Lärmaktionsplanung wird Riesenthema

Erstellt: 29. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Lärmaktionsplanung wird Riesenthema Große Planungsaufgaben warten auf den künftigen Mühlacker Bürgermeister Winfried Abicht. Foto: Sadler

Mühlackers künftiger Bürgermeister Winfried Abicht legt eine umfassende Agenda vor

Mühlacker – Mühlackers neuer Bürgermeister Winfried Abicht sieht in der Reduzierung von Lärm- und Abgasbelastung wesentliche Schwerpunktthemen für die nahe kommunalpolitische Zukunft der Großen Kreisstadt. Dauerbrenner bleibt auch im Jahr 2008 die Fußgängerzone, die die künftige Nummer zwei auf jeden Fall erhalten will.

VON THOMAS SADLER

Das Jahr 2008 beginnt für Winfried Abicht mit einer Doppelbelastung. Grund: Bis sein Nachfolger als Bau- und Planungsamtsleiter seinen Dienst antritt, ist er Chefplaner und, ab 2. Januar, Bürgermeister in Personalunion. Der künftige Bau- und Planungsamtsleiter werde voraussichtlich im Januar vom Gemeinderat gewählt. Mit seinem Dienstantritt rechnet Abicht im Mai. „Ich brauche einen Partner als Nachfolger, der mit der Hand am Arm arbeitet“, umreißt er die Anforderungen an die neue Führungskraft. Bis sie hier ist, „wird die Stelle erst mal an mir kleben“, schwant ihm.

Viele Anregungen zum Aischbühl

Priorität habe für ihn „die Beschleunigung“ des Flächennutzungsplanverfahrens. Doch auch darüber hinaus mangelt es ihm nicht an Aufgaben. „Ich würde gerne noch ein paar Bebauungspläne zu Ende bringen.“ Wichtig und brisant: das Konzept zur Bebauung des „Aischbühl“, das Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürger seit Monaten bewegt. Bei der Bürgerbeteiligung seien „eine Menge Anregungen eingegangen“, bemerkt Abicht. Jetzt habe der Gemeinderat zu entscheiden, welche der zur Diskussion stehenden Varianten – klein, mittel oder groß – umgesetzt wird. Mit der mittleren und der großen Variante ging die Verwaltung in die Anhörung. Solle an der politischen Absicht, um 1000 Einwohner zu wachsen und in Mühlacker für ausreichend Bauplätze zu sorgen, festgehalten werden, bedürfe es wohl einer umfassenden Bebauung des Aischbühl, meint Abicht. Andernfalls müssten andere Baugebiete erweitert werden, um den erforderlichen Raum für Häuslebauer zu schaffen.

 Aber es gibt noch andere Themen, die der künftigen Nummer zwei im Rathaus schon jetzt auf den Nägeln brennen. So erhalte die Stadt spätestens für 2009 die Vorgabe, eine Umweltzone in Mühlacker einzurichten – und damit ein Verbot von alten Fahrzeugen, die besonders viel Schadstoffe ausstoßen und Feinstaub produzieren. Indirekt mit der Reduzierung von Abgasen durch den Individualverkehr habe auch die Schaffung eines attraktiveren öffentlichen Personennahverkehrs zu tun, zu dem die angestrebte Einrichtung eines Stadtbahn-Haltepunkts im Stöckach gehört. Doch nicht nur dicke Luft sorgt für Belästigungen, sondern auch Fahrzeugkrach. Die EU strebe eine Minderung der Lärmbelastung an. Auch auf Mühlacker komme zügig eine „Lärmaktionsplanung“ zu, die Straße und Schiene betreffe. Abicht: „Das wird ein Riesenthema fürs nächste Jahr.“

 Eine neue alte Aufgabe sei indes die Suche nach einer geeigneten Fläche für einen Garten- und einen Baumarkt. Ein Standort, den Abicht für überlegenswert hält, ist die Ziegelei. Die Innenstadt komme ebenso wenig in Frage wie die Waldäcker, die für andere Unternehmen reserviert bleiben sollen. Ein passendes Plätzchen wird auch nach wie vor für ein neues Jugendhaus gesucht. Vorstellbare Örtlichkeiten könnten der Bahnhofsbereich mit den ehemaligen BayWa-Räumlichkeiten oder – in Kombination mit Einzelhandel – das Areal „Lienzinger Tor“ sein.

 Auf Abichts Agenda stehen außerdem Ortskernsanierungen in Dürrmenz und Lienzingen sowie die Sanierung von Turn- und Festhallen in Stadtteilen und des Uhlandbaus. Dieses traditionsreiche Veranstaltungsgebäude, das über keine Wärmedämmung verfüge, weise energietechnisch einen hohen Sanierungsbedarf auf.
 Ein Dauerbrenner ist die Fußgängerzone in Mühlacker. Der angehende Bürgermeister möchte sie auf jeden Fall erhalten. Abicht unmissverständlich: „Ich will keinen Verkehr darin.“ Ein Stellplatzmangel bestehe nicht – gerade im hinteren Bereich sei für Autos ausreichend Platz vorhanden. Die immer wieder geforderten Kurzzeitparkplätze brächten seiner Ansicht nach keine nennenswerte Verkaufsbelebung für die Läden. Wer dort parke, lasse nicht viel Geld liegen, sondern wolle nur kurz eine kleine Besorgung erledigen. Außerdem würden am Wochenende Angestellte der Geschäfte die Parkplätze vor den Läden selbst belegen, was den ersehnten Kunden nichts nütze.

 Ein Fragezeichen steht noch hinter dem im Gespräch befindlichen Bürgerbüro. Vor einer Entscheidung über die Einrichtung eines solchen Angebots müsse der Gemeinderat klären, was ein Bürgerbüro überhaupt leisten solle.

 Bei allen Unklarheiten ist zumindest schon jetzt klar: An Herausforderungen wird es Winfried Abicht nicht fehlen.

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