Landesvater stimmt ein Loblied an

Erstellt: 26. Juli 2010, 00:00 Uhr
Landesvater stimmt ein Loblied an Stefan Mappus trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Mühlacker ein. Auch Oberbürgermeister Frank Schneider (re.) freut sich über den prominenten Gast und die Anziehungskraft der Chortage. Foto: Hansen

Chortage 2010: Ministerpräsident Stefan Mappus zu Gast bei der Schlussveranstaltung auf dem Kelterplatz

Ministerpräsident Stefan Mappus bekam gestern allerhand zu hören, hatte alle Hände voll zu tun und blieb trotzdem gut gelaunt. Er besuchte die Abschlussveranstaltung auf dem Kelterplatz, mit welcher der Chorverband Enz einen gelungenen Schlussakkord unter die Chortage setzte.

Von Isabel Hansen

Mühlacker. Insgesamt 1200 aktive Sänger in 40 Chören brachten Kirchen, Kelterplatz und den Konzertsaal im Mühlehof am Wochenende zum Klingen. Eine Aktion, der Ministerpräsident Stefan Mappus großen Respekt zollte. „Sie haben gezeigt, dass Singen wichtig ist. Sie haben gezeigt, dass Singen modern ist“, betonte Mappus. Der Chorgesang sei keineswegs ein Auslaufmodell. Im Gegenteil: „Sie haben ein beachtliches Spektrum gezeigt, das besonders junge Sänger mit ihrem musikalischen Talent bereichert haben“, lobte der Landesvater die vorbildliche Nachwuchsarbeit des Chorverbandes Enz mit seinen knapp 70 Gesangvereinen.

„Das kulturelle Angebot, das im Ehrenamt entsteht, kann durch Profis nicht geleistet werden“.
Ministerpräsident Stefan Mappus

„Wenn unterschiedliche Stimmen zu einem gemeinsamen Ganzen werden, erfordert das Disziplin, Geduld und Teamarbeit. Im Chor lernen Kinder so auch soziale Werte“, sagte Mappus. Allein in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit den meisten Laienchören, stünden 1,6 Millionen Laiensänger nur rund 30000 Berufsmusikern gegenüber. „Das kulturelle Angebot, das im Ehrenamt entsteht, kann durch Profis nicht geleistet werden.“

 Über die zahlreichen Stadt-Musikanten, die in der Andreaskirche, der Pauluskirche, der Paul-Gerhardt-Gemeinde, den evangelischen Kirchen in Enzberg, Mühlhausen und Lienzingen sowie in der katholischen Kirche in Mühlacker und dem Mühlehof ihren Auftritt hatten, freute sich auch Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider: „Sie haben die Musik zu den Menschen gebracht. Ihre Lieder haben auch diejenigen erreicht, die sonst keine Konzerte besuchen oder besuchen können.“ Gern sieht er deshalb Mühlacker in der Rolle des Gastgebers für die Chortage: „Das ist aktive Werbung für Musik und für Mühlacker“, lud er den Chorverband Enz auch für die kommenden Chortage ein, in die Große Kreisstadt zu kommen.

In entspannter Atmosphäre  wird Gesang zum Genuss

 Eine Zusage ließ sich Rolf Czudzowitz, Vorsitzender des Chorverbandes, allerdings nicht entlocken: „Die nächsten Chortage in vier Jahren finden sicher woanders statt. Aber vielleicht wieder in acht Jahren“, sagte Czudzowitz.

 Wer mehr das musikalische Erlebnis als das gesellschaftliche Ereignis bei der Abschlussveranstaltung auf dem Kelterplatz mit seinem Fahnenmarsch, den Grußworten und der Felix-Preisverleihung an zwei Ötisheimer Kindergärten suchte, der war bei den Vorträgen der Chöre in den Kirchen oder beim Konzertsingen im Gottlob-Frick-Saal des Mühlehofs bestens aufgehoben. In entspannter, bisweilen andächtiger Atmosphäre wurde Gesang zum Genuss.

 Auf welch hohem Niveau sich die Laienchöre bewegen, zeigte dabei das Kritik-Singen am Sonntag in der Pauluskirche, in dessen Rahmen sich 15 Chöre den kritischen Ohren eines Wertungsrichters stellten und sich in sieben Kriterien von Rhythmus und Dynamik bis zu Intonation und Interpretation benoten ließen.

 Dass selbst die Vereine kleiner Stadtteile spitze sind, zeigt das Ergebnis von Tonschmiede. „Wir haben ein ,hervorragend‘. Das ist super“, zeigten sich die Sänger aus Schmie stolz auf die Tatsache, 66 von möglichen 70 Punkten erreicht zu haben.

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