie ob der Staffeleinteilung doch ein wenig enttäuscht. In der Kreisliga B6 soll die Illinger Reserve auflaufen. Keine Derbys also gegen Mühlhausen, Ensingen, Kleinglattbach, Horrheim oder Lomersheim II, die allesamt in der B5-Liga kicken. Stattdessen stehen den Illingern längere Auswärtsfahrten etwa nach Ottmarsheim, Hessigheim, zu Mezopotamya Bietigheim oder Kaman Bönnigheim bevor.

 „So ganz können wir diese Einteilung nicht nachvollziehen. Wir sind damit nicht glücklich“, sagt SVI-Trainer Thomas Fritsch. Zumal der VfR Sersheim II, der in der vergangenen Saison noch in der B6-Liga spielte, nun in die B5-Liga gesteckt wurde. Der Antrag des SV Illingen, in die Kreisliga B5 zu wechseln, wurde vom Verband abgelehnt.

Dem Bezirk Enz-Murr droht 2011 eine Verringerung der Staffelzahl

 „So schwer wie in diesem Jahr ist es uns noch nie gefallen, die Staffeln einzuteilen“, bittet Bezirksspielleiter Ingo Ernst um Verständnis. „Wir sitzen da einen ganzen Samstag dran, damit das aufgeht und am Ende alle Vereine einigermaßen damit leben können.“ Die Grundregel sei jedenfalls, dass der Meister der C6-Liga in die B6-Liga aufsteige, der Meister der C5-Liga in die B5-Liga. Aufstiege überkreuz seien nur möglich, wenn ansonsten zwei Teams eines Vereins in derselben Staffel wären.

 „Wenn uns Anträge auf einen Staffelwechsel vorliegen, dann gehen natürlich die von Vereinen vor, die schon länger in einer Liga spielen“, fährt Ernst fort. Deshalb habe Sersheim II wunschgemäß in die B5 wechseln dürfen, im Gegenzug mussten FV Markgröningen und TSV Unterriexingen in die B6 rücken. „Sonst hätten wir eine ungleiche Zahl an Mannschaften in den beiden Staffeln gehabt“, begründet Ingo Ernst und verweist auf eine weitere Grundregel des Württembergischen Fußballverbandes (WFV): „Keine Liga darf mehr Mannschaften haben als die jeweils direkt übergeordnete. Da die Kreisliga A3 mit 14 Teams spielt, dürfen auch die B5 und B6 mit maximal 14 spielen, wie es jetzt bei beiden auch der Fall ist.“

 Ganz nebenbei kündigt Ernst an, dass es in der Saison 2011/2012 vielleicht nur noch vier oder fünf B-Staffeln geben könnte. „Die Zahl der Mannschaften ist weiterhin rückläufig. Eine Verringerung der Staffel-Anzahl in der B- und C-Liga könnte notwendig werden, um wieder in jeder Liga auf die Sollgröße von 13 Mannschaften zu kommen. Bei weniger haben wir sonst jeden Sonntag zwei oder gar noch mehr Teams, die
spielfrei sind.“

 In Illingen hat unterdessen die Vorbereitung auf die anstehende Saison begonnen. „Wir haben am Montag angefangen und schon hart gearbeitet“, sagt Trainer Thomas Fritsch, der mit der ersten Mannschaft „Platz drei oder vier“ in der Kreisliga A3 erreichen will. „Die zweite Mannschaft soll in der B-Liga nicht nur die Klasse halten, sondern einen einstelligen Tabellenplatz belegen“, fügt der Trainer hinzu.

Spielformen mit Ball – es kann aber auch ein Medizinball sein

 Kein Spieler hat den SV Illingen während der Sommerpause verlassen, die neun Neuzugänge sind allesamt Eigengewächse, die sporadisch schon in der abgelaufenen Spielzeit in der A-Liga zum Einsatz kamen. Für die Abwehr rücken Nico Gatsas und Tobias Rehfuß aus der A-Jugend nach, das Mittelfeld bekommt Zuwachs durch Fabio Corrado, Dominik Knödler, Michael Köppl und André Gracher. Im Illinger Sturm sind Alexander Gutjahr und Matthias Stocker neu dabei. Auch den jungen Torhüter Matthias Rösler hat Fritsch nun endgültig zum Aktivenkader geholt, wo er Ersatzmann hinter Bernhard Mathes sein soll. „Eigentlich könnte Matthias noch ein Jahr bei den A-Junioren spielen, aber aus unserer B-Jugend kommt jetzt ein talentierter Torhüter raus“, sagt Thomas Fritsch. Das Ziel sei es, die zuletzt schrumpfenden Zuschauerzahlen wieder wachsen zu lassen. „Die Leute sollen sehen: Da spielen lauter Illinger Eigengewächse, es lohnt sich auf den Sportplatz zu kommen.“

 In den kommenden zwei Wochen wird die SVI-Mannschaft vor allem Ausdauer und Kraft trainieren. „Wir werden aber auch viel mit Ball arbeiten und unterschiedliche Spielformen anwenden“, so Fritsch. „Es kann aber auch mal ein Medizinball sein.“ Dennoch stehen schon in der kommenden Woche drei Testspiele auf dem Plan. Am Dienstagabend spielen die Illinger beim TSV Ensingen (19 Uhr), am Donnerstag bestreiten sie ein Heimspiel gegen die SG Ölbronn-Dürrn (19 Uhr), am nächsten Samstag ist um 17 Uhr der FV 09 Niefern zu Gast am Eichwald.

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